Dienstag, 14. Juli 2015

Coole Business App oder Rohrkrepierer? Welche Entscheidungen Sie treffen müssen, damit Ihre mobilen Anwendungen ein Erfolg werden

Armin Kuppek ist Head Mobility und Digital Business bei CSC Austria. Im Vorfeld seines Vortrages bei der Confare Konferenz #Digitalize 2015 am 14. Oktober in Wien haben wir mit ihm darüber gesprochen, warum vielen mobilen Business Anwendungen der Erfolg versagt bleibt, was Entscheider bei der Planung von Business Apps berücksichtigen müssen und wie man die eigenen Anwender glücklich machen kann?

Gute Ideen für mobile Business Anwendungen gibt es viele, oft scheitert es jedoch bei der Umsetzung. Woran liegt das?

Die meisten Menschen haben – geschuldet durch die sehr hohe Verbreitung von Smart Devices im privaten Umfeld - persönliche Erfahrungen mit mobilen ‚Consumer’ Apps, welche (in den meisten Fällen) durch eine exzellente User Experience glänzen.  Da wundert es nicht, dass potentielle Anwender der Fachabteilungen auch ansprechende und intuitive mobile Geschäftsanwendungen im Berufsleben voraussetzen. Bei Nichterfüllung dieser Anforderungen scheitern mobile Anwendungen zumeist an der Akzeptanz der Anwender. Diese Erwartungshaltung steht oft in Konflikt mit den Zielen der Business- und IT- Entscheider.

Business Entscheider verfolgen als primäres Ziel die Optimierung Ihrer Geschäftsprozesse. Dabei lassen sich aus unserer Sicht grob drei Kategorien von mobilen Anwendungsfällen unterscheiden:
1)            Bestehende Produkte weiter verbessern
2)            Die Produktion optimieren bzw. verbessern
3)            Neue Geschäftsmodelle und Umsatzpotentiale realisieren

Die Investitionsbewertung hinsichtlich einer Umsetzung von mobilen Anwendungsfällen muss durch das Business unter Berücksichtigung dieser Kategorien erfolgen. Dabei liefert 1) einen relativ überschaubaren Mehrwert für das Business. Wenn möglich sollte auf kostengünstige, vorgefertigte Standardlösungen zurückgegriffen werden. Unter 2) versteht man mobile Anwendungen, die grob gesagt existierende Prozesse beschleunigen oder deren Effizienz steigern.  3) bringt den größten Mehrwert für das Business und rechtfertigt demnach auch höhere Investitionskosten. 
Ein zusätzliches Bewertungskriterium stellt der Routinefaktor einer mobilen Geschäftsanwendung dar -  darunter versteht man die Häufigkeit der Verwendung der Lösung.

Die Aufgabe von Business Entscheidern muss es sein, Ideen bzw. potentielle mobile Anwendungsfälle auf Basis des generierten Business Mehrwerts und des Routine Faktors zu bewerten und zu priorisieren und eine Investitionsentscheidung unter Berücksichtigung der drei Kategorien zu treffen (siehe Abbildung).
IT Entscheider haben in den meisten Fällen das Ziel, zum einen die IT Kosten niedrig zu halten und zum anderen den Einsatz von mobilen Technologien konform zur (hoffentlich) vorhandenen mobilen Strategie sicherzustellen. Die IT agiert dabei als Business Enabler.
Investitionsentscheidung anhand Business Value und Routine Faktor
Was sind nun Ihre Empfehlungen um den Erfolg bei der Einführung mobiler Geschäftsanwendungen zu gewährleisten, und dabei auch die Anforderungen der Anwender hinsichtlich der User Experience zu berücksichtigen?

Nach einer positiven Investitionsentscheidung durch das Business sind zwei Erfolgsfaktoren kritisch für die Umsetzung eines mobilen Anwendungsfalles:

1)            Zunächst müssen die Anforderungen an die zu entwickelnde mobile Geschäftsanwendung definiert werden - unabhängig von einer Technologieentscheidung. Sehr häufig kann beobachtet werden, dass Technologien bzw. bestehende, zu mobilisierende Applikationen die Umsetzung treiben anstatt der funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen. Diese Herangehensweise führt häufig in eine Sackgasse und kann zum Scheitern eines Umsetzungsprojektes führen. Anforderungen an die Technologie sollten erst nach der Anforderungsanalyse - auf Basis der ermittelten funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen – abgeleitet werden.
2)            Die Einbeziehung der betroffenen Anwender der Fachabteilung von Beginn an ist von entscheidender Bedeutung, da so sichergestellt wird, dass wichtige Anwender - Akzeptanzkriterien (z.B. Bedienbarkeit, Erlernbarkeit, Barrierefreiheit etc) von Beginn an berücksichtigt werden.
Der User-Centered-Design Ansatz verfolgt genau diese Ziele. Dabei werden speziell die Anforderungen der Anwender an die Benutzeroberfläche mittels Rapid-Prototyping Techniken (z.B. interaktive Screendesigns, Clickdummys etc) greifbar und erlebbar gemacht und somit das wertvolle Feedback der Anwender gleich zu Beginn der Umsetzung ermittelt. Wahrnehmung und Akzeptanz der mobilen Geschäftsanwendung werden so zuverlässig optimiert. Diese Vorgehensweise kann als Ergänzung zur klassischen Anforderungsanalyse gesehen werden. In der agilen Welt finden diese Aktivitäten typischerweise in den ersten Sprints statt.

Letztendlich ermöglicht die skizzierte Vorgehensweise einem Unternehmen, mobile Potentiale systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren und eine strategische Investitionsentscheidung zu treffen. Häufig auftretende Showstopper werden vermieden, sodass Mehrwert stiftende mobile Geschäftsanwendungen auch tatsächlich erfolgreich umgesetzt werden können.
Mehr über seine Praxiserfahrungen bei der Umsetzung smarter Apps wird Armin Kuppek im Rahmen seines Vortrages bei #Digitalize 2015 berichten. Die Teilnahme ist für IT-Entscheider und Fachbereichsleiter kostenlos. Details und Anmeldung finden Sie auf http://www.confare.at/11550_DE-7304_%23Digitalize_2015-Einfuehrung.htm  

1 Kommentar:

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