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Dienstag, 2. August 2016

Ehe- und Berufsleben ohne Abgrenzung: Wie soll das gut gehen?


Ab dem 1. August arbeitet Gudrun Ghezzo voll und ganz als Consultant bei unserem Familienunternehmen Ghezzo GmbH. Sie hat ihren fixen und sicheren Job aufgegeben und widmet sich voll und ganz dem Familienunternehmen. Die Vorzeichen sind gut: Auftragsbuch ist voll und die neue Herausforderung macht Spaß. Doch familiäre Risikostreuung gibt es kaum und was, wenn mal was schief geht? Und wie geht es den MitarbeiterInnen mit so viel Familie. Darüber wollen wir uns in diesem Blogbeitrag Gedanken machen.

Alexander: Liebe Gudrun, Du arbeitest seit dem ersten August nun in unserem gemeinsamen Unternehmen. Davor hast Du mir in geschäftlichen Dingen zwar schon mit Rat und Tat zur Seite gestanden, hast Seminare entwickelt, moderiert usw. Aber ab nun bist Du voll und ganz Ghezzo GmbH. Was wird Dein künftiges Arbeitsgebiet sein?

Gudrun: Ich werde den Bereich Inhouse Trainings und Consulting der Ghezzo GmbH auf- und ausbauen. Das bezieht sich vor allem auf Themen wie Qualitäts- und Prozessmanagement im weitesten Sinne, Verbesserungsmanagement, Organisationsentwicklung und auch Coaching. Zusätzlich werde ich auch den offenen Seminarbereich mit Themen aus meiner Expertise erweitern – z.B. OE, Soft Skills, etc.

Alexander: Viele der ‚Neukunden‘ der Ghezzo GmbH sind eigentlich Kunden, die Du als Beraterin schon früher betreut hast. Was glaubst Du schätzen diese an Dir, dass sie nach Jahren wieder mit Dir zusammen arbeiten wollen?

Gudrun: Einige dieser Neukunden kenne ich schon seit Anbeginn meiner Zeit als Beraterin. Diese hat 2005 bei der Successfactory GmbH begonnen – nach Abschluss meines Chemiestudiums aus einer spontanen Idee heraus. In dieser Zeit haben wir viele Themengebiete und Kundenbeziehungen entwickelt und vertieft, haben durch dick und dünn super zusammengearbeitet und uns aufeinander in jeder Situation verlassen können. Auch heute noch wissen sowohl Successfactory als auch „meine“ damaligen Kunden meine Zuverlässigkeit und Kompetenz, meine 120%, meine Extra-Mile, meine Didaktik usw. zu schätzen. Und die Successfactory ist mir gottseidank nicht böse, dass ich unsere Zusammenarbeit  damals beendet habe, um zu Dir nach Wien zu kommen. So knüpfen wir heute genau dort an, wo wir 2010 unterbrochen haben.
Befriedigend bei meinem Job ist es etwas Sinnvolles zum Gelingen unterschiedlichster Vorhaben beitragen zu können.
Wir haben mittlerweile auch einige Neukunden gewinnen können. Da ist es das schier unerschöpfliche Netzwerk an SeminarteilnehmerInnen, Partnerunternehmen und so weiter, wo wir in Beratungsprojekten in die Tiefe gehen.
Das Ghezzo GmbH Team

Alexander: Ich muss sagen, da hast Du mich auch inspiriert, mein Wissen in Sachen Marketing, Eventmanagement, Moderation aber auch Führung usw. in offenen Seminaren anzubieten. Mittlerweile habe ich das sogar selbst bei Beratungsprojekten umgesetzt und das ist eine ganze neue Dimension, die Du in mein Berufsleben gebracht hast. Ohne Dich hätte ich das wahrscheinlich nie gemacht.
Zusammenarbeit in der Ehe – Viele können sich das gar nicht vorstellen. Hast Du ein bisschen Angst davor, dass uns das Berufliche jetzt noch mehr verfolgt?

Gudrun: Nein, Alexander, ich freu' mich darauf. Ich kenne mich, ich tendiere sicher zum Arbeiten rund um die Uhr, was sich nicht lange aufrecht erhalten lässt. Du bist mir auch hier ein wertvoller Partner, weil Du mir rechtzeitig spiegelst, wenn es Zeit für Feierabend ist. Dafür würdest Du das ganze Jahr über arbeiten, und ich darf Dich ab und zu auch ans Urlaub machen erinnern.

Alexander: Worauf denkst Du müssen wir aufpassen in der Zusammenarbeit?

Gudrun: Zwischen uns beiden und unseren Mitarbeitern: Dass wir klar abgrenzen, in welchem Bereich Du entscheidest und in welchem ich. Wir verfolgen zwar dieselben Ziele, arbeiten in denselben Werten, aber im Detail ist unsere Arbeitsweise schon sehr unterschiedlich.
Für die Ghezzo GmbH: Dass wir die Synergien, die sich aus offenen Seminaren und Konferenzen für den Inhouse Bereich (und natürlich umgekehrt!) ergeben, auch bewusst gestalten und nützen.

Alexander: Noch sind unsere GF Meetings geprägt von guter Laune und positiver Energie, weil es auch der Ghezzo GmbH gut geht. Besteht die Gefahr, wenn es einmal nicht so gut läuft, dass unsere Beziehung gefährdet ist?

Gudrun: Ja sicher sind wir beide dann auch nicht vor einer Krise sicher, aber wir haben ja schon seit einigen Jahren keine getrennten Familienfinanzen mehr. Daher gab es das Krisenpotenzial auch schon davor. Aufpassen müssen wir beide sicher in stressigen oder düsteren Zeiten, aber wir sind uns dessen bewusst und können auch auf unser Glück ein Stück weit aufpassen.

Alexander: Momentan arbeiten wir dazu noch mit unserem Team in unserem Haus. Telefonieren im Garten, gemeinsam Essen kochen und nach getanem Tagwerk auch schon mal zusammen Tischtennis spielen und grillen – moderne Arbeitswelt also. Dafür kaum Trennung Privates/Berufliches?

Gudrun: Das brauch ich auch nicht. Ich habe ja auch nur dieses eine Leben, in das alle Erfahrungen hineinfließen. Ich handle privat und beruflich nicht besonders unterschiedlich – ehrlich gesagt, hab ich mir noch nie viel aus einer solchen Trennung gemacht! Ich mag die Vermischung, solange die Balance stimmt.

Alexander: Ralu, Du arbeitest schon seit 1 ½ Jahren bei uns. Wie geht es Dir denn damit mit 2 Eheleuten quasi in einem Haushalt zu arbeiten?

Ralu: Ich fühle mich meistens wie ein Teil der Familie, die ältere Tochter, der man auch manchmal Lebens-Ratschläge geben muss. Die Arbeit ist sehr viel mit Lachen, Spass und Selbstironie verbunden, was ich sehr schätze. Das führt auch dazu, dass ich jeden Tag mit Freude in die Arbeit komme, weil ich mir sicher sein kann, dass es lustig werden wird, egal wie viel Arbeit uns auch vorliegt. Die gute Laune, welche die „2 Eheleute“ ausstrahlen, ist quasi ansteckend und ich muss sagen, Ihr seid eine Inspiration für die Zukunft: sowohl was die Beziehung, aber auch was das Umgehen mit neuen Herausforderungen betrifft.  

Gudrun: Patrick, wie geht es Dir mit der Arbeit im Familienunternehmen, wo die Vermengung Privat-Beruf so eng ist? 
Aussicht beim Telefonieren
Patrick: Ich empfinde das Arbeitsklima als sehr angenehm, muss aber dazu sagen, dass ich in meiner ganzen beruflichen Laufbahn fast immer eine solch entspannte Atmosphäre vorgefunden habe und mir das auch sehr wichtig ist. Ein gutes Betriebsklima, kurze Wege, ein offener und kommunikativer Umgang untereinander tragen einfach zum kreativen Processing bei. Schöpferisches Potenzial wird vernetzt und ergibt somit eine kraftvolle Allianz. Das Ghezzo-Büro/Haus ist ein lebendiger Ort, der das Maximum – synergetisch und dynamisch - an besten Ideen hervorbringt und maximiert Potenziale zum Wohle unserer Kunden und Partner. Und sollte es mal zu laut sein, so schaffe ich mir schon die Ruhe oder gehe einfach in den Garten!





Montag, 18. Juli 2016

Das Arbeitszeitgesetz –passend für die moderne Arbeitswelt?


Seit zwei Jahren veranstalten wir regelmäßig Seminare zum Thema Arbeitszeit. Es stößt auf großes Interesse, weil moderne Arbeitsszenarien selten wirklich gut in den gesetzlichen Rahmen passen. Gerade Unternehmen im Dienstleistungsbereich haben es schwer, wenn es darum geht, allen Pflichten – von der Dokumentation und Aufzeichnungen bis hin zu den Ruhezeiten – zu entsprechen. Seit 1. Jänner 2015 ist eine Novelle des Arbeitszeitgesetzes in Kraft, die Themen wie Home Office usw. erleichtern. Aber gehen diese Veränderungen weit genug? Am Rande eines unsere Seminare haben wir Georg Tusek – Rechtsanwalt und langjähriger Ghezzo-Referent - dazu befragt.



Ist das Arbeitszeitgesetz in der aktuellen Fassung tauglich für die unternehmerische Realität?
Auch die jüngst erfolgte Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit bei aktiver Reisezeit auf 12 Stunden und eine Erleichterung bei der Aufzeichnungspflicht entsprechen den  Anforderungen an das geänderte Arbeitsumfeld, das eine maximale Flexibilität erfordert, nur wenig.

Wo sind die größten Fallen und Schwierigkeiten für die Unternehmen?
Die größten Schwierigkeiten gibt es meist bei dem Höchstausmaß der täglichen Arbeitszeit bzw, auch bei den Ruhezeiten.

Welche Tipps hast Du für Unternehmen um möglichst viel Flexibilität zu schaffen?
Die Möglichkeit, eine Gleitzeitvereinbarung zu schließen, schafft meist ein größeres Maß an Flexibilisierung.

Wie wird sich das Arbeitszeitgesetz weiterentwickeln?
Es wird zu hinterfragen sein, warum im 3 Jahrtausend in einer Zeit, in der die Anforderungen insgesamt gestiegen sind aber auch das Thema  Freizeit an Bedeutung gewinnt,  ein Gesetz, das die Arbeitszeit regelt, überhaupt noch benötigt wird. Aber das ist keine rechtlich zu lösende Frage sondern, eine Frage, die die Sozialpartner zu lösen hätten.



Das nächste Arbeitszeit-Seminar findet am 11. Oktober in Wien statt. Infos unter www.ghezzo.at

Dienstag, 1. April 2014

#TopCIO 2014 - Gewaltfreie Kommunikation bei der IT der NÖM AG

Die Jury zum CIO AWARD attestiert ihm eine perfekt aufgestellte Abteilung und Infrastruktur und hat ihn daher schon mehrmals als #TopCIO des Jahres ausgezeichnet. Aber das allein war ihm nicht genug - im letzten Jahr hat sich Anton Leitner der Aufgabe gewidmet, die Leistungsfähigkeit der IT-Mitarbeiter der NÖM AG durch höhere Zufriedenheit und Motivation noch weiter zu steigern. Dafür hat er sich die Methode der "gewaltfreien Kommunikation" genauer angesehen und damit seine Abteilung zu einem Role Model im Unternehmen gemacht, das bald Schule in anderen Abteilungen machen könnte.

Was sind die größten Herausforderungen beim Führen einer IT-Abteilung aus der Sicht des CIO?

AL: In den vergangenen Jahren wurde der Druck auf die IT-Mitarbeiter durch Kosteneinsparungsmaßnahmen, laufende Prozessoptimierungen, steigernde Governance-Anforderungen, Globalisierung aber auch durch die fast manische Suche nach dem Wertbeitrag der IT und die exponentiell wachsende Innovationsspirale kontinuierlich stärker. Wir reagierten darauf mit Anreiz durch Bonussysteme oder Lob bzw. mit Motivation über Druck und Bewertungssysteme, was unsere IT Mitarbeiter oft zu innerer Emigration, häufigen Jobwechsel und Flucht in Hedonismus oder sogar ins Burnout führte. Als größte Herausforderung sehe ich, diesem Effekt entgegenzuwirken, Selbstwertgefühlt, Zufriedenheit, Wertschätzung und respektvollen Umgang wieder als höchste Werte zu etablieren und gleichzeitig den Anforderungen unserer Stakeholder zu genügen. Mit der „Gewaltfreien Kommunikation“ nach Marshall B. Rosenberg habe ich eine hilfreiche Methode zur Unterstützung gefunden, um diese Herausforderung leichter zu bewältigen.

Was bedeutet Gewaltfreie Kommunikation in der täglichen Praxis?

AL: Gewaltfreie Kommunikation in der Praxis bedeutet für mich, ständig an mir selbst zu arbeiten und das neue Paradigma anzuwenden, in dem ich die Gefühle und Bedürfnisse meiner Mitarbeiter respektiere, in dem ich mehr beobachte als bewerte und auch in heiklen Situationen empathisch reagiere. Es bedeutet aber auch gleichzeitig sowohl eine Bereicherung des persönlichen Wohlbefindens als auch eine damit verbundene Verbesserung des Klimas in der IT Abteilung.

Welche Auswirkungen gibt es auf Motivation und Leistung der Mitarbeiter?

AL: Völlig unerwartet war das Ausmaß der Wirkung sowohl auf die Motivation als auch die Leistung des gesamten Teams. Bei leicht sinkenden Arbeitsstunden konnte bis zu 30% mehr Leistung erzielt werden. Der Grund dafür liegt in der intrinsischen Motivation der Mitarbeiter und der gewonnenen Zufriedenheit und Freude an der Arbeit, die nachhaltiger wirkt als die bisher von mir angewandte Motivation über Druck oder schlechtes Gewissen. Und letztlich spüre ich selbst große Freude an der positiven Entwicklung in meinem Team.

Und auf die Rolle der IT im Unternehmen?

AL: Das bekannte Motto „IT drives business“ aus vergangenen Zeiten war unter anderem begründet in der integrativen Rolle der IT und in flächendeckende Interaktion mit allen Fachabteilungen. Warum soll das nicht auch für kulturelle Änderungen gelten können? Bei uns geschieht das jetzt jedenfalls so.

Welches sind die richtigen ersten Schritte um Führung und Kommunikation zu verändern?

AL: Der erste und für mich wichtigste Schritt ist, bei sich selbst mit dem Changeprozess zu beginnen, sich in Selbstreflexionen der Situation bewusst zu werden und geeignete Schritte abzuleiten. Und dann auf Zwang oder Druck beim Roll-out an die Mitarbeiter zu verzichten.
 

Donnerstag, 27. Februar 2014

IT als entscheidende Waffe im Business Krieg - Wenn man sie lässt .... - High Performance Coach Monika Herbstrith-Lappe im Interview

Im Rahmen des 7. CIO SUMMIT am 27. März in Wien wird High Performance Coach Monika Herbsrith-Lappe einen Workshop zur "internen Positionierung der IT" halten. Ihre Kernaussage: Die IT kann entscheidend für den Unternehmenserfolg sein, wenn man sie auch lässt - Daher muss der CIO jetzt Position beziehen:

Welchen Beitrag leistet die IT, und konkret, der IT-Manager für den Unternehmenserfolg?

MH: Den lebenswichtigen Beitrag der IT für den Unternehmenserfolg erkennt man augenscheinlichsten im Umkehrschluss: Stellen Sie sich vor, was in Ihrem Business alles NICHT mehr geht, wenn die IT einen Komplettausfall hätte!

Mit der IT der Unternehmen ist es ähnlich wie mit der Gesundheit des Körpers: wir betrachten das Funktionieren als mehr oder weniger selbstverständlich und beschäftigen uns erst dann ernsthaft damit, wenn wir kränkeln – häufig ist es dann zu spät. Übrigens die Weltgesundheitsorganisation definiert Krankheit explizit als „ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Gesundheit ist für uns lebenswichtig – die Gesundheit der IT business-kritisch für den Erfolg des Unternehmens. Und so wie sich körperliche Gesundheit zunehmend von einer reaktiven Reperaturmedizin hin zu Gesundheitsförderung entwickelt, ist es in den Unternehmen gefragt, dass sich IT proaktiv für die gesunde Entwicklung des Unternehmens engagiert.

In ihrem Buch „Business-Krieger“, das die These erörtert, dass viele Märkte nicht mehr von sportlichem Wettkampf sondern von einem tödlichen Verdrängungswettbewerb geprägt sind, beschreibt Christine Bauer-Jelinek drei Kategorien der Waffen im Überlebenskampf: Finanzstärke, Kommunikation und Technologie.

IT-Manager sind daher Keyplayer, wenn es um Erfolgsstrategien der Unternehmen geht. Innovative IT-Strategien schaffen Voraussetzungen für neues erfolgsträchtiges Business. Verlässlich-agile IT ermöglicht, das traditionelle Business möglichst effektiv zu gestalten. Ich liebe das deutsche Wort Dienst-Leistung: darin stecken einerseits wertvoller Leistungen, Kompetenzen, Professionalität – und andererseits die würdevolle, souveräne Demut des Dienens. Diese Balance ist auch für die IT-Services äußerst wichtig: Selbst-bewusst und proaktiv die IT-Möglichkeiten dem Unternehmen als Angebot schmackhaft machen. Dabei gilt der Grundsatz: „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“ Keine Frage: es geht um die Business-Strategien, die IT-Strategien maßgeblich unterstützen können. Den IT-Managern kommt eine entscheidende Dolmetschfunktion zwischen den Businessanfoderungen des Unterenhmens und der technischen Welt der IT zu.

Was sind die Herausforderungen, wenn es um die interne Positionierung der IT geht?

MH: Ich sehe vor allem drei Herausforderungen:
1. Leider lassen sich die Kosten viel leichter erfassen als der Nutzen. Albert Einstein hat schon gemeint: „Häufig können wir das, was zählt, nicht zählen und das was wir zählen können, zählt nicht.“ Im Management ist häufig eine ähnliche Zahlengläubigkeit verbreitet wie in der Physik im 19. Jahrhundert: Die trügerische Vorstellung des Laplacescher Dämon, dass man, wenn man nur genug Information besitzt die Welt vorwärts und rückwärts durchrechnen kann. In der Physik hat man spätestens mit der Heißenbergsche Unschärferelation erkannt, dass sich Entscheidendes der Mess- und Berechenbarkeit entzieht. Nassim Nicholas Taleb wettert im Bestseller „Der schwarze Schwan“ gegen die Unsinnigkeit vieler weit verbreiteter Rechenmodelle in den Betriebswissenschaften.
Für IT-Manager ist es daher äußerst sinnvoll, den Umkehrschluss anzuwenden, welche Kosten und Risiken das Nicht-Funktionieren von IT bringt. Mein absoluter Lieblingsspruch, der die Einstellung zum Leben verändert, ist auch für das selbstbewusste Vermarkten der IT hilfreich: „Stellen Sie sich vor, morgen gibt es nur mehr das in Ihrem Leben, wofür Sie heute dankbar sind!“ Viele Menschen wären entsetzt, was es alles morgen nicht mehr gäbe. Tatsächlich erkennen wir bei Vielem erst dann den Wert, wenn wir es schmerzlich vermissen. „Stellen Sie sich vor, wir erbringen nächstes Jahr nur mehr jene Leistungen, die Sie heuer zu schätzen wissen!“ könnte eine lohnendes Gedankenspiel sein.
2. Wir neigen dazu, besonders unter Erfolgsdruck Risiken auszublenden. Wie wir beim Einschätzen von Chancen und Risiken häufig gründlich daneben liegen, wird auch dadurch verdeutlicht: es ist 100 000 mal wahrscheinlicher trotz Pille schwanger zu werden als im österreichischen Lotto zu gewinnen. Und trotzdem halten wir die Pille für ein sicheres Verhütungsmittel und investieren unser Geld in die drastisch kleinere Chance des Lottogewinns. Besonders, wenn der Erfolgs-Druck hoch ist, fällt es schwer, mit unbequemen Sicherheits- und Risikothemen Gehör zu finden. Hier empfehle ich z.B. folgenden Witz zu erzählen:

Ein Mann springt aus dem 10. Stockwerk eines Hochhauses. Beim 2. Stockwerk winkt er hinein: „Ihr Risikomanager, nichts ist geschehen, 80 % überlebt.“ Im 1. Stockwerk: „90 % geschafft. Wann glaubt Ihr es endlich, dass Springen gefahrlos möglich ist?!?“ Wenige Zentimeter über dem Erdboden: „Geschwindigkeit ist geil!“ Wenn er nach der Landung noch sprechen kann: „Ich kann nichts dafür. Ohne Boden wäre es ein erfolgreicher Sprung gewesen. Den Boden haben Andere gemacht.“
Diesen Witz habe ich auch schon vor der Finanzkrise im Jahr 2008 erzählt.
3. Für IT-Bereiche sind – ähnlich wie Prozessmanagement oder interne Kontrollsysteme - gefährdet als Prell- und Sündenbock missbraucht zu werden. Häufig werden sie als Feigenblatt betrachtet und erhalten ambivalente Aufträge nach dem Motto „Wasche mich, aber mache mir den Pelz nicht nass“. Die Stärke der IT Transparenz der Abläufe zu fördern, wird insbesondere von grauen Eminenzen, die ihre Macht aus vagen Entscheidungsbefugnissen beziehen, als Bedrohung erlebt. Spannungsfelder und Konflikte im Unternehmen treten zu Tage. Hier kann die IKT ganz wesentlich als Brückenbauer dienen. Wenn ich die IT-Manager bei ihrer internen Positionierung und ihrem internen Marketing unterstütze, analysieren wir daher immer zunächst die unterschiedlichen Interessenspartner, Spannungsfelder unterschiedlicher Erwartungen sowie förderlicher und hemmender Kraftfelder.

Wie viel Marketing, darf sich denn der IT-Manager erlauben?

MH: Jeder Kontakt der Menschen im Unternehmen mit einem IT-Mitarbeiter ist ein Moment der Wahrheit: jede einzelne Begegnung und insbesondere die Kommunikation in der alltäglichen Arbeit prägt am nachhaltigsten und glaubwürdigsten das Image der IT. Es wäre daher völlig kontraproduktiv und muss zu schmerzhaften Ent-Täuschungen führen, wenn Marketingmedien überzogene Erwartungen wecken würden, die im Alltag vom IT-Bereich nicht gelebt werden und daher von den Kunden der IT nicht erlebt werden. Die Führungskräfte und Mitarbeiter des IT-Bereichs sind mit Abstand die aussagekräftigsten und wirkungsvollsten Werbeträger.
Ich empfehle daher eine Zwiebelschalen-Marketing- und Kommunikations-Strategie: der kleinste Kreis umfasst das Führungsteam und Schlüsselpersonen im IT-Bereich, im nächsten Schritt das gesamte Team des IT-Bereichs und erst dann außerhalb des IT-Bereichs.

Wie wichtig zielgruppenorientierte Kommunikation ist, verdeutlicht am eindrucksvollsten dieser Witz:
Im nördlichen Eismeer fährt ein Luxusliner gegen einen Eisberg.
Der 1. Offizier meldet dem Kapitän, dass die Rettungsboote klemmen.
Kapitän: "Gehen Sie durch alle Kabinen. Die Gäste müssen Ihre Rettungswesten anziehen und ins Eismeer springen."
1. Offizier kommt ganz verzweifelt zurück und meldet, dass sich die Gäste beharrlich weigern.
Sagt der Kapitän "ist in Ordnung. Dann gehe ich selbst durch."
Nach einer halben Stunde meldet der Kapitän dem 1. Offizier "Alle im Wasser."
Offizier: "Ich verstehe das nicht. Was haben Sie ihnen gesagt, dass sie gesprungen sind???"
Kapitän: "Ganz einfach.
Den Briten habe ich erzählt, es wäre unsportlich, nicht zu springen.
Den Franzosen es ist schick zu springen.
Den Deutschen habe ich einen Befehl erteilt.
Den Italiener habe ich erzählt, dass es verboten ist.
Den Amerikanern, dass sie gut versichert sind.
Und den Japanern, dass es gut ist für die Potenz."
Auf die Frage, was man den Österreichern erzählen müsste: "Ihr könnt ja springen, wenn keiner hinschaut."
Stellen Sie sich vor, Sie hätten den Amerikanern gesagt, es wäre unsportlich, nicht zu springen und den Japanern, dass es verboten ist.

Welche Instrumente stehen für eine Positionierung zur Verfügung?

MH: Zunächst braucht das IT-Team ein gemeinsames Selbstverständnis. In die Entwicklung sind auch die Sichtweisen und Erwartungen von Schlüssel-Kunden der IT sinnvoller Weise angemessen einzubinden. Dafür kann man z.B. eine Gesprächsleitfaden entwickeln.
Auf dieser Basis lassen sich attraktive Leistungspakete gestalten, für die es dann die Ressourcenausstattung zu verhandeln gilt.
Dienst-Leistungs-Qualität braucht Beziehungsqualität – innerhalb des IT-Bereichs und nach Außen zu den Kunden im Unternehmen. Wenn ich Trainings für IT-Teams gestalte provoziere ich manchmal mit der These „User sind Menschen und nicht nur ein Trouble Ticket.“ Tatsächlich prägen sie das Image der IT. Damit die Menschen im Unternehmen Servicequalität der IT erleben, müssen ALLE Mitarbeiter des IT-Bereichs Qualität leben. Externe KundInnenorientierung nach außen aufrechtzuerhalten ohne sie nach innen zu leben entspricht einer Fassade, die gewaltige Statik braucht, um den Schein aufrechtzuerhalten. Die gesamte Organisation muss konsequent leisten, was Marketing und
Vertrieb nach außen versprechen! Es gibt keine nachhaltige Kunden-Zufriedenheit ohne Mitarbeiter-Orientierung. Internationale Studien belegen eindeutig, je persönlicher die Dienst-Leistung, desto enger korreliert Kunden- und Mitarbeiter-Zufriedenheit. Wie soll das Unternehmen von den IT-Leistungen überzeugt sein, wenn die IT-Mitarbeiter, mit denen sie sprechen, sich nicht mit der Organisation und den IT-Services identifizieren!

Welche positiven Effekte lassen sich erzielen, wenn der CIO erfolgreiche Maßnahmen setzt?

MH: Gelungene Positionierung zu Win-Win-Situationen: das Unternehmen gewinnt einen Business-Enabler, der tatkräftig dazu beiträgt Markchancen rasch zu profitalbem Business werden zu lassen, der IT-Bereich erfährt die ihm zustehende Wertschätzung und Ressourcenausstattung und die Motivation des IT-Teams wird nachhaltig gesteigert: positive Identifikation mit wertvollen IT-Services, die im Unternehmen Positives bewirken, sind der nachhaltigste Leistungsanreiz!

Anmeldung und Details zum Workshop finden Sie hier:
http://www.confare.at/10605_DE-7201_CIO_IT_Manager_Summit_20....

Montag, 2. Dezember 2013

"Kosten - Nutzen" ist das neue "Gut-Böse" - Autor Philipp Ikrath über die Generation EGO


Als Keynote-Speaker auf dem 7. Confare CIO SUMMIT gibt Philipp Ikrath vom Institut für Jugendkulturforschung und Autor des Buches „Generation EGO“ einen Überblick über den aktuellen Stand der Jugendkulturforschung, welche Werte die „heutige Jugend“ prägen und was Sie als Arbeitgeber von jungen Menschen erwarten dürfen.

Im Gespräch beschreibt er die Kommerzialisierung von Beziehungen und  warum Sie nicht allzu viel Loyalität zu erwarten haben.



Was sind die Gemeinsamkeiten der sogenannten Generation Y?


PK: Eine ganze Generation über einen Kamm zu scheren ist immer problematisch. Wenn man dennoch nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner sucht, so kann man sie als eine sehr pragmatisch, hochgradig nutzenorientiert denkende Generation beschreiben. Moralische Kategorien wie "Gut" und "Böse" sind ihnen weitestgehend fremd, das für sie relevante Gegensatzpaar ist "Kosten" und "Nutzen". Das haben sie natürlich nicht selbst zu verantworten. Es ist der gesellschaftliche Mainstream, der sie so geprägt hat. Ganz allgemein wird ja nur mehr selten danach gefragt, was richtig oder falsch ist, es geht immer nur darum, was etwas kostet. Überall reagiert ein ökonomischer Imperativ. Das kann man in der politischen Bildungsdebatte genauso erkennen wie im Liebesleben, wo sich die Partnersuche inzwischen vor allem auf Partner"märkten" und "-börsen" abspielt und es in Beziehungen vor allem um die Frage geht: Was gebe ich und was bekomme ich dafür zurück?

Welche Medien und Informationskanäle nutzen Jugendliche?

PK: Junge Menschen nutzen eine enorme Vielfalt von Informationskanälen. Natürlich ist das Internet inzwischen das Leitmedium geworden, aber auch traditionelle Medien werden nach wie vor genutzt. Das Fernsehen ist immer noch hoch relevant, mit Abstrichen auch das Radio. Lediglich Printmedien spielen fast keine Rolle mehr. Nachrichten werden inzwischen fast ausschließlich über das Internet konsumiert.

Welche Erwartungen haben junge Menschen an ihre Arbeitgeber?

PK: Sehr große und sehr viele. Sie wollen Sicherheit und ein gutes Gehalt, genauso wollen sie sich im Beruf aber auch selbst verwirklichen. Zudem stehen sie unter dem permanenten Zwang, sich ständig weiterentwickeln und selbst optimieren zu müssen. Deswegen bleibt man selten allzu lange bei einem Arbeitgeber. Der Verheißung, der Traumjob könnte gleich um die Ecke zu finden sein, können sie schwer widerstehen. Ihre Frustrationstoleranz ist nicht besonders hoch, auch inzwischen altmodisch gewordene Tugenden wie Loyalität spielen keine Rolle mehr. Das ist auch nachvollziehbar - warum sollten sich die Jungen, die im Fall des Falles als erste entlassen werden, auch loyal verhalten?

Welche Erwartungen darf umgekehrt der Arbeitgeber an seine jungen Mitarbeiter haben?

PK: Er wird gut ausgebildete und (zumindest zu Beginn auch) hoch motivierte Leute haben, die dazu bereit sind, sich reinzuhängen - vorausgesetzt, sie bekommen Aufgaben, die mit ihren Erwartungen und vor allem mit ihrem Selbstbild übereinstimmen. Und sie können für sich eine Perspektive sehen. Sie werden sich viel zutrauen, mitunter vielleicht zu viel. Sie werden ein großes Selbstbewusstsein mitbringen, sich dabei aber möglicherweise überschätzen.

Welche Tipps geben Sie Führungskräften im Umgang mit der Generation Y?

PK: Geben Sie ihnen die Anerkennung, die sie meinen zu verdienen - loben Sie sie und geben Sie ihnen den Eindruck, auch als Mensch wertgeschätzt zu werden. Der individualisierte Mensch trennt Privat- nicht von Erwerbsperson und nimmt Kritik persönlich. Trauen Sie ihnen etwas zu. Geben Sie ihnen Verantwortung, aber achten Sie darauf, dass Sie sie nicht überfordern - oft sind sie zu ehrgeizig, um nach Hilfe zu fragen. Und vor allem: Versuchen Sie, sich in sie hineinzuversetzen und zu differenzieren. Da von jungen Menschen erwartet wird, sich wie "Intrapreneure" zu verhalten, funktionieren die traditionellen Wege der Arbeitsorganisation nicht mehr.

 
Persönlich erleben Sie Philipp Ikrath auf dem 7. Confare CIO & IT-Manager Summit - Details zum überaus umfangreichen Konferenzprogramm finden Sie auf www.ciosummit.at

 

Montag, 23. September 2013

Frederic Wohlwend wurde für seine Arbeit als CIO bei Merck mit dem SWISS CIO AWARD ausgezeichnet - Im Gespräch: Warum Business-IT-Alignment zu wenig ist ...

How does the CIO contribute to the company’s success?
In order to compete in the marketplace, companies do not need an "IT Strategy", they need a "Business strategy smartly-enabled by technology" which I call a "Digital Business Strategy"; this goes far beyond a classical "Business & IT Alignment" and today, just having an "IT answer to the Business goals", is no more enough; we have to merge Information Technology with Business Operating Models to create new "Digital Capabilities" in order to create differentiation for true competitive advantage. In my opinion, the success of any company depends on its "Digital Strategy" and the CIO is today "THE" Architect of its design and implementation. There is no choice, our Boards are expecting this from us, we have to embrace this mission or leave it.

 

You say “it´s time for the CIO to become CIO – What difference can he make?

Most of the executives in charge of IT in global corporations are proud of their CIO title; but there is a difference between being a "Head of IT" and being a "Chief Information Officer"; a CIO has to provide an impact on the business strategy realization (like any COO, CFO or CEO) or accept to remain a Head of IT. To do so, we can't just run IT operations and IT support, or even deliver what the business units are asking us to deliver; a CIO must focus on the "Enterprise" as a whole and play a role beyond the "good internal service provider". We can make it as per the board's expectations and it is now (or never) about time for whoever has a CIO title to perform at the CIO level.

 
What are the qualifications he needs?

A CIO is amongst the executives, the one who requires the most diverse set of skills; I would retain 3 key essential ones:


a) passion about the company's business,

b) passion about continuous improvement,
c) passion about people.


The rest is a consequence of the above.

Why is the CIO AWARD important?

Receiving such an Award is extremely important to reinforce the credibility of the IT Function in our organisation; but regardless of the outcome, the most important part of the CIO Award for me lies in the preparation of its application; while writing down the various sections, I realized rapidly (with a good sense of pride) everything my team had already implemented and how this was currently bringing value to our company; however and despite all these good things, I also realized how immense the opportunities for improvement were ahead of me. The competition should be seen mainly as a race against oneself as striving for excellence is the best way to learn and progress; the CIO Award represents for me as an excellent tool to help CIOs growing and to push overall our industry forward.  


Montag, 19. August 2013

Expertentipps von Monika Herbstrith-Lappe: Kompetent führen als IT-Manager



Monika Herbstrith-Lappe unterstützt als High Performance Coach Führungskräfte den richtigen Führungsstil zu wählen und trotz hoher Anforderungen und steigender Marktdynamik erfolgreich zu sein, ohne auszubrennen. Als Referentin hat Sie mit ihrer Mut machenden Botschaft auf dem 6. Confare CIO & IT-Manager Summit etwa 300 IT-Profis hingerissen. Im Gespräch teilt sie ihre besten Tipps für effektive Führung in der IT, wie man sich im Unternehmen positionieren kann und sagt, welche Rolle der CIO AWARD dabei spielt.

Warum ist die Führungsaufgabe für IT-Manager besonders herausfordernd?

Für die IKT gilt in besonderer Weise, dass unser Umfeld immer  dynamischer und komplexer wird. Der Druck und der Grad der Ungewissheit steigen. Außerdem steht die IKT unter einem extremen Kostendruck. Das steht natürlich im krassen Widerspruch zu den  zunehmenden Erwartungen an die Servicequalität. Weit offen steht die  Stress- und Frustfalle. Burn-out wird zunehmend ein Thema.

Führung wird unter diesen Bedingungen zur emotionalen Schwerstarbeit  - die allerdings häufig nicht die ihr zustehende Wertschätzung und (zeitliche) Ressourcenausstattung  erfährt. Für Führungskräfte in  der IKT ist der Spagat zwischen den Rollen als Experte und als Manager besonders fordernd.

Was macht eine erfolgreiche Führungskraft aus?

Gerne zu führen ist eine gute Voraussetzung, um wirkungsvoll zu führen. Um Akzeptanz und Vertrauen von Anderen zu gewinnen braucht es Glaubwürdigkeit und Authentizität. Sich selbst klug zu führen und mit der eigenen Betroffenheit bewusst umzugehen erleichtert die Spannungen im Sandwich zwischen führen und selbst geführt werden. 

IKT-Teams sind häufig auch relativ heterogen. Da gilt es, auf die einzelnen Menschen einzugehen und sie auf ihre Art abzuholen. Meine zentrale Führungsthese für High Performance Teams lautet: "Führen heißt, die Balance zwischen gemeinsamen Zielen und individuellen Bedürfnissen zu schaffen und die Stärken der einzelnen Persönlichkeiten auf gemeinsame Erfolge zu fokussieren."

Kosten, Performance, Führung - Wie kann der CIO mit den an ihn gestellten Anforderungen richtig umgehen, ohne im Burnout zu landen?

Realistischen Einschätzung der Situation gepaart mit Selbstreflexion, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ist die wesentliche Säule, um schwierige Situationen souverän zu meistern. Ein empfehlenswertes Buch zum Thema Resilienz, der Überlebensfähigkeit, trägt den Titel "Fels in der Brandung statt Hamster im Rad". Klare Prioritäten und kühler Kopf sind gerade für IT-Manager von entscheidender Bedeutung. 
Zunehmend wichtig sind auch internes Marketing und Verhandlungsgeschick.

Welche Tipps geben Sie Managern um Ihren Alltag besser zu bewältigen?

1.       Die Führungsaufgabe mit der größten Hebelwirkung besteht darin, auf die eigene Motivation zu achten. Geht es der Führungskraft gut und arbeitet sie mit Spaß spiegelt sich das auch im Team.

2.       Humor ist das wirkungsvolle Mittel gegen Stress. Bitte darauf achten, dass es nicht in Zynismus und Sarkasmus abgleitet. Wutzler oder Boxsack im Aufenthaltsraum sorgen dafür, dass krankmachender Stress durch körperliche Aktivität umgepolt wird.

3.       Klarheit erhöht die Effektivität in jeder Weise. Klare Aufträge, klare Prioritäten Klarheit über Regeln und Spielräume ... und manchmal auch ein klares NEIN: das ist mit den Ressourcen noch möglich und das nicht mehr.

4.       Realistische, attraktive Ziele, die alle Beteiligten mittragen, sind die Voraussetzung für Motivation und High Performance. Das gilt für Schaffensziele - typischerweise in Projekten - und Erhaltungsziele - typischerweise im Betrieb. Bei letzteren ist es allerdings so, dass Andere es kaum merken, wenn alles super läuft und laut schreien, wenn einmal etwas daneben geht. Von daher brauchen sie besonders offensives Marketing.

5.       Mit den Mitarbeitern, aber auch mit den Prozesspartner zu reden, ist eine der wichtigsten Führungsaufgaben. Das gilt ganz besonders in Zeiten dynamischer Veränderung, in denen leicht Ängste und daraus resultierende Absicherungsstrategien und Machtspiele viel Energie absaugen. Gerade im Stress leidet die Kommunikation und Kooperation.  Dabei ist ein gut eingespieltes und abgestimmtes Team viel überlebensfähiger und effektiver.

 Kann der CIO AWARD etwas zur positiven Wahrnehmung der Rolle des IT-Managers beitragen?

Auf alle Fälle. Er rückt die Leistungen des IT-Managers und damit des IT-Bereichs ins Rampenlicht. In Zeiten wie diesen ist internes Marketing der IT-Leistungen überlebenswichtig. Der CIO AWARD hat durch das  Bewertungsprocedere der Expertenkommission besondere Aussagekraft

Am 11.10.2013 bietet Confare einen Workshop mit Monika Herbstrith-Lappe unter dem Motto „Der IT-Manager als Souveräne Führungskraft“. Aus ihrer täglichen Praxis zeigt Frau Herbstrith-Lappe, wie Sie in dynamischen Zeiten IT-Teams zu Höchstleistungen motivieren ohne dabei Themen wie Burnout-Prävention auszulassen. Anmeldung und Details auf:
http://www.confare.at/10163_DE-7148_IT-Herausforderungen_2014-Workshop%3a_Der_IT-Manager_als_souveraene_Fuehrungskraft.htm