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Mittwoch, 1. Juni 2016

Was ist bei globalen Content-Marketing zu beachten? Interview mit Joachim Weissenberger von Lionbridge

Um Content weltweit nutzen zu können, meint Joachim Weissenberger, muss nicht nur übersetzt werden. Der Experte von Lionbridge spricht von Trans-Kreation. Anlässlich seines Vortrages bei Confare #Digitalize 2016 haben wir ihn gefragt, was er damit meint.

Think global, act local – Was bedeutet das für Marketingtreibende?
Da die Mehrzahl unserer Kunden weltweit mit Niederlassungen vertreten sind und deren Kunden ebenfalls global angesprochen werden müssen, denken wir für unsere Kunden zunächst immer global (d.h. in welchen Märkten sind unsere Kunden mit welchen Produkten vertreten, wie sollen dort vor Ort die Endkunden angesprochen werden, was ist mit der „Brand Voice“ – also den Branding und Corporate Design-Vorgaben, in welchen Medienkanälen können die Endkunden „abgeholt“ werden und vor allen Dingen mit welchen Inhalten (Customer Experience). Sind diese übergeordneten Fragen geklärt, können wir dann lokal handeln („act local“), d.h. wir können über unsere 40 Offices weltweit jeden Kunden vor Ort bedienen und Kampagnen/Inhalte vor Ort abstimmen und den kulturellen/sozialen Gegebenheiten anpassen (unsere Übersetzer leben auch alle vor Ort).
Welche Auswirkungen hat der Digitale Wandel auf die Kundenbeziehungen des Unternehmens?
Wettbewerber (bekannte wie neue) dringen in den eigenen Markt ein – grundsätzlich sehr schnell, da neue digitale Technologien dies einfacher machen; Wettbewerber müssen oftmals nicht in physische Assets (wie lokalen Vertrieb, Produktionsstätten etc.) investieren; Wettbewerber fokussieren sich nur auf die Kundenbeziehung und „schieben“ sich so zwischen Unternehmen und deren Endkunden; traditionelle Unternehmen werden so zum Lieferanten – die Marke erscheint maximal in einem Co-Branding wenn überhaupt

Was ist beim Gestalten des Content in einem globalen, digitalen Markt zu beachten?
Content muss zuallererst überhaupt gefunden werden – Stichwort: International SEO (also die Lokalisierung/TransCreation von Keywords etc.); was nutzt gut übersetzter/lokalisierter Content, wenn er entweder nur über die falschen Suchmaschinen (Endkunden in China verwenden kein Google) gefunden werden kann, oder für die richtigen Suchmaschinen nicht optimiert wurde; globaler Content muss immer lokal/kulturell angepasst, „trans-kreiert“ werden: viele Redewendungen, die im zentraleuropäischen Raum noch funktionieren, werden in Asien überhaupt nicht verstanden – hier muss der Content unter Branding-Gesichtspunkten (z.B. richtige Schreibweise von Markennamen, Claims etc.) angepasst werden.
Wo liegen die Hauptherausforderungen beim Übersetzen und Lokalisieren von Content?
Man muss zunächst unterscheiden zwischen Content für die Technische Dokumentation (also z.B. für Handbücher oder Bedienungsanleitungen), für das Marketing (z.B. Werbe-Kampagnen oder Websites) und für den Bereich „Legal“ (also für juristische Dokumente, z.B. in einem gerichtlichen Schieds-Verfahren). Technische und juristische Übersetzungen müssen sich oft an die lokalen, gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien orientieren – Marketing-Content hingegen orientiert sich oftmals an die lokale Kultur und an das lokale, soziale Umfeld; sie brauchen also meistens einen lokalen Übersetzer vor Ort, der in die Kultur/Sitten/Gebräuche eingebunden ist und diese „aus dem FF“ versteht

Wie können dabei Tools unterstützen?
Gut ist, dass jedweder Content (auch für Print-Produkte) mittlerweile vollkommen digital bearbeitet/übersetzt/freigegeben werden kann – die Digitalisierung der Prozesse hilft uns; bei den Tools unterscheiden wir zwischen „Content-Lieferanten“ (Adobe Marketing Cloud, Oracle Marketing Cloud, SAP Hybris etc.), Middle-Ware (unser ClayTablet-Produkt) und „Content-Endpoints“ (also LSP Language Service Provider wie wir). Unsere Tools unterstützen den gesamten Content-Workflow.

Auf der Confare Veranstaltung #Digitalize 2016 berichten CIOs und CMOs aus Unternehmen wie Erste Bank, News Gruppe, Styria, Steyr Mannlicher, Porsche Informatik uvm. über ihre Wege in die Digitale Welt. Anmeldung und Details hier: http://www.confare.at/12660_DE-7403_%23Digitalize_2016_-_Get_Digital_-_Get_Creative-Einfuehrung.htm

Dienstag, 10. November 2015

DESIGN THINKING Teil 1 - Die Bedeutung von Kreativität und Innovation im Unternehmen

Was Design Thinking ist, und warum Sie sich damit befassen müssen - Kreativität und Innovationskraft vs. Burnout und Krise

Eric-Jan Kaak hat als CIO von Blizzard den CIO AWARD gewonnen und ist mittlerweile als Senior Agile Coach bei IcoSense damit befasst Unternehmen fit für die Digitale Transformation zu machen. Im ersten Teil unseres 2-teiligen Blogs beantwortet er, was Design Thinking ist und warum eine solche Methode gerade jetzt wichtig ist.

15. Juni 2016 - Workshop „Design Thinking für Führungskräfte“
23. September - Workshop "Design Thinking für Führungskräfte Schweiz"


Innovationsnotwendigkeit
Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts hatte – trotz zahlreicher Verwerfungen ­ ohne Zweifel auch große Verdienste. Denn wir haben unseren Wohlstand den industriellen Leistungen und Wertsteigerungen der letzten 150 Jahre zu verdanken. Allein, diese Zeit ist nun zu Ende – die Wissens- und Informationsgesellschaft stellt uns vor völlig neue Herausforderungen. Diese Herausforderungen sind mit den etablierten industriellen Methoden der Vergangenheit nicht mehr zu bewältigen: Firmen funktionieren nicht (mehr) wie Maschinen, die traditionelle Planung verliert ihren Stellenwert. Es reicht heute einfach nicht mehr aus, ein Paar Knöpfe und Regler nur weiter zu drehen. Planung ist zwar noch immer wichtig, aber Agilität ist notwendig, um auf Änderungen des Umfeldes angemessen zu reagieren.

Es muss also neugedacht werden. Dazu sind wiederum nur Menschen in der Lage. Nur sie können radikal neue Ideen entwickeln und umsetzen. Nur der Mensch kann in großen sozialen Gruppen innovativ arbeiten und nur er ist in der Lage, Lösungen auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses zu entwickeln. Dafür gibt es eine unabdingbare Bedingung: Kreativität.
Das Problem: Die Effektivitäts- und Effizienzmafia hat mit ihrem derzeit gültigen Modell, in dem Firmen wie Maschinen funktionieren, die Kreativität systematisch aus den Organisationen hinausgetrieben: Übertriebene Standardisierungen, ISO-Zertifizierungen, "Management by Objectives", Individualbonusprogramme – um nur einige Methoden zu nennen –  haben die Firmen zu starren bürokratischen Monstern verkommen lassen, die sich fast nur noch selbst verwalten.

Hinzu kommt: Diese Einengungen machen krank. Laut Ärztekammer leiden 500.000 Österreicher unter Burnout, weitere 1,1 Millionen sind gefährdet. Fast jede vierte Invaliditätspensionierung erfolgt aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung. Schuld daran sind nicht die Menschen, schuld sind die Leistungssysteme, in denen sie unter dem Deckmantel der Gewinnmaximierung in den Ruin getrieben werden. Auch laut dem WHO-Report "Global Burden of Disease" sind in den reichen Ländern psychische Störungen die größte Krankheitslast in Form verlorener Lebensqualität und Lebensjahre.
Den Menschen ist in ihrer täglichen Arbeit der Sinn weitgehend abhandengekommen: Warum arbeite ich? – Für was ist meine Firma da? – Was ist der Sinn unseres Handelns? Die Ärztin Leibovici-Mühlberger empfiehlt in ihrem Buch "Die Burn-Out Lüge" Dynamisches, Unvorhergesehenes, Herausforderndes im Leben wieder zuzulassen. Neugierig und offen gegenüber seiner Umwelt und seinen Mitmenschen zu sein. Und da die Arbeit ein nicht unbeträchtlicher Teil unseres Lebens ist, gilt gleiches natürlich auch hier.

Wir müssen also auch im beruflichen Umfeld sowohl aus ökonomischen, aber auch psychologischen Gründen wieder lernen, Kreativität, Experimentierfreude und Sinn zuzulassen. Das fällt vielen Unternehmungen im Kontext vorgegebener Stellenbeschreibungen, Reisekostenrichtlinien, Organigrammdiskussionen, Zielvereinbarungen, Mitarbeitermotivationsseminaren, einem regulierten Vorschlagswesen und sonstigen Instrumenten des Managements natürlich nicht leicht. Die Effektivitäts- und Effizienzmafia hat über viele Jahre hinweg ganze Arbeit geleistet.
Die offene Wunde der Industriegesellschaft

Gehen wir an dieser Stelle nochmal einen Schritt zurück: Der Kern der Massenproduktion war ihre Planbarkeit. Das haben wir alle so an den Betriebswirtschaftsschulen dieser Welt gelernt. Vertriebsplan, Investitionsplan, Personalplan, Kostenstellenplan, Beschaffungsplan, Finanzplan usw. waren und sind meist immer noch die Basis unseres Tuns. Folge dem Plan und alles wird gut. Abweichungen vom Plan werden bekämpft, Abweichler bestraft. Konformisten bekommen den Bonus. Diese Planbarkeit geht in der globalen, komplexen, immer stärker vernetzten Welt verloren. Die im letzten Jahrhundert groß gewordenen Unternehmen kämpfen heute systemisch und emotional damit, dass diese Planbarkeit fehlt und auch nicht wiederkommen wird. Die neuen Ansätze wie Design Thinking, Agile Methoden oder Lean Startup legen hingegen ihre digitalen Finger konsequent in diese offenen Wunden der Industriegesellschaft.
Hinzu kommt, dass die Notwendigkeit zu radikaler Kreativität nicht die einzige Herausforderung ist. Die neuen Produktionsmethoden und Nutzerfragen sind derart dynamisch, dass Firmen sehr innovativ sein müssen, um überhaupt am Markt überleben zu können. Digitalisierung ändert die Herstellung, die Distribution und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen in ungeahnter Art und Weise. Aber auch Kunden sind heutzutage keine passiven Konsumenten mehr, sondern vernetzt und sehr kritisch. Sie sind auch weniger loyal gegenüber ihren Marken, verlangen aber gleichzeitig die absolute Kundenorientierung ihrer Lieferanten.

Die Antwort der Unternehmen darauf, das Zauberwort sozusagen, lautete "Kundenerlebnis". Da aber nun alle dieses Zauberwort verinnerlicht haben, ist es auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Ein neues Credo ist daher an seine Stelle getreten: In der heutigen Welt von Überangebot und Social Media dreht sich nunmehr alles um persönliche Relevanz. Sie ersetzt das "Erlebnis", steht für "Bedeutung" – und somit wieder für mehr Sinn.
Diese Entwicklung impliziert, dass ein Kunde den Wert eines Produktes nicht mehr festmacht an seinem Preis oder der Marke, sondern daran, welchen Beitrag dieses Produkt für die Erfüllung seiner persönlichen Ziele leisten kann. Anders formuliert: eine Person will nicht mit dem Zug reisen, sondern sie will nach Hause kommen. Sie mag keine warme Jacke haben, sondern eine sportive Ausstrahlung. Sie will nicht ins Fitness-Studio, sondern länger leben. Die Erreichung der persönlichen Ziele beziehungsweise die Befriedigung von Grundbedürfnissen werden somit zum Maßstab, mit dem Produkte oder Dienstleistungen bewertet und dann gekauft werden – oder auch nicht. Und nachdem die Bedürfnisse erfüllt sind, wird das gute Gefühl (oder die schlechte Erfahrung) via Social Media dann mit der ganzen Welt geteilt.

Das neue Zauberwort lautet somit "Social Business". Es bedeutet, dass Firmen FÜR, und inzwischen auch MIT ihren Kunden, "Werte" generieren. Ausschlaggebende Erfolgsfaktoren sind dabei Empathie für Menschen, vernetztes Denken und Handeln sowie Kreativität. Nicht der ökonomische Gewinn steht im Vordergrund, sondern die Zusammenarbeit mit Stakeholdern zur Erreichung gemeinsamer Ziele oder der Befriedigung von Bedürfnissen.
Das klingt alles sehr ambitioniert, aber leider gibt es keine einfachen Erfolgsrezepte. Womit wir wieder am Ausgangspunkt wären – denn hier hilft nur noch eine menschliche Eigenschaft, die uns in der Industriegesellschaft leider weitgehend ausgetrieben wurde: Kreativität.

Was ist Design Thinking genau? Und warum jetzt?
Beim Design Thinking geht es darum, mittels Kreativität Neues entstehen zu lassen.

Der Stellenwert von Design an sich ist ja längst akzeptiert  – Firmen haben schon lange herausgefunden, dass gutes Design ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Produktes sein kann. Beim Design Thinking werden nun die Kreativitätsmethoden der Designer gekreuzt mit den Anforderungen und Bedürfnissen anderer Bereiche. Das ist einigermaßen naheliegend. Denn Unternehmer, Manager, Marketing- und Produktionsverantwortliche oder Finanzleute entwerfen ja auch tagtäglich Neues: Businessmodelle, Ablaufprozesse, Projekte, Arbeitsanforderungen – wobei die bereits erwähnten Innovationsanforderungen auch bei diesen Themen immer höher werden und immer häufiger auch unbekanntes Terrain betreten werden muss. Da wird Kreativität wichtiger denn je – wenn etwas nicht mehr planbar ist, müssen zwangsläufig neue Wege beschritten werden. Die Methoden und Techniken der Designer bekommen damit plötzlich neue Einsatzfelder, abseits des reinen Produkts.

Design Thinking ist also eine Ansammlung von Methoden und Techniken, die Designer zur Gestaltung von Produkten oder Objekten verwenden, umgemünzt auf andere Geschäftsbereiche, Prozesse, Einsatzfelder oder sonstige Herausforderungen. Die einfachste Variante ist das Brainstorming. Aber es existiert eine Vielzahl weiterer Methoden, die verwendet werden können, um kreative Lösungen zu finden. Diese Methoden erobern gegenwärtig Firmen in aller Welt, die sich den neuen marktwirtschaftlichen Realitäten im 21. Jahrhunderts stellen müssen.
Mit anderen Worten: Nicht nur Produkte oder Objekte werden mit Design Thinking neu gestaltet. Unter dem Namen "Service Design" entstehen neue Dienstleistungen, Arbeitsweisen, Businessmodelle, Service-Innovationen oder Marketingkampagnen. Und unter dem Namen "Social Design" werden gesellschaftliche Probleme wie Armut, Umweltverschmutzung, Klimaschutz, Städtebau und vieles mehr neu betrachtet, bewertet und gestaltet.

Zusammengefasst steht "Design Thinking" damit für alle kreativen Methoden und Techniken, die bei der Lösung verschiedenster Probleme verwendet werden können. Darüber hinaus liefert es auch neue Ansätze für die Gestaltung innovativer Strategien und Arbeitsweisen. Aber egal, wie und wo Design Thinking zum Einsatz kommt, es ist einfach faszinierend zu beobachten, wie diese kreativen Methoden uns helfen, Kreativität für Menschen und Organisationen wieder erlebbar zu machen.
(Wie Design-Thinking-Prozesse ablaufen, werden wir im Zweiten Teil des Blogs erläutern)


Mittwoch, 18. Februar 2015

"Never Change A Running System" war gestern! 5 Gründe, warum Innovationsmanagement ein Schlüsselthema für den CIO ist



Die Tätigkeit des IT-Entscheiders ist voll von Notwendigkeiten. Hochverfügbarkeit, IT-Sicherheit, Compliance, Connectivity, Kostenmanagement ….

Auf Innovation kann man leicht verzichten. Man erspart sich das Risiko eines Fehlschlages, muss nicht mit unvorhergesehenen Kosten zurechtkommen und muss niemanden erklären, warum man sich mit Veränderungen befasst, die vielleicht sogar andere Abteilungen betreffen. Im Vorfeld des IMP Workshops beim 8. Confare CIO SUMMIT haben wir den Innovations-Experten  Prof. Dr. Stephan Friedrich von den Eichen, Geschäftsführer Innovative Management Partner (IMP) Unternehmensberatung nach den Gründen gefragt, warum der Grundsatz „Never change a running system“ nicht mehr gilt. Hier 5 Gründe, warum Innovationsmanagement auch für den CIO ein Thema ist:
1.       Vernetzte Zukunftsarbeit – auch, aber eben nicht nur in „eigener Sache“ …

Die IT-Welt war, ist und wird künftig noch mehr in Bewegung sein (Stichwort: Digitalisierung; Big Data). Da tut Zukunftsarbeit Not: (a) strukturiert sollte sie sein, (b) längst nicht nur auf technologische Trends beschränkt und (c) sollte man diese Übung nicht alleine tun. Bei Zukunftsarbeit kann man nämlich nicht genug irritiert werden. Die Qualität resultiert aus Widersprüchen, die zum Denken anregen. In dem Maße, in dem es gelingt, die unterschiedlichen Impulse zu einem Bild zu verarbeiten, bekommt die Zukunft wirkliche Konturen. Inhaltlich geht es nicht nur um Trends in der IT und deren Implikationen auf die IT, sondern auch darum, die Einflüsse aus anderen Bereichen auf die IT zu deuten. Zukunftsarbeit hat viel mit Öffnung& Vernetzung zu tun – und dafür braucht es entsprechende Plattformen. Spätestens hier wird der Bezug zur IT evident. Hier kann die IT, hier kann der CIO Maßgebliches zur Zukunftsarbeit beitragen. Im Grunde scheinen CIOs dafür prädestiniert, für Zukunftsbilder Sorge zu tragen, die in der Folge die richtigen Stoßrichtungen für Innovationen überhaupt erst ermöglichen.
2.       Innovation braucht IT – vor allem Geschäftsmodellinnovationen

Wo der rein technologische Quantensprung für neue Produkte fehlt, helfen innovative Geschäftsmodelle weiter. Amazon, Nespresso oder Vapiano lassen grüßen. Hintergrund ist ein komplexes, aber stimmiges Geflecht aus Kundennutzen, Marktangang, Wertschöpfungs- und Erlöslogik – nicht selten unter aktiver Einbindung des Kunden, der selbst Prozesse ausführt. IKEA hat es vor vielen Jahren vorgemacht. Dabei gilt in den meisten Fällen: Ohne IT kein tragfähiges Geschäftsmodell! Erst sie hilft, das komplexe Wertschöpfungsgeflecht abzubilden und zum Funktionieren zu bringen. Der Bezug zwischen IT und Innovation geht über das reine „Business Enabling“ vorgedachter Geschäftsmodellinnovationen hinaus. Mehr und mehr gehen die kreativen Impulse für neue Geschäfte von der IT aus – und der CIO wird von Business Enabler zum Business Architect.
3.       Den Überblick wahren …

Je dezentraler Innovation und je mehr Innovationen als U-Boote in Unternehmen unterwegs sind, desto mehr braucht es jemanden, der den Überblick behält – und ggfs. auch Dinge bündelt. Jeder Innovator braucht irgendwann IT-Support, auch wenn er in noch so geheimer Mission unterwegs ist. Und daraus ergibt sich einen weitere nützliche Rolle der IT in der Innovationslandschaft des Unternehmens: namentlich die einer Evidenzzentrale, die lose Enden wieder zusammenführt, und wo das nicht gelingt, zumindest den Überblick wahrt, welche lose Enden es überhaupt gibt und wo sich die vielen gestarteten Innovations-Initiativen gerade im Durchlauf wirklich befinden.

4.       Die Komplexität im Innovationsprozess abbilden & meistern

Ein Innovationsprozess macht alleine nicht innovativer, aber „ganz ohne Prozess“, das ist auch keine Lösung! Kaum ein Unternehmen, das nicht über einen Innovationsprozess verfügt. Zumindest auf dem Papier. Nicht selten läuft das Wesentliche außerhalb des Prozesses; vor allem dann, wenn es sich um radikal Neues handelt. Und in großen Unternehmen gefällt sich jede Business Unit mit ihrem eigenen Prozessdesign. Auch hier treffen wir auf ein Feld, in dem die IT Maßgebliches für den Innovationserfolg eines Unternehmens leisten kann. Nein, es geht nicht darum, den Prozess zu vereinfachen und im Unternehmen zu zementieren – ganz im Gegenteil: Innovation braucht Öffnung, braucht Vernetzung, braucht die Einbindung Vieler und braucht Raum. Damit sind die meisten der heutigen Prozesse überfordert. Die Herausforderung liegt darin, jene Komplexität im Prozess abzubilden und zu beherrschen, die es ausgehend von der spezifischen Positionierung des Unternehmens für die Innovation braucht. Und daran kann sich ein zeitgemäßer CIO messen lassen.
5.       Innovation als „Brücke ins Geschäft“ nutzen …

Hand aufs Herz: Welche Stellung hat der CIO tatsächlich im Kreis seiner C-Kollegen? Wenn er seinen Laden nicht im Griff hat, dann tut es dem Unternehmen an vielen Stellen weh und ein Schuldiger ist schnell gefunden. Umgekehrt – also wenn er seinen Laden im Griff hat – dann wird kaum jemand Unternehmenserfolge einer funktionierenden IT und dem CIO zuschreiben. Die aufgezeigten Verbindungen zwischen IT und Innovation stellen für den CIO eine greifbare Chance dar, „näher ans Geschäft“ zu kommen und sich damit selbst besser ins Spiel zu bringen.
Am 24. März bietet Confare gemeinsam mit IMP im Vorfeld des CIO SUMMIT (www.ciosummit.at)einen Workshop zum Thema Innovationsmanagement für CIOs an. Anmeldung und Details finden Sie hier:  http://www.confare.at/11615_DE-7301_C_Workshop%3a_Innovationen_Gestaltungsimpulse_im_Einflussbereich_der_CIO_IT-Manager-Einfuehrung.htm

Dienstag, 3. Februar 2015

The 3 key areas where the CIO can really make an impact - Interview with Stephen Little, Global CIO of XEROX corp.

Digitalization and rapid changes in Business force companies to act fast and to strengthen their innovation skills. The CIO role changes from providing commodity services for the business Units to being a true partner in the roll out of new ideas and business models.

Stephen Little is Global CIO of XEROX Corporation. In our Blog interview he tells us, how he deals with trending topics as cl 
oud, social media and mobile and how he sees the role of the CIO in the coming years.

What role does the CIO have in the value chain of the Company?

 A pivotal, strategic role. IT touches every aspect of business. From keeping business operations running smoothly and securely to simplifying global business processes that improve the customer experience. The CIOs role has evolved to become catalysts of change. But they can’t do it alone. True transformation happens when business leaders trust each other, co-develop strategies that makes sense, then partner together to execute and deliver results.
 CIOs see the big picture. They make decisions based on long-term results, versus point in time solutions. This is critical as market demands change and business models evolve.

What are the 3 key areas where the CIO can make an impact?
 Deliver global business process automation and efficiency through strong business partnerships and governance
 Reduce information security risk
 Provide disciplined program management and execution across the enterprise

How do cloud, mobile and social media affect the company and the CIO´s role?
 Cloud. For me, cloud is a deployment option where it makes sense. It has to work for the business long term and support the global growth strategy for the enterprise. Based on the strategic fit, it’s a business enabler for us – delivering speed, flexibility and cost advantages.

 Mobile and Social Media. IT enables mobile and social media solutions globally. From solution sourcing to implementation and ongoing service delivery and support. Employees bring their devices to work, and we help them connect those devices securely. In terms of social media, it’s a game changer in remaining relevant with our customers and fostering internal collaboration to improve productivity. IT is the lever to make it happen.

Back to the importance of partnership. Marketing must be on the cusp of improving the client experience, understanding the buyers’ journey and remaining relevant. That means that we must work together to ensure important customer data is managed effectively and securely. It also requires an ongoing partnership between the CIO and CMO to deliver cost effective IT solutions that enable their business, without added complexity and customization.

What does it take for the CIO to lever innovation?
 It takes commitment. My approach was to initiate and fund a program that fosters innovative thinking and results in IT. We provide grant awards to individuals who demonstrate a viable business case and demonstrate that their solution will address a core challenge or need the business faces. Winners are encouraged to collaborate across the company to execute on their concepts. We advocate continued effort – fail fast if it’s not working, and find new ways to achieve the desired outcomes. 

 There is a formal partnership in place with our global Research and Development group/Innovation organization in the company. We collaborate together to test new products and solutions for market readiness and in turn, deliver additional value from our IT innovation program…handing off projects that are ready to go to the next level.
 Being innovative doesn’t always have to be in technology. Very often, it is in finding new, creative approaches to solving complex business challenges. We see this within our large scale business transformation initiatives, where we look at existing areas of investment to build out our capabilities.

Stephen Little is Keynote Speaker at the 8th Confare CIO SUMMIT on March 25th in Vienna – Meet him and 300 more IT executives at www.ciosummit.at

Mittwoch, 7. Januar 2015

Was macht den erfolgreichen Vortrag auf einer Confare Konferenz aus? Fragen an B2B Marketingexpertin Ursula Koller (MARKET & SPEAKING)

Ursula Koller hat umfassende Erfahrungen im B2B Marketing gesammelt bei einigen der Major-Brands im IT Markt. Sie hat dieses Know-how durch intensive Weiterbildung im Bereich Moderation und Präsentation ergänzt, Sprechausbildungen absolviert und bietet in ihrem Unternehmen MARKET & SPEAKING die Gelegenheit  von diesem umfangreichen Wissensschatz zu profitieren. Im Gespräch gibt Ursula Koller den Confare Referenten und Partnern Tipps für gelungene Präsentationen, das Gestalten der Folien und wie man sein Publikum fesselt und überrascht.

Was sind die wichtigsten Erfolgsbausteine für einen erfolgreichen Vortrag auf einer Confare Konferenz?
Um einen erfolgreichen Vortrag auf einer Confare Konferenz zu gestalten liegt das Geheimnis des Erfolges in der perfekten Vorbereitung. Selbst grandiose Sprecher – und gerade die – bereiten sich minutiös auf ihren Auftritt vor. Warum ist das so wichtig? Eine gute Vorbereitung bietet dem Sprecher selbst ein gutes Gefühl der Sicherheit was wiederum seine Ausstrahlung und somit seine Wirkung auf das Publikum erhöht. Nur wer gut vorbereitet ist, kommt auch gut an.
Öffentlich sprechen zu müssen, löst bei vielen Menschen ein enormes Spannungsgefühl, ja sogar Angst, aus – Statistiken zufolge liegt die Angst vor öffentlichem Sprechen weit vor der Angst vor Tod, Einsamkeit oder Dunkelheit.

Wovor haben wir so große Angst? Hier spielen viele Faktoren mit, wie die Angst davor, sich lächerlich zu machen, sich dem Spott anderer auszusetzen, dass es einem die Rede verschlägt, man ein Blackout hat, den roten Faden verliert usw.
Hat man jedoch diese Anfangsnervosität überwunden, kann ein öffentlicher Auftritt zu einem wunderbaren Erlebnis werden. Man hat die Möglichkeit seine Themen an Mann und Frau zu bringen, man hat die ungeteilte Aufmerksamkeit - vorausgesetzt, man bringt das Thema spannend und unterhaltsam rüber, denn nur so ist einem auch die ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums sicher. Das ist ein erhebendes Gefühl - gehört zu werden und Applaus dafür zu bekommen.

Inhalt und eine gute Sprechtechnik sind aber nicht die einzigen Wege zum Erfolg, die Ausstrahlung und Körperhaltung sind dabei noch wichtiger. Nach Albert Mehrabian beruht die Wirkung bei öffentlichen Reden, Präsentationen etc. zu 55% auf Körpersprache (Körperhaltung, Gestik, Augenkontakt), 38% auf die Stimmlage und nur 7 % auf dem Inhalt der Kommunikation.
Umgelegt auf einen Auftritt bei einer Confare Konferenz, die sich Fachthemen widmet, heißt das, dass Sie Ihren Inhalt im Griff haben, Sie der Fachmann/die Fachfrau auf Ihrem Gebiet sind und als solcher auch wahrgenommen werden. Diese Vorschusslorbeeren erhalten Sie auch vom Publikum.

Welche Kardinalsfehler sollte man nicht begehen?
- Werfen Sie nicht mit (internen) Fachausdrücken oder Fremdwörtern um sich, die das Publikum nicht verstehen kann. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihr Publikum Ihre (internen) Abkürzungen, die für Sie im Alltag Ihres Unternehmens gang und gebe sind, willig ist, diese zu entschlüsseln. Im schlimmsten Fall verlieren Sie die Aufmerksamkeit des Publikums komplett, da dieses darüber nachgrübelt was Sie mit ABC, XYZ etc. gemeint haben.

- Verlieren Sie nicht die Aufmerksamkeit Ihres Publikums, indem Sie davon ausgehen, dass ein gewisses Vorwissen vorhanden ist. Sie kennen sich in Ihrem Fachgebiet aus, sie wissen genau wovon sie sprechen – aber ihr Publikum hört Sie das erste Mal. Gestalten Sie Ihren Vortrag – auch wenn sie ihn selbst schon zum x-ten Mal halten – jedes Mal so, als wäre es das erste Mal.
- Überfrachten Sie Ihre Folien nicht mit Zahlen, Daten, Fakten – das lenkt viel zu sehr von Ihrer Rede ab. Versuchen Sie mit Bildern zu arbeiten, Folien sollen unterstützen und nicht als Störer agieren. Wenn Sie wichtige Zahlen haben, die Ihr Publikum unbedingt wissen muss, verweisen Sie auf ein persönliches Gespräch oder darauf, dass diese in den Handouts nachzulesen sind. Ansprechend gestaltete Folien bleiben beim Publikum hängen, Menschen lernen zu 20% durch Zuhören, zu 30% durch Gesehenes und ganze 50% bleiben hängen, indem der Inhalt begreifbar wird. Also trauen Sie sich durchaus auch etwas haptisches in Ihre Präsentation einzubauen.


Was sind Deine Tipps für ein selbstsicheres und gelungenes Auftreten?
Überraschen Sie ihr Publikum – sie müssen sich vorstellen auf einer Confare Konferenz gibt es viele Vorträge und wenn sie genau hinhören und hinsehen, ähneln sich diese in gewisser Weise. Jeder präsentiert sein Unternehmen, seine Dienstleistung, sein Produkt auf ähnliche Art. Wenn das Publikum zum fünften Mal hört, dass Ihr Unternehmen der/die Beste in der Branche ist, wird es das nicht mehr wahrnehmen. Bringen Sie neue Ansätze, indem Sie eine Geschichte erzählen, ein konkretes Beispiel aus Ihrer Praxis bringen oder versuchen Bilder in die Köpfe Ihres Publikums zu bringen. Sie sollten auch einen sogenannten Call-to-Action einbauen, um nach Ihrem Vortrag den Zuhörern einen Anknüpfungspunkt zu geben, mit Ihnen ins persönliche Gespräch zu kommen.

Zurückkommend auf Albert Mehrabian, lassen Sie Ihre Körperhaltung, Gestik und Augenkontakt für Sie punkten. Nehmen Sie eine offene Körperhaltung ein, das wirkt einladend auf den Zuhörer, unterstreichen Sie Ihre wesentlichen Botschaften mit offener Gestik und bauen Sie zu den Zuhörern eine Beziehung auf, indem Sie immer wieder den Blickkontakt suchen. So geben Sie jedem einzelnen Ihrer Zuhörer das Gefühl, nur für ihn zu sprechen.
Wenn Sie gut vorbereitet sind, auf der Bühne als Sympathieträger agieren und Ihr Publikum fesseln können ist Ihnen ein erfolgreicher Auftritt gewiss. Und dann können Sie eine Confare Konferenz wirklich gut nutzen, um Ihr Geschäft, Ihre Dienstleistung, Ihre Produkte zu positionieren und nachhaltig Erfolg zu generieren. Als abschließender Tipp darf ich Ihnen auf den Weg mitgeben „bleiben Sie authentisch“ – bleiben Sie bei sich selbst, das Publikum spürt intuitiv, ob Sie hinter dem was Sie sagen auch tatsächlich stehen. Und letztendlich: genießen Sie Ihren Auftritt, haben Sie Freude daran und Ihr Publikum wird es Ihnen danken.

Wir wünschen unseren Partnern und Referenten viel Erfolg bei ihren Vorträgen! Mehr zu Ursula Koller auf market and speaking

Montag, 26. Mai 2014

Kundenbeziehungen im Social Web - CRM und Social Media wachsen zusammen


Judith Denkmayer, Geschäftsführerin von Digital Affairs ist Social Media Pionier in Österreich, auf Twitter aktiv unter @linzerschnitte und Referentin auf dem Confare Jahresforum Marketing & Vertrieb 2.0 am 5. Juni in Wien. Im Gespräch sagt sie uns, warum bestehende CRM Lösungen nicht fit für das Social Web sind, und wo sie sich weiterentwickeln müssen.

Welche Auswirkungen haben die Sozialen Medien auf die Kundenbeziehungen?

Mit Social Media ändert sich die Erwartungshaltung von Kunden an die Unternehmen und auch Institutionen: Kundenservice wird immer mehr von der Hol- zur Bringschuld. Der Kunde bzw. User wählt den Kanal, über den er mit dem Unternehmen in Kontakt tritt und stellt Fragen bzw. postet Kommentare öffentlich. Dies bedeutet für die Unternehmen eine neue Transparenz, weil jeder die Dialoge mitlesen kann; hinzu kommt eine neue Geschwindigkeit in der Servicierung. Das fordert von den Unternehmen große Änderungen in ihren Prozessen, weil sie nun schnell und unbürokratisch und möglicherweise sogar abteilungsübergreifend zusammenarbeiten müssen!

 Nicht zuletzt hat sich auch die Art und Weise geändert, wie auf Kundenanfragen geantwortet wird, insbesondere in der Tonalität: Callcenterhandbuch-Phrasendrescherei kommt definitiv nicht gut an. Alles in allem bedeutet Social Media einen Kontrollverlust für die Unternehmen; im Gegenzug bekommen sie aber unmittelbarere, direkte Kontakte, authentisches Feedback und Fragen, die vielleicht sonst nie gestellt wurden und damit verbundene Business Intelligence und neue Möglichkeiten für Kommunikation, Marketing und Vertrieb.

Inwieweit sind bestehende CRM Systeme reif, um die Kundenbeziehungen im Social Web abzubilden?

Die bestehenden CRM Systeme haben – laut unseren Kunden – nie bis selten die notwendigen Schnittstellen, um Social Media Daten in anderer Form als CSV Upload abzubilden. Das ist in Sachen individueller Dialog nicht immer einfach. Allerdings bestätigen viele unserer Kunden uns auch, dass CRM Systeme/Datenbanken zu den Themen gehören, die sie in den nächsten zwei Jahren angehen wollen, weil die Systeme komplett veraltet oder eben einfach Stückwerk sind. 

Nicht ganz unbedeutend ist in Sachen CRM natürlich die Tatsache, dass Social Media und Kundendaten aus anderen Kanälen nicht ohne weiteres abgeglichen werden dürfen, aus datenschutzrechtlichen Gründen. Die Social CRM Tools werden immer besser, haben aber eine natürliche Grenze bedingt durch Datenschutz (Facebook Profile würden sicher den spannendsten Content hergeben, sind aber standardmäßig nicht öffentlich) oder Plattformen, die gar keine bzw. keine geeignete API (Programmierschnittstelle) haben wie google+, Instagram oder foursquare.

Das größte Problem sind wohl die unterschiedlichen rechtlichen Bedingungen in Bezug auf Social Media Daten und klassischen Kundendaten, da diese nicht vermischt werden sollten. Noch öfter aber sind das klassische CRM System und das Social Media CRM System nicht kompatibel. Gerade in Österreich entscheidet man sich dann oft dafür, gar kein Tool zu nehmen, weil in unserem KMU-Land gar nicht soviele Menschen permanent über Dienstleistungen/Produkte reden und daher meist eine Monitoringlösung und ein Ticketingtool zu reichen scheinen. Eine nicht unbedingt nachhaltige Lösung, da langfristig Infos verloren gehen oder zuwenig Kundendaten erfasst werden – dabei wären Email Adressen von einigen wenigen Facebook Fans wichtiger und wertvoller als noch mehr Facebook Fans. 

Wie sehen denn die rechtlichen Rahmenbedingungen aus?

Grundsätzlich sind Daten im Social Web publik, dementsprechend dürfen sie für ein Monitoring verwendet und ausgewertet werden. (Nutzermeinung darf verwertet werden/Nutzerbezogene Daten nicht) Wer sich für ein Forum etc. anmelden muss oder zb. mit jemandem auf Facebook befreundet sein muss, um einen Inhalt zu sehen, darf diese Daten nicht verwenden.

Allerdings ist es nicht erlaubt, Kunden, die im Monitoring aufgetaucht sind, plötzlich ohne vorherige Einwilligung (“Weil ja ein Geschäftverhältnis besteht, hehe!”) via Mail, Facebook Message oder Direct Message (Twitter) mit Newsletter und Werbung zu beschicken. Oder auch nur anhand der Social Media Daten die echte Adresse/Telefonnummer der Person ausfindig zu machen – was aber erlaubt ist: die Person via Social Media - also zum Beispiel mit dem eigenen Twitteraccount auf Twitter (direkt) anzusprechen. (“Serviceabsichten berechtigen nicht zum Abgleich von Kundendaten”, “Direkte Ansprache potentieller Kunden ist nicht zulässig”)

Welche Prognosen hast Du für die Zukunft von Social CRM?

Nach mehreren Jahren, in denen wir unsere Kommunikationsaktivitäten zunehmend in  “Walled Gardens” transferiert haben, kommt jetzt – wenig überraschend – die Erkenntnis, dass man dort zwar Touchpoints hat, aber sich viel zu wenig um die Datenextrahierung gekümmert hat. Insofern ist Social CRM eine logische Weiterentwicklung in der Social Media Strategie. Es ist eine Rückbesinnung auf die BWLer-Weisheit, dass ein bestehender Kunde mehr wert ist, als ein Lead.

Das deitailierte und umfangreiche Programm des Confare Jahresforum Marketing & Vertrieb 2.0 am 5. Juni in Wien findet man hier: http://www.confare.at/10357_DE-7210_4._Jahresforum_Marketing_Vertrieb_2.0-Einfuehrung.htm

Dienstag, 29. April 2014

The 3 most typical mistakes that prevent Sales and Marketing from working together


 

Leahanne Hobson, Managing Director of ALINEA Partners Consulting has directed go-to-market strategies and new business development programs for global companies of all sizes. According to her recent research, less than 10 percent of B2B companies say they have tight alignment between sales and marketing. That means that there are a serious number of companies with a marketing and sales alignment problem. And an alignment problem is a business problem. Without alignment, a company cannot effectively execute. In her session at the Confare event »Marketing & Vertrieb 2.0« on June 6th in Vienna, Leahanne will talk about the research her company conducted, give examples of common areas where sales and marketing fail to align and provides practical ideas for improving this relationship. In this interview Leahanne explains why Marketing & Sales alignment is so important and what the major mistakes are that prevent Sales and Marketing from working together.

What is the meaning of Marketing & Sales alignment?

LH: In the business-to business sector, a well-known source of tension is the relationship between many sales and marketing executives.  Evidence of this can be heard with comments such as, ‘Marketing only does advertising in our company’ or ‘These are not leads.  Sales doesn’t know how to close leads.’  Or even, ‘I have no idea what marketing does for us.’  Whether or not these complaints are legitimate or simply the result of frustration at not meeting corporate revenue or customer satisfaction goals, the end result is the same – reduced productivity, lack of focus, poor communications, work dissatisfaction and a failure to meet targets.

When Sales and Marketing teams are aligned within a company, they work cooperatively to meet a set of agreed upon goals. 

Areas where cooperation should be seen:

  • The Buyer’s Journey – It is more important than ever that companies understand how, where and why their customers buy.  Joined-up Sales and Marketing teams will align their strategy, approach, process and activity.
  • Campaign Structures – An agreed view on nomenclature, lead definitions, Service Level Agreements (SLAs), owners, targets and ‘what success looks like.’
  • Integrated Campaigns – Successful marketing campaigns are integrated in approach and execution.  Well thought-out campaigns that incorporate input from Sales during inception improve chances for success.
  • Planning and Measurement – A cooperative, communicative process for planning and agreed targets will stimulate dialogue verses finger-pointing.
Why do many companies have major Sales and Marketing alignment issues?

LH: There could be a variety of reasons, but three of my favorites that tend to solve a significant part of the problem if fixed are:

  1. Management doesn’t understand Marketing.  The top decision-makers do not understand the full contribution that marketing can make and should make to the Business.
  2. Marketers are not adequately trained to be true partners with Sales in the revenue generation process.  Many come from communications or advertising backgrounds and do not understand or take into account the required commercial elements.
  3. Companies lack an integrated planning process to enable (or force) Marketing and Sales to craft joined strategies and tactics.
What are the 3 most typical mistakes that prevent Sales and Marketing from working together?
LH:

1. Lack of agreed Goals.
 
2. Different vocabularies.
 
3. Not having a full view – or having too many different views – of data.

 
 What can be achieved by optimizing Sales and Marketing alignment?

LH: Oh!  The world looks a lot different:  to customers, buyers and to Sales and Marketing professionals inside the company. 

Revenue can increase, customer satisfaction can improve and the overall work environment inside the company can go from abusive in the worst cases or counterproductive in the best to communicative, successful and even enjoyable.
 
To hear more about Leahannes research and how to achieve better understanding between divisions we suggest you visit http://www.confare.at/10357_DE-7210_4._Jahresforum_Marketing_Vertrieb_2.0-Einfuehrung.htm
 
 
 
 
 

Freitag, 14. März 2014

Mindmapping zum Protokollieren von Events

Mindmapping Profi Andreas Lercher und Johanna Diwell von Mindjet im Gespräch über Live Mindmapping beim 7.CIO SUMMIT

Wie hat sich aus deiner Sicht das Thema Mindmapping weiterentwickelt? Was bieten moderne Systeme?

Andreas Lercher: Ich unterscheide von jeher zwischen „händischen“ und „digitalen“ Mindmapping. Beide Techniken, wobei es ist einmal eine Technik und einmal ein Werkzeug, funktionieren unterschiedlich und haben verschiedene Einsatzgebiete. Deshalb bestehen auch beide Tools wunderbar nebeneinander.

Digitales MindMapping hat sich in den letzten 20 Jahren enorm weiterentwickelt. Begann es doch damals damit, dass ein neugieriger Programmierer seine Mindmaps lieber am PC als auf Papier erstellen wollte, um sie besser editieren und speichern zu können. Und wo stehen wir heute? Die Bandbreite der  Anwendungsgebiete ist schier endlos. So nutzen unsere Kunden ihre MindMaps um Meetings vorzubereiten, durchzuführen und zu protokollieren. Sie erstellen damit umfangreiche Handbücher oder technische Dokumentationen und planen und organisieren Projekte damit. Aber auch in der Selbstorganisation und für die Ideenfindung sind Mindmaps unschlagbar.

Damit wurde Mindmap zur zentralen Schnittstelle, zum „visuellen Hub“ in der digitalen Wissensarbeit. Ich kann sie mir nicht mehr wegdenken.

Welcher Aufwand steht hinter dem Live Mindmaps der Vorträge?

Andreas Lercher: Protokoll- oder Live-Mappen ist die Königsdiziplin des Mindmappings und erfordert Übung und gute Kenntnisse der MindManager Software. Denn nur so, wird aus dem Gehörten und der Präsentation eine nachvollziehbare Mindmap. Aus Erfahrung weiß ich, dass ungeübte Mindmapper diese Art der Mitschrift gerne ausprobieren, dann aber verunsichert sind, ob sie auch wirklich alles erfasst haben. Meistens verlässt sie der Mut und sie fallen wieder zurück in ihren altgewohnten, linearen Mitschreibstil. Das ist die Tücke der Routine. In Stresssituationen greifen wir automatisch zurück auf Fähigkeiten, die wir gewohnt sind. Das bedeutet aber nicht, dass es damit auch besser wird! Ja, Live-Mapping braucht Übung, aber diese Technik kann man in vielen Situationen trainieren und sie bringt sehr rasch Vorteile, wie bessere Übersicht, Reduktion auf das Wesentliche, Erkennen von Zusammenhängen oder Unterschieden. Inhalte werden mittels Live-Mapping als Bild in unserem Gehirn gespeichert und damit haben wir schnellen Zugriff auf die gewünschte Information.

Wie können die Teilnehmer und Referenten im Anschluss an die Veranstaltung die Mindmaps nutzen?

Andreas Lercher: Beim CIO Summit haben wir den großen Vorteil, dass wir bereits vorab wichtige Details, wie Vortagstitel, Name und Folien, vom jeweiligen Vortrag kennen. Damit kann ich ein einheitliches „Protokoll-Skelett“ erstellen und mich beim Vortrag in aller Ruhe auf den oder die Sprecher_in einstellen. Solche Meeting Templates erstellen wir übrigens auch für unsere Kunden. Es gibt auch eine online Plattform wo nach den einzelnen Vorträgen die fertigen Mindmaps zur Verfügung stehen. Die Teilnehmer_innen können dann die gewünschten Protokoll-Maps herunterladen. So kann man sich nach dem Event seine ganz persönlichen Konferenzunterlagen zusammenstellen.

Mindjet auf dem 7. CIO SUMMIT – Was dürfen sich die Teilnehmer erwarten?

Johanna Diwell: Wir freuen uns, Teil des diesjährigen CIO Summits in Wien sein zu dürfen und dies mit einem so besonderen Auftritt: Das Mitmappen der Vorträge, bietet uns die Möglichkeit, einen so spannenden Einsatzbereich von MindManager live zu präsentieren. Die Zuhörer im Raum werden die Entstehung der Protokoll-Maps an Bildschirmen mitverfolgen und viele Funktionen der Software gleich einsehen können. Neben der anschließenden Bereitstellung der Maps, bieten wir den Besuchern des CIO Summits auch die Möglichkeit, in einem Gewinnspiel eine MindManager Lizenz zu gewinnen. Wir freuen uns über zahlreiche Besucher an unserem Stand, an dem wir auch noch über einen weiteren spannenden Bereich sprechen wollen: Innovationsmanagement. Mindjet hat im vergangenen Jahr mit Spigit fusioniert und bietet daher nun eines der weltweit führenden Innovationsmanagement-Systeme an – ein wirklich zukunftsweisendes Thema!

Mindjet ist Partner des 7. Confare CIO SUMMIT am 27. März in Wien – Ausgewählte Vorträge werden Live gemappt und die Maps den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Details und Anmeldung: www.ciosummit.at

 

Dienstag, 4. März 2014

Film wird default beim Darstellen von Unternehmensleistungen



 
Ivan Siljic greift auf eine langjährige Erfahrung als Kamera-Profi und Regisseur bei zahlreichen österreichischen Produktionen zurück. Im Unternehmen novumfilm berät er Unternehmen beim Einsatz von Businessfilmen und setzt diese dann auch gekonnt in Szene. Ivan hat zahlreiche Confare Events filmisch festgehalten. Im Gespräch gibt er Auskunft über die Möglichkeiten moderner Businessfilme, deren Einsatz im Social Media Umfeld und welche Trends wirklich wichtig sind.

M: Wo siehst Du die Einsatzmöglichkeiten von Business Filmen?

Ivan: Unternehmensfilme werden natürlich hauptsächlich fürs Internet gemacht, aber auch Messen und Präsentationen sind ein großes Einsatzgebiet. Die Möglichkeiten, Unternehmensfilme im Internet einzusetzen, sind zahlreich. Vom Aufwerten der Firmenseite durch ein Hochglanzvideo auf der Startseite bis zum Einsatz als Social Media Hub in Form eines regelmäßigen Videoblogs ist alles sinnvoll. Meiner Erfahrung nach ist es meistens sogar so, dass gerade Branchen, die generell sehr abgeneigt sind, Filme zur Unternehmenspräsentation zu verwenden, eigentlich am allermeisten von diesem Medium profitieren können. Film vermittelt Inhalte über Emotionen. Deshalb ist dieses Medium gerade so interessant für Firmen, deren Inhalte oft schwer mit Emotion an die Zielgruppe zu kommunizieren sind. Ein Unternehmensfilm kann das leisten.


M: Auf Bluray haben wir beste Auflösung und 3D – auf youtube wird ein körniges Handyvideo zum Hit – welche Anforderungen haben die Seher wirklich an Film im Internet?

Ivan: In den Social Media Anwendung von Film gibt es den Begriff „good enough“, der aussagen soll, das die Qualität eines Filmes gerade gut genug sein soll, um die eigenen Inhalte entsprechend zu kommunizieren. Qualität ist natürlich ein dehnbarer Begriff, und was bedeutet schon gut genug? Was gut genug für BMW ist, ist sicherlich unerschwinglich für jemand anderen. Grundsätzlich denke ich, dass das Internet mittlerweile bereits eine eigene Ästhetik hervor gebracht hat, die sich grundsätzlich von Fernsehen oder Kino unterscheidet. Es sind andere Kriterien entscheidend, die ein User bei einem Film im Internet sehen möchte, die Bildqualität selber ist wie in anderen Medien auch, nur eine einzelne Zutat.

Etwas konkreter gesprochen, kann man sagen, dass man mit Filmen im Internet sehr viel stärker die Möglichkeit hat, Persönlichkeit zu zeigen und die Leute hinter die Fassade blicken zu lassen. Dadurch lässt sich eine viel intimere Verbindung zu Kunden und Interessenten erreichen als z.B. mit der Schaltung von Fernsehspots (die natürlich ihre Berechtigung im Hinblick auf Branding haben). Diese Verbindung macht sich immer bezahlt und kann dann natürlich auch umgesetzt werden in konkrete Leads oder als Verkaufskanal.


M: Was sind Deiner Meinung nach die 3 goldenen Grundregeln für ein Imagevideo für Unternehmen?

Ivan: CI/CD, Produkt/Dienstleistung, Zielgruppe

Ein Film ist in der Regel eine der teureren Maßnahmen, die man als Unternehmen setzen kann. Für uns ist es enorm wichtig, schon von der Konzeption weg den Film an die Identität, das Design und die Ziele des Unternehmens anzupassen. Nur so ist gewährleistet, dass sich die Investition in einen Unternehmensfilm auch wirklich bezahlt macht. Gerade in Österreich machen wir dabei regelmäßig die Erfahrung, dass sich Firmen noch gar nicht wirklich mit ihrer Corporate Identity auseinandergesetzt haben oder mit Dingen wie USP, UAP, UEP. Da herrscht meiner Ansicht nach viel Aufholbedarf.


M: Welche Anforderungen haben Deine Kunden?

Ivan: Gerade Film ist ein ganz eigenes Universum. Obwohl es das Medium unserer Zeit ist und alle sehr viele Filme kennen und lieben, ist es doch schwierig für jemanden, der sich nicht professionell mit der Gestaltung von Filmen beschäftigt, dieses Medium für die Kommunikation der eigenen Inhalte zu nutzen. In erster Linie würde ich also sagen, ist die hauptsächliche Anforderung der Kunden an uns die Beratung. Viele suchen das Gespräch mit uns, weil sie schon ein konkretes Projekt oder eine konkrete Anwendung im Sinn haben, aber oft weiß man auch gar nicht, was man nicht weiß. Im Gespräch stellt sich dann meistens heraus, welche Ziele eigentlich erreicht werden sollen, welche Inhalte zu kommunizieren sind und wer angesprochen werden soll. Das man von einem echten Filmemacher noch den extra Touch erwartet, ist mir auch klar, und damit ist es mein persönlicher Ehrgeiz, unsere Kunden immer über das konkret vereinbarte Projekt hinaus auch noch zu begeistern. Ich denke, dass es das ist, weswegen man einen Filmemacher engagiert. Weil man selber ja nicht weiß, was man nicht weiß, und man erwartet sich Ideen und Vorschläge, wie man sich noch besser an das gemeinsame Ziel annähern kann. Ich erinnere nur an die Splitscreens oder Zeitrafferaufnahmen für die Confare Eventfilme, die für viel Begeisterung gesorgt haben, und auch für die weiteren Projekte haben wir uns ja gemeinsam einige Überraschungen einfallen lassen.



M: Was sind die wichtigsten Trends rund um Imagefilm und wo liegen die Zukunftsperspektiven?

Ivan: Viele kennen die Zahlen, wie z.b. das Youtube die zweitgrößte Suchmaschine der Welt ist oder der am stärksten wachsende Social Media Kanal, oder wieviel Millionen User pro Tag zu Youtube hinzukommen. Es fällt aber vielen schwer, die tatsächlichen Dimensionen dieser Statistiken nachzuvollziehen. Es sind nicht nur die jüngeren Generationen, die sich lieber ein Video ansehen, als einen Text zu lesen. Tutorials im Internet werden bereits überwiegend auf Video gemacht, und diese Tendenz setzt sich in allen Bereichen fort. Wir erleben das bei verschiedenen Projekten, welche Menge an Usern auf das richtige Angebot in Form eines Films warten und wieviel Zulauf man daraus generieren kann. Im angloamerikanischen Raum tritt die Firmenhomepage zunehmend hinter die Videoseite oder den Youtubekanal zurück und wir werden auch in Österreich im nächsten Jahrzehnt eine starke Veränderung der Webauftritte von Unternehmen erleben. Noch herrscht so eine Art Goldgräberstimmung, wo die ersten, die in ihrer Branche auf Film setzen, sich als die Thought-Leader etablieren können und sich eine immer stärker wachsende Community aufbauen. In einigen Jahren, wenn der Markt dann gesättigter ist, wird es praktisch ein default sein, die Firmeninhalte vollständig mit Film zu kommunizieren, weil sich große Gruppen der Bevölkerung nur mehr so informieren  werden wollen. Je früher man das erkennt und für sich nutzt, desto mehr wird man von dieser Bewegung profitieren.



Den filmerischen Background von Ivan Siljic finden Sie hier:


Novumfilm auf Facebook: https://www.facebook.com/novumfilm?fref=ts