Montag, 15. Oktober 2012

Der CIO – Generalist und Teil der Geschäftsleitung



Enrico Lardelli, CIO der POST FINANCE sagt im Gespräch, warum sich die Rollen und die Aufgaben des CIOs eigentlich nicht verändert haben.

Seit mehr als 10 Jahren ist Enrico Lardelli in IT-Führungsaufgaben bei Schweizer Banken. Seine umfassenden Kenntnisse des Business und der Geschäftsprozesse machen ihn zu einem wichtigen Partner für Management und Fachbereiche und qualifizieren ihn als Top-Kandidat für den SWISS CIO AWARD 2012. 

Wie hat sich das Rollenbild des klassischen IT-Leiters verändert?
Ich glaube nicht, dass sich das Rollenbild verändert hat. Ich bin nun seit über 10 Jahren in einer Gesamtverantwortung und immer hat mich das Business mehr interessiert als die reine Technik. Daher auch meine Überzeugung, dass ein CIO sehr viel generelles Branchen-Know-How in seinem jeweiligen Unternehmen mitbringen muss, um das Geschäft optimal zu befähigen. Damit kann er auch optimal aufzeigen, in welchen Bereichen in Informatikmittel investiert werden sollte und wo Kosten zu sparen sind. Der Kosten/Nutzen Aspekt steht im Zentrum.
Zentrale Wichtigkeit der Rolle des CIO's ist, dass das Unternehmen und damit die Geschäftsleitung erkennt, dass die IT richtig eingesetzt ein wesentlich wichtiger Differenzierungsfaktor ist. Damit gehört der CIO auch meiner Meinung in die Geschäftsleitung, bspw. weit vor einem HR-Leiter.

Welche Qualifikationen, abseits der technischen, benötigt der IT-Leiter heute?
Er muss Generalist im jeweiligen Business sein. Dazu muss er ausgeprägte Finanz- und Controlling Fähigkeiten aufweisen, um eine adäquate und nachvollziehbare Kostenrechnung sicher stellen zu können.
Selbstverständlich muss er sattelfest in strategischen Disziplinen sein, wie deren Definition aber vor allem auch deren Analyse. Die IT-Strategie muss immer inhärent von der Unternehmensstrategie abgeleitet sein und dessen Bezug herleitbar sein.
Er muss technologische Entwicklungen auf dessen Businessbezug analysieren und deren Wirkung/Potenzial aufzeigen können. Je besser er dies aufzeigen kann, je unumstrittener und dominanter seine Stellung.

Was muss der CIO tun, um den Business-Anforderungen gerecht zu werden, bzw. die Unternehmensziele zu unterstützen?
Er muss seinen Einfluss durch die richtige Positionierung im Unternehmen, sprich Gremien und Governance, sicherstellen. Es reicht nicht, dass er dies im Strategiepapier aufzeigt. Er muss konkrete Aussagen zu strategischen Ausrichtungen von Business machen können, welche Infrastruktur- und/oder Applikationsarchitekturen beeinflussen. Diese Aussagen sind in Businessterms zu transformieren und dürfen keine Technikhieroglyphen sein.
Am besten zeigt er dies durch die Verankerung von geeigneten Kennzahlen in der BSC der Unternehmung auf.

Warum ist der CIO Award wichtig?
Der CIO Award ist wichtig, um die eigene Organisation und dessen Leistung, über einen Dritten beurteilt, positiv aufzeigen zu können. Die Innenwirkung und das Selbstbewusstsein der IT-Abteilung kann damit wesentlich gestärkt werden. Mit dem Award wird nicht der CIO als Person, sondern die ganze CIO-Organisation bewertet und ausgezeichnet. Somit steht das Team und dessen Leistung im Vordergrund.
Es würde mich außerordentlich freuen, eine solche Auszeichnung im Namen der ganzen Organisation entgegen nehmen zu dürfen.

Der CIO AWARD wird am 22. November 2012 in Zürich im Rahmen des Confare CIO & IT-Manager Summits verliehen. Neben der Kür der besten IT-Manager der Schweiz bietet das Summit auch zahlreiche hochkarätige Vorträge. U.a. von UBS CIO Stefan Arn, sowie Bestseller-Autor Erik Händeler, der in seinem Buch „ Die Geschichte der Zukunft“ zeigt, was in Zukunft ausschlaggebend für den Erfolg von Unternehmen sein wird und warum uns das Krisengefühl nicht so schnell verlassen wird. Mehr Details zum Award und zum spannenden Konferenzprogramm finden Sie auf www.cioaward.ch

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