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Montag, 19. Oktober 2015

Was bedeutet das Ende von Safe Harbor für österreichische Unternehmen: Datenschutzexperte Siegfried Gruber im Blog Interview

Heute startet der Confare Lehrgang zum zertifizierten Datenschutzbeauftragten unter der Leitung von Siegfried Gruber. Er ist als Experte der O.P.P. täglich mit praktischen Fragen des Datenschutzes befasst. Anlässlich des Erfolges von Max Schrems und der Initiative Europe vs. Facebook haben wir mit ihm über die Folgen dieser Entscheidung für heimische Unternehmen gesprochen.

Wie beurteilst Du den Fall des Safe Harbor Abkommens – Ein großer Erfolg für den Datenschutz?
Spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden war evident, dass auch eine bestehende Safe Harbor Bescheinigung kein Hindernis für einen möglichen Zugriff der amerikanischen Behörden auf alle Daten dieser Unternehmen ist. Ob es sich um einen „großen Erfolg für den Datenschutz“ handelt, scheint fragwürdig. Durch die weltweite Vernetzung sowohl kommerzieller als auch technischer Natur ist davon auszugehen, dass personenbezogene Daten Europäischer Unternehmen auch weiterhin in den USA verarbeitet werden, bzw. amerikanische Unternehmen Niederlassungen auf dem Boden der EU betreiben und diese Daten somit in der EU verwenden. Das Interesse der amerikanischen Behörden an diesen Daten scheint ungebrochen.

Die Kündigung des Safe Harbor Abkommens macht die Übermittlung oder Überlassung von Daten an Unternehmen in den USA aber nicht generell unzulässig, sondern bedingt eine Vorab-Genehmigung dieser Datenweitergabe durch die Aufsichtsbehörden. Im Rahmen dieses Ansuchens muss glaubhaft gemacht werden, dass ein angemessenes Datenschutzniveau beim Empfänger der Daten sichergestellt ist.
Welche Auswirkungen hat das auf die heimischen Unternehmen? Wer ist betroffen?

Betroffen sind vor allem jene heimischen Unternehmen, die aktuell Daten unter Berufung auf die Safe Harbor Bescheinigung an Unternehmen in den USA weitergeben. Durch den Wegfall des Safe Harbor Abkommens ist davon auszugehen, dass für die Zulässigkeit von weiteren Datenweitergaben an diese Unternehmen eine Genehmigung durch die Datenschutzbehörde erforderlich ist.
Insbesondere sind jene Unternehmen intensiv betroffen, die zB Anwendungen in der Cloud in den USA betreiben. Vielfach besteht hier keinerlei Möglichkeit, temporär auf einen Europäischen Anbieter auszuweichen. Viele dieser Datenanwendungen sind tief in die Prozesse der Unternehmen integriert. Es besteht praktisch keine Alternative, als diese Anwendungen weiter zu betreiben, auch wenn dies gesetzwidrig ist.

Welche Perspektiven hat der Datenschutz in Zeiten von Big Data und Digitalisierung?
Durch die zunehmende Vernetzung, Big Data und Digitalisierung von immer mehr Bereichen des täglichen Lebens wird es für den Einzelnen schier unmöglich, den Überblick über die ihn betreffenden digitalen Informationen zu wahren. Daten werden vielfach als das „Öl des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. Den damit verbundenen wirtschaftlichen Interessen steht das Schutzbedürfnis der Betroffenen gegenüber. Ein modernes Datenschutzrecht soll dafür sorgen, dass der Schutz personenbezogener Daten gewahrt bleibt. Der derzeit vorliegende Entwurf einer Europäischen Datenschutz-Grundverordnung zeigt hierzu viele interessante Ansätze auf. Es bleibt abzuwarten, was davon in der finalen Version übrig bleibt und wie wirksam künftig die Rechte der Betroffenen sowohl innerhalb der EU aber auch im Ausland durchgesetzt werden können.

Wie unterschieden sich die Anforderungen von Unternehmen und Konsumenten und wie können sie angenähert werden?
Qualitativ hochwertige Informationen über Konsumenten stellen für Unternehmen einen erheblichen Wert dar, da sie aufgrund dieser Daten entsprechend zielgerichtet agieren und reagieren können. Aufgrund hoher Datenqualität können Unternehmen ihre Zielgruppen treffsicher ansprechen. Davon können auch die betroffenen Konsumenten profitieren, da sie eben nicht wahllos mit Information „zugemüllt“ werden, sondern entsprechen ihren Interessen und Bedürfnissen angesprochen werden. Die schon im aktuellen Datenschutzrecht verankerten Grundsätze der Zweckbindung, Erforderlichkeit und Sparsamkeit der Verwendung personenbezogener Daten sollen dem Ausgleich der Interessen dienen. Der mündige Konsument sollte selbst entscheiden können, wieviel von seinen persönlichen Informationen er zu welchem Zweck preisgibt. Um diese Entscheidung treffen zu können bedarf es jedoch der entsprechenden Information durch Unternehmen, welche Daten zu welchem Zweck erhoben und weiter verarbeitet werden. Hier gibt es auf beiden Seiten noch Nachholbedarf.


Aktuelle Weiterbildung zum Thema IT-Recht finden Sie auf www.confare.at

Dienstag, 29. April 2014

Die 3 Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Eventfilme – Filmemacher Ivan Siljic zur Premiere des ersten interaktiven österreichischen Veranstaltungsrückblicks


Mit dem Eventvideo zum 7. CIO & IT-Manager Summit liefert novumfilm eine Premiere – der erste interaktive österreichische Eventfilm bietet dem Seher die Möglichkeit, seinen ganz persönlichen Ein- und Rückblick auf die Veranstaltung zu werfen und genau die Statements und Vorträge anzusehen, die für ihn persönlich interessant sind. Filmemacher Ivan Siljic von Novumfilm erklärt die Besonderheiten und Herausforderungen eines interaktiven Youtube Films und was die Erfolgsfaktoren für einen erfolgreichen Eventfilm sind.

Welche Möglichkeiten bietet ein Eventvideo für den Veranstalter?

IS: Confare nutzt ja die Filme über die verschiedenen Events optimal, einerseits als Nachbereitung der Veranstaltung und andererseits zur Ankündigung des nächsten Events. Mit einem Film zeigt man sowohl die authentische Atmosphäre des Events, sollte aber auch einen erzählerischen Bogen schaffen, um den Film selber spannend zu machen. Generell gesprochen ist es bei Veranstaltungen oft so, dass das Video des Events das Einzige ist, was im Nachhinein von der Veranstaltung wahrgenommen wird. Wenn social media sharing das Ziel des Eventvideos ist, dann sollte der Film natürlich knapp und visuell spannend erzählt sein, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erreichen und geteilt zu werden. Wenn hohe fachliche Tiefe dokumentiert werden soll, dann wird dafür mehr Zeit benötigt. Der Film ist dann auch für ein fachkundigeres Publikum interessant, wird aber kaum breitenwirksam geteilt werden. Je nach Zielpublikum und Veranstaltung muss man das richtige Format für den Film finden, sodass der Veranstalter dann etwas in der Hand hat, womit er für das nächste Event wieder Kunden ansprechen kann.

Was sind die 3 Erfolgsfaktoren, damit ein Eventfilm sein Publikum erreicht?

IS: Bei einem Eventfilm ist speziell eine zeitnahe Auswertung nach der Veranstaltung absolut zentral. Selbst der beste Film ist 3 Wochen nach einem Event eigentlich nur mehr verlorene Liebesmüh. Man muss also in den Dreh eines Eventfilms mit einem gut vorbereiteten Konzept gehen, um dann das benötigte Material in der Art zu erstellen, wie man es in der Postproduction gut weiterverarbeiten kann. Einfach nur dem Geschehen hinterher zu laufen und sich dann im Nachhinein bei der Sichtung des Materials zu überlegen, was man daraus schneiden könnte, führt zu großen Zeitverlusten und geringerer Qualität beim Ergebnis. Mit einer derartigen Verzögerung verliert der Film dann viel von seiner Wirkung.

Ein weiterer Erfolgsfaktor bei einem Eventfilm ist, die Erwartungshaltung des Publikums zu kennen und passend zu bedienen. Es sind grundsätzlich völlig unterschiedliche Ansprüche, die ein Besucher an die Veranstaltung selber hat im Unterschied zum Film über das Event. Wollen die Leute sich hauptsächlich selber sehen beim Feiern in einer launigen Atmosphäre, oder wollen sie sich anhand des Filmes schlau machen, was bei so einem Event alles passiert? Hat der Film einen gewissen allgemeinen Nachrichtenwert oder soll er ein spezielles Publikum mit für sie relevanten Einblicken bedienen? Je besser man diese Erwartungshaltung gegenüber dem Film trifft, desto größer ist der Anklang des Films und natürlich damit auch die Nachbereitung des Events selber.

Zentral bei jeder Produktion von Content ist der Faktor des Mehrwerts für den Kunden. Was hat ein Betrachter des Eventvideos davon, dass er sich den Film ansieht? Weswegen sollte er den Film oder das Event jemand anderem weiterempfehlen? Über diesen Punkt muss man sich im Vorfeld ausreichend mit dem Veranstalter austauschen, um die Ziele zu kennen, die er mit dem Event verfolgt. Gemeinsam kann man dann auch auf Ideen kommen, was man bei der Veranstaltung selber noch machen könnte, um fürs Video dann besonderes Material zu haben, wie z.b. die coole Alice im Kostüm beim CIO-Award. Das ist dann im Film ein echter Hingucker.

Was ist die Idee bei einem interaktiven Eventfilm?

IS: Im Grunde ist ein interaktiver Eventfilm so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau. Man kann als Trailer einen kurzen, werbewirksamen Spot voranstellen, der gut verbreitbar ist, leicht zu konsumieren und Appetit macht auf mehr. In der weiteren Verlinkung kann man dann aber jede beliebige fachliche Tiefe bieten, die gewünscht ist, da sich ja jeder User selber aussuchen kann, was ihn wie sehr interessiert. Man sieht sich also im Endeffekt einen viel längeren Film an, als man es tun würde, wenn man einen Eventfilm in dieser Länge vorgesetzt bekommen würde. Als Gestalter des Eventfilms kann ich mit einem interaktiven Film dem Veranstalter alles anbieten, was er möchte: er bekommt einen Film, der seine Veranstaltung bewirbt und den er gut teilen kann. Gleichzeitig kann er damit aber auch in voller Länge zeigen, was er alles bietet bei seinem Event. Er erreicht damit alle Zielgruppen optimal für jede Situation, auf jedem Device. Ich kann mir als Zuschauer unterwegs auf dem Handy kurz den Trailer anschauen, weil er auf Facebook geteilt wurde, und dann daheim weiter den tiefergehenden Informationen nachgehen. Egal ob ich mich sehr vertiefend für das Thema der Veranstaltung interessiere oder nur recht oberflächlich, speziell Interesse an einer bestimmten Person oder Sache habe oder mir eher einen generellen Überblick verschaffen möchte. Bei einem interaktiven Eventfilm kann ich mir alles so zusammenstellen, wie ich es möchte.

Was ist technisch dabei zu beachten?

IS: Zentral bei der Interaktivität ist natürlich die Menüführung, bei der sich jeder User intuitiv zu Recht finden muss. Hier kommt man auch sehr schnell an die Grenze zwischen Usability und User Experience, denn es zählt nicht so sehr die geringe Zahl der Klicks, um zu einem bestimmten Video in der Verlinkung zu gelangen, sondern wie klar verständlich die Struktur des Menüs gestaltet ist. Nur so finde ich mich bei einer Vielzahl an Filmen, die alle mit einander verbunden sind, intuitiv zurecht.

Es ist generell schon eine gehobene koordinative Aufgabe, einen interaktiven Film zu gestalten. Wenn man da noch den Zeitdruck hinzunimmt, unter dem man bei einem Eventfilm steht, dann erkennt man schon sehr gut, dass das der Pferdefuß bei der eierlegenden Wollmilchsau des interaktiven Eventfilms ist. Das konkrete Filmen selber muss sitzen, sodass man die Kapazitäten übrig hat, das Material dem übergeordneten Konzept des Menüs zuzuordnen.

IS: Ist Interaktivität ein neuer Trend auf youtube?

Definitiv, auch wenn es in der Regel nicht auf einem derart hohen Niveau praktiziert wird. Oft wird die Interaktivität dazu genutzt, um Untertitel einzublenden, eventuell in verschiedenen Sprachen. Beim Videomarketing ist es auch üblich, am Ende des Films Verlinkungen zu den anderen Filmen des eigenen Kanals anzubieten, um den User nicht entkommen zu lassen. In sich gebaute Werke wie der CIO-Award 2014 erfordern zu viel Arbeit und Koordination, um zu einem allgemeinen Trend zu werden. Damit sticht man auf jeden Fall heraus.

Interaktivität auf Youtube hat nur den einzigen Nachteil, dass die Verlinkungen auf Flash basieren und dadurch auf IOS-Geräten nicht wiedergegeben werden. Youtube ist natürlich in sich ein enormer Kanal, sodass es sich auszahlt, alleine nur dafür Videos zu produzieren, wie es ja bereits ein sehr großer Industriezweig macht. Ich persönlich möchte aber natürlich über die Beschränkung hinausgehen, die man durch die proprietäre Technologie von Flash hat und habe bereits eine Struktur entworfen, um auf Basis von html5 (und fully responsive) ein interaktives Eventvideo zu erstellen. Ihr müsst unbedingt gucken, wie´s weitergeht…

Den interaktiven Film kann und mehr kann man auch hier bewundern: http://www.confare.at/10858_DE-CIO_IT_Manager_Summit_2015-Rueckblick_CIO_IT-Manager_Summit_.htm

Mehr zu novumfilm: http://www.novumfilm.com/

Dienstag, 10. August 2010

Digitales Managen - Mein Beitrag zur Blogparade

Mit der rasanten Verbreitung der Sozialen Netzwerke geht eine vielschichtige Diskussion ihrer Auswirkungen auf die private und geschäftliche Kommunikation einher. „Experten“ schießen wie Pilze aus dem Boden und erstellen Verhaltensregeln oder erzählen, wie man via Social Media große Geschäfte macht.
Dabei kann man noch kaum über „den richtigen Weg“ sprechen Web 2.0 zu nutzen. Dem Einzelnen und den Unternehmen stehen neue Kommunikationskanäle zur Verfügung, die sie individuell nutzen. Dabei passiert ein kollektiver Lern- und Gestaltungsprozess. Man lernt mit Privacy genauso umzugehen, wie mit Spam und „Reputation“.
Die Herausforderungen für Gesellschaft, Unternehmen und Einzelpersonen dabei sind mannigfaltig. Wie ist das Individuum zu schützen, wenn die Community immer recht hat? Während Information immer rascher und zielgerichteter Verbreitet wird, gibt es nun wirklich Menschen, die von diesem Informationsfluss drastisch ausgeschlossen sind. Mangelnde Technik und Bildung werden noch schwerwiegendere Chancenungleichheit verursachen, wenn sich immer mehr Aspekte unseres Lebens im Web abspielen. Wer den Zugang zu Communities nicht findet, dem bleibt wesentliche Information vorenthalten. Welche Auswirkungen bringt diese Verhärtung des „Digital Divide“? Wie können Minderheiten geschützt werden?
Während im Berufsleben Digital Natives einen Wettbewerbsvorteil gegenüber jenen erlangen, die Social Media als Zeitverschwendung betrachten, und hier eine Art Generationenkonflikt im Entstehen ist, nutzen diejenigen, deren Karriere bereits abgeschlossen ist, in der Rente durchaus massiv die Möglichkeiten der Social Networks und des Web 2.0.
Auf eigenen Plattformen wie senior.kom aber auch zum Beispiel in Facebook erweisen sich die Pensionäre als aktive Nutzer und nutzen die neuen Möglichkeiten für Freizeitgestaltung und Meinungsaustausch und sind damit mehr am Puls der Zeit, als es für ihre Vorgängergenerationen überhaupt möglich war.
Der Lernprozess ist im vollen Gange. Die Vorteile des Web 2.0 haben wirken sich in der Arbeitswelt konkret aus. Via Social Media finde ich leichter die richtigen Ansprechpartner für mein Geschäft. Ich kann innerhalb kurzer Zeit persönliche und geschäftliche Schnittstellen zu anderen Personen wahrnehmen. So wird Cross-Selling und Up-Selling in einer neuen Dimension möglich und zwar zum Nutzen von Anbieter und Abnehmer.
Die Möglichkeiten sind so groß, dass das Web 2.0 eine massive Bedrohung sein kann, für all jene, die sich nicht mit den Auswirkungen auf das eigene Geschäft befassen. So wie die Musikindustrie vom mp3 Siegeszug überrascht war (und das passende Geschäftsmodell aus einer anderen Branche hereingetragen wurde und einen neuen Player im Spiel groß gemacht hat), oder Amazon den Buchhandel in Bedrängnis gebracht hat. Web 2.0 bedeutet daher für jeden Unternehmer, sein Geschäftsmodell zu prüfen und aktuell zu halten, sonst kann es schnell überholt sein.

Blogparade Digitales Managen