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Montag, 16. November 2015

DESIGN THINKING Teil 2 – 5 entscheidende Schritte um Design Thinking erfolgreich im Unternehmen zu nutzen

Wie Design Thinking unsere Herangehensweise an Probleme verändert und uns hilft unser Gehirn ausgewogener zu nutzen.

Eric-Jan Kaak hat als CIO von Blizzard den CIO AWARD gewonnen und ist mittlerweile als Senior Agile Coach bei IcoSense damit befasst Unternehmen fit für die Digitale Transformation zu machen. Am 15. Juni findet der Workshop „Design Thinking für Führungskräfte“ statt.
Wie verändert Design Thinking unsere Herangehensweise an die täglichen Herausforderungen?
Schematisch betrachtet, ist die rechte Seite unseres Gehirns vor allem verantwortlich für die Kreativität. Hier befinden sich die wichtigsten Areale für Fantasie, Emotionen, Einbildung und Musik. Die linke Seite dagegen ist die logische Hälfte, konzentriert sich auf Fakten und Details. Kreativen Menschen wird nachgesagt, dass sie eine weiter entwickelte rechte Gehirnhälfte haben. Ob das nun so stimmt oder nicht, ist letztlich nachrangig, richtig aber ist, dass Design mehr ist als Kreativität. Denn es geht nicht um die Idee allein, sondern vor allem um den praktischen Nutzen und gute Resultate.
In seinem Buch "Change by Design" erklärt Tim Brown, CEO der US Firma IDEO, die Unterschiede zwischen traditionellen und kreativen Herangehensweisen bei der Lösung von Problemen. Der größte Unterschied besteht laut Brown darin, dass Design Thinker nicht nur analytisch, sondern auch kreativ denken, vieles sofort ausprobieren und immer wieder versuchen, die Perspektive des schlussendlichen "Kunden"/"Users" einzunehmen. Sie verwenden beide Gehirnhälften also vollkommen synergetisch. Wohingegen weniger kreative Menschen oder rationale Organisation ihren Problemen mit einem sehr linear-logischen Ansatz begegnen: Ich habe ein Problem – analysiere dieses Problem – überlege eine passende Lösung – und starte Aktionen. Danach wird kontrolliert, ob die Maßnahmen funktioniert haben.
Ein solcher analytischer Ansatz ist nicht per se falsch, er vertieft das bestehende Wissen, erlaubt kontinuierliche Verbesserungen an Produkten oder optimiert bestehende Prozesse. Dabei werden die Spielregeln grundsätzlich nicht geändert, alles bleibt im Prinzip beim Alten. Analytisches Denken und die daraus entstehenden Vorgehensweisen funktionieren also sehr gut – wenn es angewandt wird auf Bestehendes.
Doch hier genau liegt auch das Problem: Die Rahmenbedingungen werden als gegeben betrachtet. Aber alles was da ist, müsste möglicherweise gar nicht da sein. Es ist von Menschen erdacht und gemacht worden. Also warum könnte es nicht anders oder besser sein?
(Exkurs: klassische Entscheidungsfindung in Unternehmen - alle wissen, warum etwas nicht funktioniert https://www.youtube.com/watch?v=OORnMYoWX9c )
Was macht den Impact von Design Thinking in der Organisation aus?
Design Thinking hat also nicht nur mit Gestaltung im künstlerischen Sinn zu tun, es ist ausgerichtet auf das Machen, auf's Tun (Just Do It), auf's Experimentieren und das Herausfinden von Lösungen, die möglichst einfach funktionieren.
In der prä-industriellen Gesellschaft wurde Wissen über Erfahrung vermittelt – Menschen wurden zu Experten auf ihrem Gebiet, weil sie Dinge getan und daraus ihre Lehren gezogen haben. Dieser Mechanismus zeigt: Wenn es eine Freiheit des Handelns gibt, werden Menschen ihre Kreativität (meist) dazu einsetzen, um zu Experten zu werden. Kreativität ist damit eine Eigenschaft, die wir alle in uns tragen. Kinder lernen Spiele durch Übung und Wiederholung und lernen damit gleichzeitig, bestimmte Spielregeln zu beherrschen: Übung macht den Meister. Wenn die Regeln einmal verstanden sind, werden die meisten Kinder diese Regeln kreativ ändern, um Varianten des Spiels auszuprobieren. Spielen ist also wie eine Schule, in der man lernt, mit Komplexität umzugehen. Ein Meister seines Faches wird man, wenn man versteht, beherrscht und auf dieser Basis neue Varianten gestaltet kann, wodurch wiederum Neues entsteht. Wenn also Erfahrung und Routine mit intuitiven (kreativen) Sprüngen kombiniert wird – dann können durchaus magische Dinge entstehen.
Am Arbeitsplatz funktioniert dieser spielerische Grundsatz auch – allerdings mit spürbaren wirtschaftlichen Konsequenzen: Kunden akquirieren, neue Geschäftsmodelle entwickeln, Geld verdienen. Design Thinking bietet hier einen perfekten Ansatz, neue Wege zu beschreiten, um damit die optimale Funktionalität eines Produkts oder einer Dienstleistung zu erreichen. Unter anderem hat Alex Osterwalder mit seinen Büchern "Business Model Generation" und "Value Proposition Design" gezeigt, wie Kreativität eingesetzt werden kann, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
Im Grundsatz geht es darum, die Grenzen des Möglichen auszuloten, neue Optionen zu generieren um letztlich wertvolle Dienste für den Kunden anzubieten.


Traditionelles Denken
·        Makellose Planung
·        Fehler vermeiden
·        Gründliche Analyse
·        Präsentationen
·        Kundennähe
·        Periodisch
·        Denken
Design Thinking
·        Gründliche Prüfung & Fehler
·        Schnelle Fehler
·        Gründliche Testverfahren
·        Kleine Experimente
·        Starke Kundenbindung
·        Durchgehend
·        Machen

Was sind die notwendigen Schritte um mit Design Thinking zu starten?
Es gibt, wie bei fast allen Konzepten, auch beim Design Thinking verschiedene Ansätze und Herangehensweisen. Ich werde mich hier jedoch auf die fünf Basisschritte konzentrieren, die immer wieder in einem ähnlichen Muster durchlaufen werden. Charakteristisch sind die sich regelmäßig wiederholenden Wellenbewegungen, die jeden Prozess begleiten: auf eine sich entfernende Bewegung, bei der es darum geht, immer weiter und abstrakter zu denken (Divergenz) folgt eine sich schließende Bewegung (Konvergenz), um die besten Ideen zu selektieren und nicht-machbare Optionen auszuschließen.

Da Design Thinking eigentlich ein kreativer Prozess ist, scheint es zumindest ungewöhnlich, feste Regeln oder Phasen zu definieren. Daher sind diese Phasen auch nicht absolut zu verstehen, sondern überlappen einander immer wieder. Dies ist ausdrücklich erlaubt und gewollt. Die einzelnen Schritte sind auch keine Einbahnstraßen (Stage Gates).
Die fünf Phasen:

1. Einfühlen/Verstehen : Die erste Phase beschreibt die Grundlage eines auf den Menschen und seine Bedürfnisse ausgerichteten Designprozesses, der notwendig ist, um sich einem bestimmten Thema/Problem anzunähern.
In dieser Phase, die von Designern "Fuzzy Front End" genannt wird, geht es darum, gezielt herauszufinden, womit man sich im Folgenden beschäftigen wird. Hier werden die klassischen Fragen gestellt: Worum geht es eigentlich? Was ist das Problem? Für wen? Warum? Wo? Wen betrifft es? Wer ist der User und was beschäftigt ihn? Wie viel Zeit haben wir? Was sind die zu erwartenden maximalen Kosten?

Die alles entscheidende Leitfrage schließlich lautet: "Wie können wir ...?" Ihr liegt die Überzeugung zugrunde ist, dass es für alles eine Lösung gibt – vorausgesetzt man stellt die richtige Fragen. Die besondere Stärke des Ansatzes liegt dabei darin, so viele Fragen wie möglich zu stellen, ohne jedoch zu urteilen. Unbedeutende Details und spontane Einfälle können so zur Grundlage für spätere Lösungen werden.
2. Definieren: Empathische, auf den Menschen und seine Befindlichkeiten ausgerichtete Erkenntnisse werden entpackt (divergiert) und wiederum zu neuen Einsichten über wesentliche Bedürfnisse und ihre mögliche Befriedigung verschmolzen (konvergiert).

In dieser Phase wird nach der zusammenhängenden Geschichte gesucht. Dazu werden die  vorliegenden Informationen auf eventuell vorliegende Muster hin überprüft, ihre Bedeutung bewertet. Hier werden auch erste falsche Einschätzungen und Ideen wieder verworfen.
3. Ideenfindung: In dieser Phase wird die Herangehensweise zum Designprozess definiert, wobei der Fokus auf der Generierung von Ideen liegt.

Die typischen Fragestellungen in dieser Phase lauten: Welche Ideen liegen auf dem Tisch? Und welche haben das Potential, näher betrachtet zu werden? Ziel ist es, den Lösungsraum zu erkunden und eine große Anzahl von Ideen zu sammeln, um eine maximal breite Auswahl an möglichen Alternativen zu erhalten. Ideen werden gemischt und aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet: Etwa, was wäre, wenn die "Goldene Idee" mit der Hälfte des Budgets umgesetzt werden könnte? Hier findet auch eine Selektion von Ideen statt, auf deren Grundlage dann Prototypen entwickelt werden können.
4. Prototyping: Bei diesem Schritt werden Ideen und Beobachtungen aus dem Kopf in die physische Welt übertragen.

In traditionellen Pilotprojekten wird meist nur ein Prototyp entwickelt – im Design Thinking steht hingegen das Prototyping rund um verschiedene Ideen auf der Agenda. Ein Prototyp kann dabei ganz unterschiedliche Formen annehmen: Post-it-Zettel, Rollenspiele, Räume, Objekte, Storyboards, etc. Eine wichtige Regel lautet: Prototypen sollen so allgemein wie möglich gehalten werden, damit man sie in viele verschiedene Richtungen weiterentwickeln kann. Zudem sind diejenigen Prototypen erfolgreicher, die ausprobiert und benutzt werden können. Denn alles, was im Umgang mit ihnen erfahren und gelernt werden kann, schafft ein besseres Einfühlungsvermögen und führt zu potenziell erfolgreicheren Lösungen.
5. Testen/Implementieren: Hier liegt die Chance zur Verfeinerung und Verbesserung gefundener Lösungen.

Dazu werden Szenarien mit den Prototypen durchgespielt: Was würde passieren, wenn wir richtig lägen, was, wenn wir falsch liegen? Idealerweise werden unterschiedliche Szenarien mehrfach durchgespielt – denn nichts ist schlimmer als die Verliebtheit in die eigene oder erste Lösung.
Wohin führt dieser Weg?

Zu diesem fünf-Phasen-Ansatz gehört es auch, aus allen Phasen Lehren zu ziehen, damit tatsächlich Besseres entstehen kann. Darüber hinaus sollten Design-Thinking-Teams idealerweise aus Personen unterschiedlicher Fachbereiche bestehen – also aus Kollegen, die eher selten miteinander arbeiten. Damit werden mehrere Iterations-Runden, insbesondere auch im Hinblick auf das Teamgefüge, wichtig. Denn sie schaffen meist erst die notwendige Offenheit und Vertrauen, um die Interaktion zu stärken und den besten Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Diese Iterationen sind vor allem für Charaktere wichtig, die etwas mehr Zeit brauchen, um mit der Methode und/oder dem Team warm zu werden. Sie fühlen sich dann sicherer und schöpfen leichter aus ihrem Kreativpotential. Dabei tritt nicht selten etwas Spannendes zu Tage, was möglicherweise bei nur einer Iteration verloren gegangen wäre.
Design Thinking lebt also von Menschen und deren Interaktion. Es lebt vom Zeigen und Ausprobieren –  und nicht vom Erzählen. Es lebt davon, dass Ideen lebendig werden.

Dafür muss experimentiert werden dürfen. Erst mit Hilfe von Experimenten werden Ideen Realität und lernen die Teilnehmer aus den Reaktionen auf den jeweiligen Prototyp.
Wie aber führt man Design Thinking jetzt nun erfolgreich ein?




Es funktioniert jedenfalls nicht, ein solches kreatives Konzept mittels Seminaren oder Zertifizierungen einer Organisation einfach nur überzustülpen und dann wird alles gut. Design Thinking ist eine Denkweise, eine Philosophie, die am besten im ganzen Unternehmen gelebt und akzeptiert werden muss – man kann das nicht verordnen. Sie wird durch Erfahrung getragen, durch Mitarbeiter mit viel Praxiswissen, durch Experimentieren und immer wieder neu anfangen. Im Design Thinking manifestiert sich die inhärente Bedeutung des Begriffes "Lernen". Der Erfolg des Ansatzes  innerhalb einer Organisation hängt in erster Linie davon ab, in welchem Umfang sie es zulässt, dieses neue Denken in ihre Strukturen hineinwachsen zu lassen, sie dort zu entwickeln, aber vor allem auch von der Bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Thema im wahrsten Sinne des Wortes zu "umarmen". Daher ist es ratsam, zunächst eine kleine interdisziplinäre Gruppe mit Design Thinking Ansätzen experimentieren zu lassen und deren Erfahrungen dann mit der Gesamtorganisation zu teilen. So kann das Thema evolutionär im gesamten Unternehmen Fuß fassen.
Der eigentliche Wert von Design Thinking besteht damit in der Fähigkeit, alles permanent infrage zu stellen. Nicht durch ein Individuum getrieben, sondern durch eine Gruppe getragen. Eine Vision, eine Idee, ein Szenario werden durch die Interaktion der beteiligten Personen auf Machbarkeit hin geprüft. Kommunikation, Ideenaustausch und die Betrachtung unterschiedlicher Perspektiven erzeugen den Mehrwert.

Design Thinking unterscheidet sich von anderen Innovationsansätzen durch die Betonung auf den Menschen und seine Bedürfnisse.  Welche Bedürfnisse haben wir? Nicht, was wollen wir den Menschen verkaufen? Dem Design Thinking liegt damit ganz klar ein anthropologischer Ansatz  zugrunde – Design Thinking konzentriert sich auf den Menschen und versucht, dessen Bedürfnisse zu ergründen. Dadurch besitzt der Ansatz das Potential, Produkte oder Dienstleistungen einen Sinn zu geben. Und Sinn ist etwas, das Menschen motiviert, gute Arbeit zu leisten.

15. Juni 2016 - Workshop „Design Thinking für Führungskräfte“
23. September - Workshop "Design Thinking für Führungskräfte Schweiz"

Freitag, 6. November 2015

Im Mittelpunkt: Der Mensch - Das Paradoxe an der Digitalisierung: Mehr Technologie führt dazu, dass der menschliche Faktor in den Vordergrund rückt.

Was war zuerst da? Technologie oder Wandel? Der umfassende Umbau fast aller lebenserhaltenden Systeme unserer Gesellschaft, angefangen beim Finanzsystem, dem Gesundheitswesen, der Bildung bis hin zur scheiternden Parteipolitik, ist auf der einen Seite von Technologie getrieben, zum anderen haben sich aber auch die Lebensumstände der Menschen dramatisch verändert. Die beiden Entwicklungen beschleunigen sich gegenseitig. Es entsteht eine exponentielle Veränderungskurve, die alle Unternehmen erfasst, alle Ab-Teilungen und natürlich auch die interne IT.

Waren High Performance, Verfügbarkeit und Security in den letzten Jahren Königsdisziplinen für IT-Manager, so können das inzwischen die Cloud-Anbieter  besser, flexibler und konkurrenzlos günstig. Die Fragen, die sich Führungskräfte stellen müssen, sind andere: Kann ich mein eigenes Business selbst disruptiv kannibalisieren, (oder muss ich das -neuen- Mitbewerbern überlassen)? Welche Nutzen bringen die IT-Systeme dem Endkunden? Wie schnell kann mein Unternehmen mit Innovationen auf dem Markt punkten? Es geht dabei um nicht weniger als das wirtschaftliche Überleben ganzer Geschäftsmodelle.
Wer sich nun als CIO damit begnügt, Technologien als Antworten zu liefern, wird scheitern. Denn weder IoT, M2M, Enterprise Chat noch Industrie 4.0 machen ein Unternehmen erfolgreich, sondern das, was Menschen daraus machen. Wir alle gestalten den Wandel mit. Die alten Wege führen hier nicht weiter. Ein zukunftsorientierter IT-Chef muss sich dem menschlichen Aspekt der Veränderung widmen:
  • Management und Geschäftsführung brauchen einen kompetenten Partner, der hilft die Möglichkeiten der Technologie für das Geschäft zu nutzen. Der Show-Stopper ist schnell aus dem Spiel.
  • Der User ist nicht mehr der vielgeschmähte DAU (dümmster anzunehmender User), sondern Profi im Umgang mit Smartphones, Apps und Cloud-Services. Dieses Potenzial gilt es zu nutzen.
  • Wer IT-Mitarbeiter als Befehlsempfänger behandelt, sich an althergebrachte Hierarchien klammert, wird die Innovationskraft seines Teams nicht nutzen können und muss die Herausforderungen alleine bewältigen.
  • Der Endkunde rückt in den Fokus – IT-Systeme wirken nicht mehr nur intern, sondern bilden eine direkte Schnittstelle zu jenen Menschen, die letzten Endes die Rechnungen und Gehälter bezahlen.
Innovative Technologie alleine wird kein Unternehmen davor retten, in Zeiten des Wandels obsolet zu werden. Eine Unternehmenskultur, die Fehler erlaubt, innovative Ideen zulässt und Veränderungen gegenüber offen ist, ist der Schlüssel zum Erfolg. Doch Unternehmenskultur lässt sich nicht einfach oder rasch ändern. Wer als CIO zwar den Weg Richtung Innovation und Change gehen möchte, aber an den Strukturen seiner Firma scheitert, die Dynamik und Veränderungswillen ausschließen, sollte sich möglicherweise schon jetzt lieber einen neuen Arbeitgeber suchen. So mancher scheinbar unsinkbarer Tanker ist gerade dabei den Abgang zu machen.

Erfahrungsaustausch und Weiterbildung sind wichtige Faktoren um den Wandel zu bewältigen. Das 9. Confare CIO SUMMIT mit dem Motto: „Im Mittelpunkt: Der Mensch“ bietet dazu „den österreichischen IT Treffpunkt von internationalem Format“. Hier wird der CIO AWARD verliehen in Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität St. Gallen und EY im Rahmen des 9. CIO & IT-Manager Summits am 6. und 7. April 2016 verliehen. Anmeldung und Details auf www.ciosummit.at

Mittwoch, 13. Mai 2015

Von der Vorbereitung bis zum Umgang mit Pannen: 10 Tipps vom Experten, wie Ihr Vortrag auf einer Confare Konferenz ein Hit wird ...

Gemeinsam. Besser. Machen. ist das Motto von Confare - Gemeinsam mit Market & Speaking liefern wir Ihnen die 10 wichtigsten Tipps, wie Sie mit Ihrem Vortrag bei einer Confare-Konferenz erfolgreich sind. Viel Spaß beim Ausprobieren und Üben:


1)            Die Vorbereitung
Das A & O jeden Vortrages liegt in einer präzisen Vorbereitung. Selbst grandiose Sprecher – und gerade die – bereiten sich minutiös auf ihren Auftritt vor. Warum ist das so wichtig? Eine gute Vorbereitung bietet dem Sprecher selbst ein gutes Gefühl der Sicherheit was wiederum seine Ausstrahlung und somit seine Wirkung auf das Publikum erhöht. Nur wer gut vorbereitet ist, kommt auch gut an.

2)            Authentizität

Gute Vorträge und Präsentationen, die die Hörer begeistern, zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie authentisch sind und die Erwartungen der Hörer treffen. Alles in allem müssen Sie immer bleiben, wer und was Sie sind. Das Publikum spürt, wenn Sie versuchen sich zu verstellen. Sie müssen sich in Ihrer Haut wohlfühlen und als Sie selbst punkten Sie auch bei Ihren Zuhörern.


3)            Die Stimme

Die Stimme ist ein Schlüsselreiz in der Kommunikation. Sie signalisiert Ihrem Gegenüber, ob Sie meinen, was Sie sagen. Stimme und Sprechweise sind für Ihren Partner Gradmesser Ihrer Authentizität. Wie Sie von Ihrer Umgebung als Persönlichkeit beurteilt werden, hängt zu über einem Drittel (38%)  vom Klang Ihrer Stimme ab und nur zu 7% vom Wortinhalt! Ihre Argumente wirken bei dem richtigen Stimmeinsatz wesentlich überzeugender und nachhaltiger.

4)            Aufmerksamkeit
Immer wieder Top-Bewertungen für seine Vorträge
auf Confare Konferenzen: Zukunftsforscher Erik Händeler

Bei öffentlichen Auftritten ist ein wesentlicher Punkt, die Atmosphäre im Plenum zu beachten. Bauen Sie Kontakt zu Ihrem Publikum auf, schauen Sie sich Ihr Publikum an, suchen Sie sich eine Person, für die Sie Ihren Vortrag gestalten. Ein lächelndes Gesicht, ein zustimmendes Nicken und schon fühlen Sie sich wohl und das Publikum von Ihnen abgeholt. Wichtig ist dann in weiterer Folge, dass Sie diese gewonnene Aufmerksamkeit nicht wieder verlieren. Versinken Sie nicht in Ihren Ausführungen, sondern spüren Sie nach wie es dem Publikum damit geht.

5)            Inhalte

Wichtig ist es Kernbotschaften zu setzen, die leicht verständlich, einzigartig und schnell zu merken sind. Zu Beginn sollten Sie ein präzises Ziel bei der Präsentation definieren – was erwartet das Publikum. Und dann ist es wichtig den Spannungsbogen zu halten – ein gutes Stilmittel dazu ist es, eine Geschichte zu erzählen. Eine Präsentation dient dazu, die Zuhörer von einer Idee, einem Projekt, einem Produkt etc. zu überzeugen. Daher eine Präsentation so gestalten, dass die Zuhörer in eine interessante Geschichte mit einbezogen werden.
6)            Stilmittel

Sie müssen Ihr Publikum bei einer Präsentation auch emotional erreichen, indem Sie Bilder in den Köpfen verankern und eine Verbindung herstellen. Überraschen Sie Ihre Zuhörer - Menschen mögen es, zu lachen und überrascht zu werden. Um die volle Aufmerksamkeit zu erzielen, angemessene (lustige) Anekdoten und aussagekräftige Zitate mit einbauen. Es sollen beim Erzählen Bilder im Kopf des Gegenübers erzeugt werden, die nachhaltig mit Ihnen, Ihrer Präsentation und Ihrem Unternehmen/Ihrer Dienstleitung verbunden sind.

7)            Präsentationsmaterial

Weniger ist mehr - Zahlen/Daten/Fakten werden bei Präsentationen in Hülle und Fülle präsentiert – diese bleiben jedoch in der Flüchtigkeit des Augenblicks nicht beim Publikum hängen. Daher Bilder verwenden und Emotionen schaffen, diese verankern sich wesentlich besser im Unterbewusstsein. Folien oder anderes Anschauungsmaterial sollen unterstützend wirken und nicht als Störer agieren. Wenn Sie wichtige Zahlen haben, die Ihr Publikum unbedingt wissen muss, verweisen Sie auf ein persönliches Gespräch oder darauf, dass diese in den Handouts nachzulesen sind.

8)            Umgang mit Nervosität

Ziehen Sie sich unmittelbar vor Ihrem Auftritt zurück, sprechen Sie mit niemanden mehr, das ist ein Störfaktor für Ihre Konzentration. Zum Rückzug eignen sich hervorragend Toiletten  oder Sie machen einen kurzen Spaziergang vor der Tür oder um den Block. Aber auf jeden Fall ziehen Sie sich selbst unmittelbar aus dem Geschehen, stellen Sie sich abseits der Bühne und sammeln Sie Ihre Konzentration. Sind Sie in der Reihenfolge später dran, lenken Sie sich ab. Rekapitulieren Sie nicht zum 50. Mal den Inhalt Ihrer Rede – Wissenslücken können jetzt sowieso nicht mehr geschlossen werden.

9)            Der Abschluss

Der Redeschluss soll einen Aha-Effekt mit sich bringen. Fassen Sie zusammen und fordern Sie zur entsprechenden Aktion auf. Geben Sie Ihrem Publikum einen Merksatz an die Hand Es gilt: Fordern, statt danken! Hier schließt sich der Kreis zu dem Ziel, das Sie sich mit der Präsentation gesetzt haben. Nutzen Sie die Gelegenheit zu einem starken Call-to-Action, um nach Ihrem Vortrag den Zuhörern einen Anknüpfungspunkt zu geben, mit Ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen.
10) Pannenhilfe

Selbst wenn Sie bestens vorbereitet sind, selbstsicher auftreten und mit Freude an Ihre Präsentation gehen, kann es zur einen oder anderen Panne kommen – keine Panik hier ein paar Schnelltipps zur Pannenhilfe.
             Verhalten Sie sich selbstsicher, zuweilen auch ironisch zu sich selbst.
             Zeigen Sie Humor auch in weniger lustigen Situationen. Lächeln Sie. 
             Versuchen Sie, auch bei Pannen sympathisch zu erscheinen.
             Machen Sie sich keine abwertenden Äußerungen über andere (die Techniker, den Veranstalter ...).

 
 


Ursula Koller ist seit vielen Jahren im Technologiemarketing erfolgreich. Mit ihrem Unternehmen Market & Speaking unterstützt und trainiert sie erfolgreiche Vortragende.




Donnerstag, 18. September 2014

Wie real ist der Wandel und welche Tipps gibt ein Zukunftsforscher seinen Kindern? Bestseller Autor Erik Händeler im Confare Gespräch


Erik Händeler, Bestseller Autor der „Geschichte der Zukunft“, Kondratjew Experte und Zukunftsforscher war schon oft als Speaker bei Confare zu Gast. Im Gespräch sagt er, was das Krisenhafte an unserer Zeit ausmacht, wie lange es andauern wird und was er seinen eigenen Kindern rät.
Finanzsystem, Wirtschaft, Gesundheits- und Bildungs-Systeme, Soziale Strukturen, Kultur – in vielen Aspekten unseres Lebensbereiches herrscht geradezu permanente Krisenstimmung und Veränderungsdruck – Leben wir in einer einschneidenden Transformationsphase und bilden wir uns das nur ein?

Die alten Erfolgsmuster funktionieren nicht mehr, die neuen noch nicht. Bisher haben wir mehr Wohlstand durch effizientere Maschinen und Energienutzung erzeugt. Dabei wird nun der größte Teil der Arbeit Gedankenarbeit - Planen, organisieren, eine Lösung finden, verstehen, was der Kunde meint. Diese Art der Arbeit mit unstrukturietem, unscharfem WIssen ist etwas Neues. Um da produktiv zu sein, brauchen wir andere Abläufe, Organisationsmuster und Hierarchien.
Bildunterschrift hinzufügen
Je mehr Arbeit von immaterieller Gedankenarbeit abhängt, umso mehr sind wir auf das Teilwissen anderer angewiesen. Das erzwingt Zusammenarbeit in derselben Augenhöhe, Transparenz, Versöhnungsbereitschaft, Authentizität statt Statusorientierung, Kooperationsfähigkeit, langfristige Orientierung. Wird die Welt vielleicht doch immer besser?

Was sind Deiner Ansicht nach für Unternehmen die Schlüsselfaktoren für Zukunftssicherheit?
Kapital lässt sich überall in der Welt ausleihen, jeder kann jede Maschine kaufen, jeder das Wissen vom Internet herunterziehen. Alle Produktionsfaktoren sind austauschbar geworden, bis auf einen Unterschied: Der Umgang mit Wissen. Und das ist immer auch Umgang mit Leuten, die man unterschiedlich gut kennt, unterschiedlich gerne mag, und mit denen man unterschiedlich viele berechtigte Interessensgegensätze hat. Die Art, wie Leute miteinander umgehen, transparent entscheiden, fair und konstruktiv entscheiden - das entscheidet nun den Wohlstand. 

Wie lange kann die Transformationszeit tatsächlich dauern?
Das hängt davon ab, wie lange die Menschen brauchen, die nächsten Erfolgsmuster umzusetzen. Wenn Transport knapp wird, muss die Eisenbahn gebaut werden, damit die Wirtschaft wieder florieren kann. Die Menschen wollen sich aber nicht ändern, weil es auch immer Leute gibt, die durch das Neue Macht verlieren, und weil niemand will, dass sein teuer erworbenes Wissen weniger wert sein soll. Je länger die Menschen sich aber gegen die Eisenbahn wehren, umso länger dauert die Stagnation mit Arbeitslosigkeit und Verteilungskämpfen. Wenn es jetzt um ein gesundes Arbeitsklima, einen Markt für Prävention und um ein kooperatives Arbeitsverhalten geht, werden sich manche Regionen der Welt schneller anpassen, weil die neuen Strukturen zu deren geistesgeschichtlichen Wurzeln passen, und andere langsamer. Die Unruhe im Moment in der Welt ist eine Folge dieses Strukturwandels.
Erik Händeler im Vortrag bei Confare - Video hier.
Erik Händeler beim Confare CIO SUMMIT

Welche Erwartungen darf die sogenannte Generation Y an die Zukunft haben?
Einerseits sind sie wenige und daher sehr gefragt. Ihre Einstellungen begünstigen den Wandel zu flachen Hierarchien, allerdings darf auch nicht der Respekt fehlen. Und wer von Mama immer herumgefahren wurde und mit Mikrowelle und Tiefkühlpizza aufwuchs, der könnte sich noch wundern, wenn jetzt in einer Wirtschaftskrise harte Zeiten kommen.

Welche Tipps gibt ein Zukunftsforscher seinen eigenen Kindern für die Zukunft?
Sich einerseits möglichst breit bilden, weil wir in Zukunft unser Spezialistenwissen in unterschiedlichen Firmen und Zusammenhängen einfügen müssen. Und sich in einem Bereich zu spezialisieren, um etwas zu können, was nur wenige können.

Eigene Phantasie entwickeln beim Lesen und selber Schreiben, Fernsehen und Computer ist bei uns begrenzt. Sich ausreichend bewegen, um Sauerstoff ins Gehirn zu bekommen und einen Körper, der auch noch im Alter möglichst gesund ist. Sich mit Hurra auf Probleme einstellen, statt zu versuchen, sich weg zu ducken. Und ja, glücklich sein.


Montag, 2. Dezember 2013

"Kosten - Nutzen" ist das neue "Gut-Böse" - Autor Philipp Ikrath über die Generation EGO


Als Keynote-Speaker auf dem 7. Confare CIO SUMMIT gibt Philipp Ikrath vom Institut für Jugendkulturforschung und Autor des Buches „Generation EGO“ einen Überblick über den aktuellen Stand der Jugendkulturforschung, welche Werte die „heutige Jugend“ prägen und was Sie als Arbeitgeber von jungen Menschen erwarten dürfen.

Im Gespräch beschreibt er die Kommerzialisierung von Beziehungen und  warum Sie nicht allzu viel Loyalität zu erwarten haben.



Was sind die Gemeinsamkeiten der sogenannten Generation Y?


PK: Eine ganze Generation über einen Kamm zu scheren ist immer problematisch. Wenn man dennoch nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner sucht, so kann man sie als eine sehr pragmatisch, hochgradig nutzenorientiert denkende Generation beschreiben. Moralische Kategorien wie "Gut" und "Böse" sind ihnen weitestgehend fremd, das für sie relevante Gegensatzpaar ist "Kosten" und "Nutzen". Das haben sie natürlich nicht selbst zu verantworten. Es ist der gesellschaftliche Mainstream, der sie so geprägt hat. Ganz allgemein wird ja nur mehr selten danach gefragt, was richtig oder falsch ist, es geht immer nur darum, was etwas kostet. Überall reagiert ein ökonomischer Imperativ. Das kann man in der politischen Bildungsdebatte genauso erkennen wie im Liebesleben, wo sich die Partnersuche inzwischen vor allem auf Partner"märkten" und "-börsen" abspielt und es in Beziehungen vor allem um die Frage geht: Was gebe ich und was bekomme ich dafür zurück?

Welche Medien und Informationskanäle nutzen Jugendliche?

PK: Junge Menschen nutzen eine enorme Vielfalt von Informationskanälen. Natürlich ist das Internet inzwischen das Leitmedium geworden, aber auch traditionelle Medien werden nach wie vor genutzt. Das Fernsehen ist immer noch hoch relevant, mit Abstrichen auch das Radio. Lediglich Printmedien spielen fast keine Rolle mehr. Nachrichten werden inzwischen fast ausschließlich über das Internet konsumiert.

Welche Erwartungen haben junge Menschen an ihre Arbeitgeber?

PK: Sehr große und sehr viele. Sie wollen Sicherheit und ein gutes Gehalt, genauso wollen sie sich im Beruf aber auch selbst verwirklichen. Zudem stehen sie unter dem permanenten Zwang, sich ständig weiterentwickeln und selbst optimieren zu müssen. Deswegen bleibt man selten allzu lange bei einem Arbeitgeber. Der Verheißung, der Traumjob könnte gleich um die Ecke zu finden sein, können sie schwer widerstehen. Ihre Frustrationstoleranz ist nicht besonders hoch, auch inzwischen altmodisch gewordene Tugenden wie Loyalität spielen keine Rolle mehr. Das ist auch nachvollziehbar - warum sollten sich die Jungen, die im Fall des Falles als erste entlassen werden, auch loyal verhalten?

Welche Erwartungen darf umgekehrt der Arbeitgeber an seine jungen Mitarbeiter haben?

PK: Er wird gut ausgebildete und (zumindest zu Beginn auch) hoch motivierte Leute haben, die dazu bereit sind, sich reinzuhängen - vorausgesetzt, sie bekommen Aufgaben, die mit ihren Erwartungen und vor allem mit ihrem Selbstbild übereinstimmen. Und sie können für sich eine Perspektive sehen. Sie werden sich viel zutrauen, mitunter vielleicht zu viel. Sie werden ein großes Selbstbewusstsein mitbringen, sich dabei aber möglicherweise überschätzen.

Welche Tipps geben Sie Führungskräften im Umgang mit der Generation Y?

PK: Geben Sie ihnen die Anerkennung, die sie meinen zu verdienen - loben Sie sie und geben Sie ihnen den Eindruck, auch als Mensch wertgeschätzt zu werden. Der individualisierte Mensch trennt Privat- nicht von Erwerbsperson und nimmt Kritik persönlich. Trauen Sie ihnen etwas zu. Geben Sie ihnen Verantwortung, aber achten Sie darauf, dass Sie sie nicht überfordern - oft sind sie zu ehrgeizig, um nach Hilfe zu fragen. Und vor allem: Versuchen Sie, sich in sie hineinzuversetzen und zu differenzieren. Da von jungen Menschen erwartet wird, sich wie "Intrapreneure" zu verhalten, funktionieren die traditionellen Wege der Arbeitsorganisation nicht mehr.

 
Persönlich erleben Sie Philipp Ikrath auf dem 7. Confare CIO & IT-Manager Summit - Details zum überaus umfangreichen Konferenzprogramm finden Sie auf www.ciosummit.at

 

Mittwoch, 6. August 2008

Die Regeln des Networking

Während früher das Aufbauen und Nutzen von persönlichen Netzwerken etwas geradezu Verruchtes war und mit Ausdrücken wie Freunderlwirtschaft, Packelei oder Seilschaft in enger Verwandtschaft gesehen wurde, versteht man heute das Networking als wichtigen Karrierefaktor und als persönlichen Wettbewerbsvorteil.
Dabei ist das Networking nicht mehr dem Top-Management vorbehalten. Jeder muss Netzwerken, auch der IT-Manager oder ein Projektleiter, denn seit man den menschlichen Faktor und das Change-Management in das Projektcontrolling einbezieht, weiß man, dass ein gutes Einvernehmen mit Meinungsbildnern im Unternehmen und starke Fürsprecher in den Fachabteilungen den Erfolg eines Projektes - und damit dessen Gesamtkosten – enorm beeinflussen.

Berater, Netzwerkanalysten, Trainer und Coaches versuchen ihren Klienten das Handwerkszeug und die Grundregeln für erfolgreiches Netzwerken beizubringen. Wie immer im Leben, sind diese – relativ leicht verständlichen - Regeln, um es mit Wittgenstein zu sagen, Leitern, die man nach dem Erklimmen wegwerfen sollte. Eine Analogie aus meiner eigenen Erfahrung als Konferenzveranstalter: es gibt zahlreiche Regeln, wie ein guter Redner eine Rede aufbaut und darbringt – interessanterweise sind jedoch oft jene Vortragenden die Besten, die reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, denn sie sind keine Abziehbilder, vermitteln Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Wenn ich Ihnen also nun etwas über die Grundregeln des Netzwerkens erzähle, muss ich dazu sagen, dass ich diese selbst nicht immer beherzige, und mich eher auf meine Erfahrung und Einschätzung verlasse. Denn Netzwerken ist eine zeitaufwändige Sache und da bekanntlich Zeit Geld ist, reden wir vom Netzwerken als Investition, deren ROI sehr schwer absehbar und fast nicht in Zahlen messbar ist. Es ist daher hilfreich, wenn man generell Interesse an Menschen aufbringt und das Networking nicht als reines Geschäft, sondern auch als persönlichen Gewinn sieht, Menschen und deren Motive besser kennen zu lernen.
Um nochmals die großen Philosophen heranzuziehen – Kant meint, wir sollten andere Menschen nie nur als Mittel zum Zweck sehen (kategorischer Imperativ). Wer nur mit Menschen das Gespräch sucht, die ihn vielleicht weiterbringen, wer dabei immer nur an den eigenen Nutzen denkt, wird als Bittsteller immer abblitzen.

Denn die erste Grundregel des Netzwerkens ist: Nur wer bereit ist, als erster zu geben, wird auch etwas zurückbekommen. Sollten Sie sich also nicht für Andere interessieren, wird es Ihnen schwerfallen zu verstehen, was Sie Ihrem Gegenüber Gutes tun können. Sie sollten vielleicht ihre Zeit lieber anderweitig (zum Beispiel ins Studieren von Aktienkursen) investieren.
Denke an den Nutzen des Anderen zuerst – lautet die zweite Regel. Denn jemand, der spürt, dass Sie ein wirkliches Interesse haben, ihn mit Ihren Mitteln zu unterstützen, wird eine höhere Motivation spüren, auch in Ihrem Sinne zu agieren.

Höfflich sein, sich erkenntlich zeigen, Danke zu sagen, wenn man Unterstützung erhalten hat, das ist die dritte Regel für erfolgreiches Netzwerken. Höflichkeit und Umgangsformen sind nämlich, wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung auch beim Networking wichtig um ein angenehmes Klima aufrecht zu erhalten. Da die Unterstützung dem anderen oft keinen monetären oder sonstigen Vorteil verschafft, muss das anerkannt werden. Wer sich aufdrängt, den eigenen Stellenwert überschätzt und die Unterstützung seiner Kontakte als selbstverständlich ansieht, der wird nicht oft Gefälligkeiten erhalten. Dann zeigt das Networking seine negativen Seiten – denn wer zu viele seiner Netzwerkpartner verärgert, steht schnell als Außenseiter da.

Sei interessiert, stell Fragen und höre gut zu – das gehört nicht nur zur Basis einer guten Freundschaft oder auch einer Ehe, sondern macht auch aus Geschäftspartnern loyale Netzwerkanknüpfungspunkte. Sie sollten Ihre wichtigsten Ansprechpartner immer im Hinterkopf behalten, damit Sie diesen, wenn sich Gelegenheiten ergeben, etwas Gutes tun können. Es ist oft sehr einfach, einen potenziellen Bewerber weiterzuleiten, einen günstigen Lieferanten zu empfehlen oder eine Geschäftsmöglichkeit aufzuzeigen. Solche „Quick-Wins“ zeigen Ihren Wert, rufen Sie ins Gedächtnis und werden Ihnen langfristig auch zurückgezahlt werden.

Dazu gehört auch, dass Vernetzen von Kontakten. Wer seine Kontakte als sein Asset betrachtet, das er nicht mit anderen teilen will, der kann gute Beziehungen aufbauen, es entsteht aber kein stabiles Netzwerk, das trotz Ausfällen oder loser Enden seine Tragfähigkeit bewahrt – dazu müssen sich nämlich Knoten bilden. Im Optimalfall haben Sie damit gleich zweien Ihrer Ansprechpartner einen Gefallen erwiesen, der wieder auf Sie zurückfällt.

Es lohnt sich durchaus, sich beim Netzwerken der sogenannten Social Networks zu bedienen. Xing, LinkedIn, Naymz und wie sie alle heißen, machen es nicht nur einfach, die Kontaktdaten zu verwalten in Zeiten, in denen sich in manchen Branchen Jobtitle und Firma schnell verändern. Wer wirklich bereit ist, diese Communities zu nutzen, gibt relativ viel von sich Preis, Interessen, berufliche Schwerpunkte, und ermöglicht es so seinen Kontakten leicht Anknüpfungspunkte ausfindig zu machen und Kontakt aufzunehmen. Meistens sieht man auch, über welche Netzwerkknoten man Verbindungen hat, und mit wem der Betreffende noch Kontakt hat. Social Networks sind meines Erachtens nach ein wichtiges Tool um Netzwerken zusätzliche Stabilität zu geben. Sie stehen auch in keiner Konkurrenz zu Offline Community-Veranstaltungen, sondern ergänzen diese hervorragend.

Wer sich vom Umgang mit Menschen ausschließlich mehr Umsatz, Karriereförderung oder Prestige erwartet, wird schnell als unglaubwürdig, im schlimmsten Fall als Lügner gesehen. Daher die letzte Regel beim Aufbau von Netzwerken – Ehrlich sein. Netzwerke sind unübersichtlich, jeder kann mit jedem reden. Zum Ehrlich sein gehört auch, einmal Nein sagen zu können. Nicht immer sind Kontakte gleich für einander nützlich. Leere Versprechungen verhindern, gemeinsam zukünftige Chancen wahrzunehmen.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Wir reden (wieder einmal) mit - Die Ghezzos und Ihre Mitstreiter haben jetzt auch einen Blog

Seit vielen Jahren im Eventgeschäft sind wir zwangsläufig mit zahlreichen spannenden und neuen Themen konfrontiert. In unserem Blog wollen wir nicht nur aktuelle Entwicklungen oder neue Konzepte in unserem Kerngeschäft diskutieren, sondern auch jene Themen, die uns, unsere Referenten und Partner beschäftigen. Diese erstrecken sich von der Immobilien-Branche, über die IT und Telekom-Industrie bis zur fertigenden Industrie.

Wir wollen Ihnen punktuell Themen aufzeigen, die diskussionswürdig sind, die auch in anderen Branchen Impulse bieten können und die uns wichtig sind. Wir hoffen, wir bieten Ihne spannende Lektüre und hoffen auf angeregte Diskussionen.