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Montag, 26. Mai 2014

Kundenbeziehungen im Social Web - CRM und Social Media wachsen zusammen


Judith Denkmayer, Geschäftsführerin von Digital Affairs ist Social Media Pionier in Österreich, auf Twitter aktiv unter @linzerschnitte und Referentin auf dem Confare Jahresforum Marketing & Vertrieb 2.0 am 5. Juni in Wien. Im Gespräch sagt sie uns, warum bestehende CRM Lösungen nicht fit für das Social Web sind, und wo sie sich weiterentwickeln müssen.

Welche Auswirkungen haben die Sozialen Medien auf die Kundenbeziehungen?

Mit Social Media ändert sich die Erwartungshaltung von Kunden an die Unternehmen und auch Institutionen: Kundenservice wird immer mehr von der Hol- zur Bringschuld. Der Kunde bzw. User wählt den Kanal, über den er mit dem Unternehmen in Kontakt tritt und stellt Fragen bzw. postet Kommentare öffentlich. Dies bedeutet für die Unternehmen eine neue Transparenz, weil jeder die Dialoge mitlesen kann; hinzu kommt eine neue Geschwindigkeit in der Servicierung. Das fordert von den Unternehmen große Änderungen in ihren Prozessen, weil sie nun schnell und unbürokratisch und möglicherweise sogar abteilungsübergreifend zusammenarbeiten müssen!

 Nicht zuletzt hat sich auch die Art und Weise geändert, wie auf Kundenanfragen geantwortet wird, insbesondere in der Tonalität: Callcenterhandbuch-Phrasendrescherei kommt definitiv nicht gut an. Alles in allem bedeutet Social Media einen Kontrollverlust für die Unternehmen; im Gegenzug bekommen sie aber unmittelbarere, direkte Kontakte, authentisches Feedback und Fragen, die vielleicht sonst nie gestellt wurden und damit verbundene Business Intelligence und neue Möglichkeiten für Kommunikation, Marketing und Vertrieb.

Inwieweit sind bestehende CRM Systeme reif, um die Kundenbeziehungen im Social Web abzubilden?

Die bestehenden CRM Systeme haben – laut unseren Kunden – nie bis selten die notwendigen Schnittstellen, um Social Media Daten in anderer Form als CSV Upload abzubilden. Das ist in Sachen individueller Dialog nicht immer einfach. Allerdings bestätigen viele unserer Kunden uns auch, dass CRM Systeme/Datenbanken zu den Themen gehören, die sie in den nächsten zwei Jahren angehen wollen, weil die Systeme komplett veraltet oder eben einfach Stückwerk sind. 

Nicht ganz unbedeutend ist in Sachen CRM natürlich die Tatsache, dass Social Media und Kundendaten aus anderen Kanälen nicht ohne weiteres abgeglichen werden dürfen, aus datenschutzrechtlichen Gründen. Die Social CRM Tools werden immer besser, haben aber eine natürliche Grenze bedingt durch Datenschutz (Facebook Profile würden sicher den spannendsten Content hergeben, sind aber standardmäßig nicht öffentlich) oder Plattformen, die gar keine bzw. keine geeignete API (Programmierschnittstelle) haben wie google+, Instagram oder foursquare.

Das größte Problem sind wohl die unterschiedlichen rechtlichen Bedingungen in Bezug auf Social Media Daten und klassischen Kundendaten, da diese nicht vermischt werden sollten. Noch öfter aber sind das klassische CRM System und das Social Media CRM System nicht kompatibel. Gerade in Österreich entscheidet man sich dann oft dafür, gar kein Tool zu nehmen, weil in unserem KMU-Land gar nicht soviele Menschen permanent über Dienstleistungen/Produkte reden und daher meist eine Monitoringlösung und ein Ticketingtool zu reichen scheinen. Eine nicht unbedingt nachhaltige Lösung, da langfristig Infos verloren gehen oder zuwenig Kundendaten erfasst werden – dabei wären Email Adressen von einigen wenigen Facebook Fans wichtiger und wertvoller als noch mehr Facebook Fans. 

Wie sehen denn die rechtlichen Rahmenbedingungen aus?

Grundsätzlich sind Daten im Social Web publik, dementsprechend dürfen sie für ein Monitoring verwendet und ausgewertet werden. (Nutzermeinung darf verwertet werden/Nutzerbezogene Daten nicht) Wer sich für ein Forum etc. anmelden muss oder zb. mit jemandem auf Facebook befreundet sein muss, um einen Inhalt zu sehen, darf diese Daten nicht verwenden.

Allerdings ist es nicht erlaubt, Kunden, die im Monitoring aufgetaucht sind, plötzlich ohne vorherige Einwilligung (“Weil ja ein Geschäftverhältnis besteht, hehe!”) via Mail, Facebook Message oder Direct Message (Twitter) mit Newsletter und Werbung zu beschicken. Oder auch nur anhand der Social Media Daten die echte Adresse/Telefonnummer der Person ausfindig zu machen – was aber erlaubt ist: die Person via Social Media - also zum Beispiel mit dem eigenen Twitteraccount auf Twitter (direkt) anzusprechen. (“Serviceabsichten berechtigen nicht zum Abgleich von Kundendaten”, “Direkte Ansprache potentieller Kunden ist nicht zulässig”)

Welche Prognosen hast Du für die Zukunft von Social CRM?

Nach mehreren Jahren, in denen wir unsere Kommunikationsaktivitäten zunehmend in  “Walled Gardens” transferiert haben, kommt jetzt – wenig überraschend – die Erkenntnis, dass man dort zwar Touchpoints hat, aber sich viel zu wenig um die Datenextrahierung gekümmert hat. Insofern ist Social CRM eine logische Weiterentwicklung in der Social Media Strategie. Es ist eine Rückbesinnung auf die BWLer-Weisheit, dass ein bestehender Kunde mehr wert ist, als ein Lead.

Das deitailierte und umfangreiche Programm des Confare Jahresforum Marketing & Vertrieb 2.0 am 5. Juni in Wien findet man hier: http://www.confare.at/10357_DE-7210_4._Jahresforum_Marketing_Vertrieb_2.0-Einfuehrung.htm

Dienstag, 6. Mai 2014

„Die Komplexität des Web wird weiter wachsen“ Sevenval CTO Roland Gülle über die Anforderungen an Web Entwickler und erfolgreiche Online Projekte

Als CTO der Sevenval Technologies GmbH ist Roland Gülle federführend an internationalen e-Commerce und Webprojekten beteiligt. Sein Resümee im Rahmen des Vortrages auf dem Confare CIO & IT-Manager Summit: „Mobile First ist längst Realität“. Im Gespräch gibt uns Roland einen Einblick in die Erfolgsfaktoren von Web Projekten und auf die wichtigsten Trends für Web Entwickler.

Was sind Ihrer Erfahrung nach die Erfolgsfaktoren für ein erfolgreiches Web Projekt?

RG: Für den Erfolg ist das Verständnis für das Geschäftsmodell und die bestehende Informationsarchitektur entscheidend. Diese Vorgaben bestimmen unsere Konzeption der Gesamtlösung. Anschließend prüfen wir den Workflow des Kunden und leiten daraus die passenden Prozesse und Methoden ab. Damit ist die technische Entwicklung definiert. Auch den Betrieb und die Wartung des Web-Projekts passen wir den Arbeitsweisen des Kunden an.

Zweitens ist das unternehmerische Mitdenken ausschlaggebend für eine gute Zusammenarbeit. Aus Sicht der Sevenval Technologies ist ein Web-Projekt dann erfolgreich, wenn der Return on Investment schnell erreicht ist. Wir möchten, dass der Kunde sein Geld so schnell wie möglich zurückerhält. Viele IT- Dienstleister locken ihre Kunden mit niedrigen Anfangskosten. Unsere Erfahrungswerte sind jedoch, dass bis zu 80% der Betriebs- und Wartungskosten durch den Einsatz der richtigen Technologie gespart werden können. Diese erhöht die initialen Kosten, spart aber langfristig ein Vielfaches des anfänglichen Aufpreises. Mit Hilfe unserer Technik erzielen unsere Kunden außerdem in der Regel rund 20% mehr Umsatz, da wir die Ladezeiten der Webseite für alle Geräte drastisch verringern und die Nutzerfreundlichkeit erhöhen. Zudem sind unsere Kunden mit ihrem neuen Webauftritt 30% schneller am Markt.  Diese drei Faktoren – Performance, Time-to-Market und Total Cost of Ownership – sorgen für einen kundenfreundlichen Return on Investment.

Was bedeutet Mobile First in der Praxis?

RG: "Mobile First" ist leider zu einem Buzzword verkommen, bedeutet aber in der Praxis, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Den Hype um „Mobile First“ kann man also auch ganz gelassen mit „Keep it simple“ übersetzen. Diese Reduktion lässt sich von einer mobilen auf die Desktop-Version eines Webangebots übertragen. Für beide Angebote gilt: Der Informationswert sollte im Vordergrund stehen. Inhalte, die auf der Desktop-Version zur Verfügung stehen, bei der mobilen Version auszublenden, halte ich daher für falsch. Entweder ist die Information sinnvoll oder nicht. Im ersten Fall sollten sie auf beiden Geräten zu sehen sein, im zweiten Fall gar nicht.

Content-Portale nach dem Prinzip „Wird schon was dabei sein“ sind ein Überbleibsel der Pre-Mobile-Ära. Das bekannteste Beispiel ist Yahoo, die mit Imageproblemen kämpfen, weil die Nutzer die Konzentration auf das Wesentliche als Merkmal des mobilen Webs zu schätzen wissen. Entscheidern empfehle ich daher, Mobile als Mainstream anzusehen.

Welche Anforderungen ergeben sich daraus für Web-Entwickler?

RG: Die Maßgabe, die wir unseren Kunden vermitteln, lautet: „Prepare for constant change.“ Das mobile Web ist technologisch ständig im Wandel. Wir reden von „The Moving Web“ als Anspielung auf die schnellen Veränderungen in der Client Landschaft und bei Frontend Technologien. Jahrelang stand das Web still, wodurch Innovationen wie Adobe Flash oder Microsoft Silverlight entstanden sind, die als Innovationstreiber angesehen wurden. Heute sind Veränderungen die neue Konstante. Webbrowser, Betriebssysteme und technische Standards bringen ständig Updates mit sich, die obendrein fortlaufend ausgeliefert werden. Es gibt keinen Ist-Zustand mehr für Webprojekte. Dies müssen wir erkennen, als Chance sehen und eine Lösung darauf vorbereiten.

Bei größeren Projekten geht es in der Regel darum, eine existierende und fragmentierte Architektur an den Ist-Stand der Frontend-Innovationen anzupassen.

Unabhängig von Features und Ist-Stand müssen Web-Entwickler hier die Methodiken und Prozesse verändern, um neue Frontend Technologien einfach integrieren zu können. Automatisierung von Prozessketten und die Auswahl der richtigen Tools für die optimale Experience rückt in den Vordergrund. Beherrschbarkeit und Methodik löst Features am Frontend ab, für die zukünftige Planung und Realisierung von Web Projekten. Nur dann werden sie die zunehmende Komplexität beherrschen können.

Welche Entwicklungen werden das Netz in den nächsten Jahren bewegen?

RG: Die Komplexität des Web wächst weiter. Zum Beispiel wird HTTP 2.0 den Status Quo der Frontend Optimization verändern. Das Problem der schnellen Frontend-Innovation und langsamen Backend-Entwicklungen wird sich ebenfalls verschärfen. Komplexe integrierte Systeme werden immer eine schwerfälligere Lösung darstellen und sind aus unserer Sicht diesen Anforderungen nicht gewachsen.
Die Lösung ist die Konzentration auf die Kernkompetenz von CMS oder E-Commerce Systemen und deren Prozessen auf der einen Seite. Auf der anderen Seite schaffen dedizierte Frontend-Layer wie unsere Software Produkte die notwendige Dynamik und Flexibilität am Frontend. Hier sind auch die non-functional Requirements wie Hochverfügbarkeit, Security und Qualität einer Infrastruktur-Komponente zu beachten.
Wir müssen uns entscheiden: Versuchen wir im Backend die gleiche Geschwindigkeit zu gehen?
Oder wollen wir diesen Status akzeptieren und mehr Dynamik über Frontend-Layer realisieren?

 Referenzbeispiele zu erfolgreichen Projekten von Sevenval kann man hier finden:
http://www.sevenval.com/#references

Dienstag, 29. April 2014

The 3 most typical mistakes that prevent Sales and Marketing from working together


 

Leahanne Hobson, Managing Director of ALINEA Partners Consulting has directed go-to-market strategies and new business development programs for global companies of all sizes. According to her recent research, less than 10 percent of B2B companies say they have tight alignment between sales and marketing. That means that there are a serious number of companies with a marketing and sales alignment problem. And an alignment problem is a business problem. Without alignment, a company cannot effectively execute. In her session at the Confare event »Marketing & Vertrieb 2.0« on June 6th in Vienna, Leahanne will talk about the research her company conducted, give examples of common areas where sales and marketing fail to align and provides practical ideas for improving this relationship. In this interview Leahanne explains why Marketing & Sales alignment is so important and what the major mistakes are that prevent Sales and Marketing from working together.

What is the meaning of Marketing & Sales alignment?

LH: In the business-to business sector, a well-known source of tension is the relationship between many sales and marketing executives.  Evidence of this can be heard with comments such as, ‘Marketing only does advertising in our company’ or ‘These are not leads.  Sales doesn’t know how to close leads.’  Or even, ‘I have no idea what marketing does for us.’  Whether or not these complaints are legitimate or simply the result of frustration at not meeting corporate revenue or customer satisfaction goals, the end result is the same – reduced productivity, lack of focus, poor communications, work dissatisfaction and a failure to meet targets.

When Sales and Marketing teams are aligned within a company, they work cooperatively to meet a set of agreed upon goals. 

Areas where cooperation should be seen:

  • The Buyer’s Journey – It is more important than ever that companies understand how, where and why their customers buy.  Joined-up Sales and Marketing teams will align their strategy, approach, process and activity.
  • Campaign Structures – An agreed view on nomenclature, lead definitions, Service Level Agreements (SLAs), owners, targets and ‘what success looks like.’
  • Integrated Campaigns – Successful marketing campaigns are integrated in approach and execution.  Well thought-out campaigns that incorporate input from Sales during inception improve chances for success.
  • Planning and Measurement – A cooperative, communicative process for planning and agreed targets will stimulate dialogue verses finger-pointing.
Why do many companies have major Sales and Marketing alignment issues?

LH: There could be a variety of reasons, but three of my favorites that tend to solve a significant part of the problem if fixed are:

  1. Management doesn’t understand Marketing.  The top decision-makers do not understand the full contribution that marketing can make and should make to the Business.
  2. Marketers are not adequately trained to be true partners with Sales in the revenue generation process.  Many come from communications or advertising backgrounds and do not understand or take into account the required commercial elements.
  3. Companies lack an integrated planning process to enable (or force) Marketing and Sales to craft joined strategies and tactics.
What are the 3 most typical mistakes that prevent Sales and Marketing from working together?
LH:

1. Lack of agreed Goals.
 
2. Different vocabularies.
 
3. Not having a full view – or having too many different views – of data.

 
 What can be achieved by optimizing Sales and Marketing alignment?

LH: Oh!  The world looks a lot different:  to customers, buyers and to Sales and Marketing professionals inside the company. 

Revenue can increase, customer satisfaction can improve and the overall work environment inside the company can go from abusive in the worst cases or counterproductive in the best to communicative, successful and even enjoyable.
 
To hear more about Leahannes research and how to achieve better understanding between divisions we suggest you visit http://www.confare.at/10357_DE-7210_4._Jahresforum_Marketing_Vertrieb_2.0-Einfuehrung.htm
 
 
 
 
 

Die 3 Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Eventfilme – Filmemacher Ivan Siljic zur Premiere des ersten interaktiven österreichischen Veranstaltungsrückblicks


Mit dem Eventvideo zum 7. CIO & IT-Manager Summit liefert novumfilm eine Premiere – der erste interaktive österreichische Eventfilm bietet dem Seher die Möglichkeit, seinen ganz persönlichen Ein- und Rückblick auf die Veranstaltung zu werfen und genau die Statements und Vorträge anzusehen, die für ihn persönlich interessant sind. Filmemacher Ivan Siljic von Novumfilm erklärt die Besonderheiten und Herausforderungen eines interaktiven Youtube Films und was die Erfolgsfaktoren für einen erfolgreichen Eventfilm sind.

Welche Möglichkeiten bietet ein Eventvideo für den Veranstalter?

IS: Confare nutzt ja die Filme über die verschiedenen Events optimal, einerseits als Nachbereitung der Veranstaltung und andererseits zur Ankündigung des nächsten Events. Mit einem Film zeigt man sowohl die authentische Atmosphäre des Events, sollte aber auch einen erzählerischen Bogen schaffen, um den Film selber spannend zu machen. Generell gesprochen ist es bei Veranstaltungen oft so, dass das Video des Events das Einzige ist, was im Nachhinein von der Veranstaltung wahrgenommen wird. Wenn social media sharing das Ziel des Eventvideos ist, dann sollte der Film natürlich knapp und visuell spannend erzählt sein, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu erreichen und geteilt zu werden. Wenn hohe fachliche Tiefe dokumentiert werden soll, dann wird dafür mehr Zeit benötigt. Der Film ist dann auch für ein fachkundigeres Publikum interessant, wird aber kaum breitenwirksam geteilt werden. Je nach Zielpublikum und Veranstaltung muss man das richtige Format für den Film finden, sodass der Veranstalter dann etwas in der Hand hat, womit er für das nächste Event wieder Kunden ansprechen kann.

Was sind die 3 Erfolgsfaktoren, damit ein Eventfilm sein Publikum erreicht?

IS: Bei einem Eventfilm ist speziell eine zeitnahe Auswertung nach der Veranstaltung absolut zentral. Selbst der beste Film ist 3 Wochen nach einem Event eigentlich nur mehr verlorene Liebesmüh. Man muss also in den Dreh eines Eventfilms mit einem gut vorbereiteten Konzept gehen, um dann das benötigte Material in der Art zu erstellen, wie man es in der Postproduction gut weiterverarbeiten kann. Einfach nur dem Geschehen hinterher zu laufen und sich dann im Nachhinein bei der Sichtung des Materials zu überlegen, was man daraus schneiden könnte, führt zu großen Zeitverlusten und geringerer Qualität beim Ergebnis. Mit einer derartigen Verzögerung verliert der Film dann viel von seiner Wirkung.

Ein weiterer Erfolgsfaktor bei einem Eventfilm ist, die Erwartungshaltung des Publikums zu kennen und passend zu bedienen. Es sind grundsätzlich völlig unterschiedliche Ansprüche, die ein Besucher an die Veranstaltung selber hat im Unterschied zum Film über das Event. Wollen die Leute sich hauptsächlich selber sehen beim Feiern in einer launigen Atmosphäre, oder wollen sie sich anhand des Filmes schlau machen, was bei so einem Event alles passiert? Hat der Film einen gewissen allgemeinen Nachrichtenwert oder soll er ein spezielles Publikum mit für sie relevanten Einblicken bedienen? Je besser man diese Erwartungshaltung gegenüber dem Film trifft, desto größer ist der Anklang des Films und natürlich damit auch die Nachbereitung des Events selber.

Zentral bei jeder Produktion von Content ist der Faktor des Mehrwerts für den Kunden. Was hat ein Betrachter des Eventvideos davon, dass er sich den Film ansieht? Weswegen sollte er den Film oder das Event jemand anderem weiterempfehlen? Über diesen Punkt muss man sich im Vorfeld ausreichend mit dem Veranstalter austauschen, um die Ziele zu kennen, die er mit dem Event verfolgt. Gemeinsam kann man dann auch auf Ideen kommen, was man bei der Veranstaltung selber noch machen könnte, um fürs Video dann besonderes Material zu haben, wie z.b. die coole Alice im Kostüm beim CIO-Award. Das ist dann im Film ein echter Hingucker.

Was ist die Idee bei einem interaktiven Eventfilm?

IS: Im Grunde ist ein interaktiver Eventfilm so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau. Man kann als Trailer einen kurzen, werbewirksamen Spot voranstellen, der gut verbreitbar ist, leicht zu konsumieren und Appetit macht auf mehr. In der weiteren Verlinkung kann man dann aber jede beliebige fachliche Tiefe bieten, die gewünscht ist, da sich ja jeder User selber aussuchen kann, was ihn wie sehr interessiert. Man sieht sich also im Endeffekt einen viel längeren Film an, als man es tun würde, wenn man einen Eventfilm in dieser Länge vorgesetzt bekommen würde. Als Gestalter des Eventfilms kann ich mit einem interaktiven Film dem Veranstalter alles anbieten, was er möchte: er bekommt einen Film, der seine Veranstaltung bewirbt und den er gut teilen kann. Gleichzeitig kann er damit aber auch in voller Länge zeigen, was er alles bietet bei seinem Event. Er erreicht damit alle Zielgruppen optimal für jede Situation, auf jedem Device. Ich kann mir als Zuschauer unterwegs auf dem Handy kurz den Trailer anschauen, weil er auf Facebook geteilt wurde, und dann daheim weiter den tiefergehenden Informationen nachgehen. Egal ob ich mich sehr vertiefend für das Thema der Veranstaltung interessiere oder nur recht oberflächlich, speziell Interesse an einer bestimmten Person oder Sache habe oder mir eher einen generellen Überblick verschaffen möchte. Bei einem interaktiven Eventfilm kann ich mir alles so zusammenstellen, wie ich es möchte.

Was ist technisch dabei zu beachten?

IS: Zentral bei der Interaktivität ist natürlich die Menüführung, bei der sich jeder User intuitiv zu Recht finden muss. Hier kommt man auch sehr schnell an die Grenze zwischen Usability und User Experience, denn es zählt nicht so sehr die geringe Zahl der Klicks, um zu einem bestimmten Video in der Verlinkung zu gelangen, sondern wie klar verständlich die Struktur des Menüs gestaltet ist. Nur so finde ich mich bei einer Vielzahl an Filmen, die alle mit einander verbunden sind, intuitiv zurecht.

Es ist generell schon eine gehobene koordinative Aufgabe, einen interaktiven Film zu gestalten. Wenn man da noch den Zeitdruck hinzunimmt, unter dem man bei einem Eventfilm steht, dann erkennt man schon sehr gut, dass das der Pferdefuß bei der eierlegenden Wollmilchsau des interaktiven Eventfilms ist. Das konkrete Filmen selber muss sitzen, sodass man die Kapazitäten übrig hat, das Material dem übergeordneten Konzept des Menüs zuzuordnen.

IS: Ist Interaktivität ein neuer Trend auf youtube?

Definitiv, auch wenn es in der Regel nicht auf einem derart hohen Niveau praktiziert wird. Oft wird die Interaktivität dazu genutzt, um Untertitel einzublenden, eventuell in verschiedenen Sprachen. Beim Videomarketing ist es auch üblich, am Ende des Films Verlinkungen zu den anderen Filmen des eigenen Kanals anzubieten, um den User nicht entkommen zu lassen. In sich gebaute Werke wie der CIO-Award 2014 erfordern zu viel Arbeit und Koordination, um zu einem allgemeinen Trend zu werden. Damit sticht man auf jeden Fall heraus.

Interaktivität auf Youtube hat nur den einzigen Nachteil, dass die Verlinkungen auf Flash basieren und dadurch auf IOS-Geräten nicht wiedergegeben werden. Youtube ist natürlich in sich ein enormer Kanal, sodass es sich auszahlt, alleine nur dafür Videos zu produzieren, wie es ja bereits ein sehr großer Industriezweig macht. Ich persönlich möchte aber natürlich über die Beschränkung hinausgehen, die man durch die proprietäre Technologie von Flash hat und habe bereits eine Struktur entworfen, um auf Basis von html5 (und fully responsive) ein interaktives Eventvideo zu erstellen. Ihr müsst unbedingt gucken, wie´s weitergeht…

Den interaktiven Film kann und mehr kann man auch hier bewundern: http://www.confare.at/10858_DE-CIO_IT_Manager_Summit_2015-Rueckblick_CIO_IT-Manager_Summit_.htm

Mehr zu novumfilm: http://www.novumfilm.com/

Dienstag, 4. März 2014

Film wird default beim Darstellen von Unternehmensleistungen



 
Ivan Siljic greift auf eine langjährige Erfahrung als Kamera-Profi und Regisseur bei zahlreichen österreichischen Produktionen zurück. Im Unternehmen novumfilm berät er Unternehmen beim Einsatz von Businessfilmen und setzt diese dann auch gekonnt in Szene. Ivan hat zahlreiche Confare Events filmisch festgehalten. Im Gespräch gibt er Auskunft über die Möglichkeiten moderner Businessfilme, deren Einsatz im Social Media Umfeld und welche Trends wirklich wichtig sind.

M: Wo siehst Du die Einsatzmöglichkeiten von Business Filmen?

Ivan: Unternehmensfilme werden natürlich hauptsächlich fürs Internet gemacht, aber auch Messen und Präsentationen sind ein großes Einsatzgebiet. Die Möglichkeiten, Unternehmensfilme im Internet einzusetzen, sind zahlreich. Vom Aufwerten der Firmenseite durch ein Hochglanzvideo auf der Startseite bis zum Einsatz als Social Media Hub in Form eines regelmäßigen Videoblogs ist alles sinnvoll. Meiner Erfahrung nach ist es meistens sogar so, dass gerade Branchen, die generell sehr abgeneigt sind, Filme zur Unternehmenspräsentation zu verwenden, eigentlich am allermeisten von diesem Medium profitieren können. Film vermittelt Inhalte über Emotionen. Deshalb ist dieses Medium gerade so interessant für Firmen, deren Inhalte oft schwer mit Emotion an die Zielgruppe zu kommunizieren sind. Ein Unternehmensfilm kann das leisten.


M: Auf Bluray haben wir beste Auflösung und 3D – auf youtube wird ein körniges Handyvideo zum Hit – welche Anforderungen haben die Seher wirklich an Film im Internet?

Ivan: In den Social Media Anwendung von Film gibt es den Begriff „good enough“, der aussagen soll, das die Qualität eines Filmes gerade gut genug sein soll, um die eigenen Inhalte entsprechend zu kommunizieren. Qualität ist natürlich ein dehnbarer Begriff, und was bedeutet schon gut genug? Was gut genug für BMW ist, ist sicherlich unerschwinglich für jemand anderen. Grundsätzlich denke ich, dass das Internet mittlerweile bereits eine eigene Ästhetik hervor gebracht hat, die sich grundsätzlich von Fernsehen oder Kino unterscheidet. Es sind andere Kriterien entscheidend, die ein User bei einem Film im Internet sehen möchte, die Bildqualität selber ist wie in anderen Medien auch, nur eine einzelne Zutat.

Etwas konkreter gesprochen, kann man sagen, dass man mit Filmen im Internet sehr viel stärker die Möglichkeit hat, Persönlichkeit zu zeigen und die Leute hinter die Fassade blicken zu lassen. Dadurch lässt sich eine viel intimere Verbindung zu Kunden und Interessenten erreichen als z.B. mit der Schaltung von Fernsehspots (die natürlich ihre Berechtigung im Hinblick auf Branding haben). Diese Verbindung macht sich immer bezahlt und kann dann natürlich auch umgesetzt werden in konkrete Leads oder als Verkaufskanal.


M: Was sind Deiner Meinung nach die 3 goldenen Grundregeln für ein Imagevideo für Unternehmen?

Ivan: CI/CD, Produkt/Dienstleistung, Zielgruppe

Ein Film ist in der Regel eine der teureren Maßnahmen, die man als Unternehmen setzen kann. Für uns ist es enorm wichtig, schon von der Konzeption weg den Film an die Identität, das Design und die Ziele des Unternehmens anzupassen. Nur so ist gewährleistet, dass sich die Investition in einen Unternehmensfilm auch wirklich bezahlt macht. Gerade in Österreich machen wir dabei regelmäßig die Erfahrung, dass sich Firmen noch gar nicht wirklich mit ihrer Corporate Identity auseinandergesetzt haben oder mit Dingen wie USP, UAP, UEP. Da herrscht meiner Ansicht nach viel Aufholbedarf.


M: Welche Anforderungen haben Deine Kunden?

Ivan: Gerade Film ist ein ganz eigenes Universum. Obwohl es das Medium unserer Zeit ist und alle sehr viele Filme kennen und lieben, ist es doch schwierig für jemanden, der sich nicht professionell mit der Gestaltung von Filmen beschäftigt, dieses Medium für die Kommunikation der eigenen Inhalte zu nutzen. In erster Linie würde ich also sagen, ist die hauptsächliche Anforderung der Kunden an uns die Beratung. Viele suchen das Gespräch mit uns, weil sie schon ein konkretes Projekt oder eine konkrete Anwendung im Sinn haben, aber oft weiß man auch gar nicht, was man nicht weiß. Im Gespräch stellt sich dann meistens heraus, welche Ziele eigentlich erreicht werden sollen, welche Inhalte zu kommunizieren sind und wer angesprochen werden soll. Das man von einem echten Filmemacher noch den extra Touch erwartet, ist mir auch klar, und damit ist es mein persönlicher Ehrgeiz, unsere Kunden immer über das konkret vereinbarte Projekt hinaus auch noch zu begeistern. Ich denke, dass es das ist, weswegen man einen Filmemacher engagiert. Weil man selber ja nicht weiß, was man nicht weiß, und man erwartet sich Ideen und Vorschläge, wie man sich noch besser an das gemeinsame Ziel annähern kann. Ich erinnere nur an die Splitscreens oder Zeitrafferaufnahmen für die Confare Eventfilme, die für viel Begeisterung gesorgt haben, und auch für die weiteren Projekte haben wir uns ja gemeinsam einige Überraschungen einfallen lassen.



M: Was sind die wichtigsten Trends rund um Imagefilm und wo liegen die Zukunftsperspektiven?

Ivan: Viele kennen die Zahlen, wie z.b. das Youtube die zweitgrößte Suchmaschine der Welt ist oder der am stärksten wachsende Social Media Kanal, oder wieviel Millionen User pro Tag zu Youtube hinzukommen. Es fällt aber vielen schwer, die tatsächlichen Dimensionen dieser Statistiken nachzuvollziehen. Es sind nicht nur die jüngeren Generationen, die sich lieber ein Video ansehen, als einen Text zu lesen. Tutorials im Internet werden bereits überwiegend auf Video gemacht, und diese Tendenz setzt sich in allen Bereichen fort. Wir erleben das bei verschiedenen Projekten, welche Menge an Usern auf das richtige Angebot in Form eines Films warten und wieviel Zulauf man daraus generieren kann. Im angloamerikanischen Raum tritt die Firmenhomepage zunehmend hinter die Videoseite oder den Youtubekanal zurück und wir werden auch in Österreich im nächsten Jahrzehnt eine starke Veränderung der Webauftritte von Unternehmen erleben. Noch herrscht so eine Art Goldgräberstimmung, wo die ersten, die in ihrer Branche auf Film setzen, sich als die Thought-Leader etablieren können und sich eine immer stärker wachsende Community aufbauen. In einigen Jahren, wenn der Markt dann gesättigter ist, wird es praktisch ein default sein, die Firmeninhalte vollständig mit Film zu kommunizieren, weil sich große Gruppen der Bevölkerung nur mehr so informieren  werden wollen. Je früher man das erkennt und für sich nutzt, desto mehr wird man von dieser Bewegung profitieren.



Den filmerischen Background von Ivan Siljic finden Sie hier:


Novumfilm auf Facebook: https://www.facebook.com/novumfilm?fref=ts 

Dienstag, 16. August 2011

Online Marketing sucht neue Wege – Wie Sie Ihre Zielgruppen trotz Werbe- und Informationsflut erreichen

Breitband ist überall – Die Internetnutzung wird dadurch revolutioniert, die Anforderungen des Kunden steigen. Mit der Gießkanne und Quantität statt Qualität erreicht man niemanden mehr. Der Beitrag untersucht, wie man sich in Zeiten von Informationsflut und „Sharepocalypse“ auch weiterhin mit seinen Marketingbotschaften durchsetzt und was Unternehmen beim Digitalen Marketing richtig machen können – für wirksamere Kommunikation, mehr Aufmerksamkeit und mehr Umsatz.

Breitbandinternet ist überall! Daheim, im Büro, am Handy oder iPad auch in der U-Bahn oder im Freibad. In Umfragen geben über 50% der Personen in allen Altersschichten an, dass sich ihr Medienverhalten zugunsten des Internets verändert hat. Früh haben Unternehmen erkannt, dass sie mit ihren Online-Aktivitäten den Kunden zielgerichtet und kostengünstig erreichen, die Kunden wiederum nutzen die Möglichkeiten Angebote zu vergleichen und tauschen sich in Communities und Social Networks über Produkte und Marken aus. In manchen Branchen, wie der Tourismus-Branche oder dem Buchhandel beginnt das Internet zum wichtigsten Verkaufs- und Marketing-Kanal zu werden.

Durch die Überflutung der Konsumenten mit Informationen und Werbebotschaften wird es jedoch für den Marketer immer schwieriger, die benötigte Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erreichen – gerade online.

Die Tragweite dieser Entwicklungen ist bei vielen Unternehmen noch nicht erkannt worden, und daher arbeiten sie im Bereich Online-Marketing immer noch mit der Gießkanne, setzen auf Quantität statt Qualität und liefern Kunden Informationen und Inhalte ohne Mehrwert und Relevanz. "Die alte Redewendung 'Operative Hektik ersetzt geistige Windstille' scheint im Online-Marketing besonders zu gelten.“, kritisiert E-Mail Marketing Guru Michael Kornfeld, Geschäftsführer von str-act!, die mangelnde strategische Ausrichtung vieler Projekte und Maßnahmen.

„Die Österreicher haben sich verändert, das Marketing vieler Unternehmen (noch) nicht.“, meint Marketing-Profi Harald J. Koch von Webconomy. „Die Ansprüche der User nehmen generell zu, das betrifft neben dem Online Marketing ebenso die Portale, Online Shops und Internetauftritte selbst. Diese attraktiver zu gestalten bzw. für den fahrenden Zug „mobile“ zu adaptieren sind aktuelle Herausforderungen.“

Wo können Unternehmen nun an Schlagkraft im Digitalen Marketing gewinnen – Was macht den Erfolg im Kampf um die Aufmerksamkeit des Users aus?

1. Nutzenorientierung und zielgruppenspezifische Relevanz der Inhalte

Offline wie online gilt – der Kunde möchte kaufen, er möchte sich aber nichts verkaufen lassen. Er will Kaufentscheidungen autonom und nicht bevormundet treffen.

Möglichst kostengünstig viele Adressaten mit Werbebotschaften zu bombardieren ist längst nicht mehr Quintessenz des Online-Marketing. Die Internetnutzer erlangen steigende Kompetenz bei der Nutzung digitaler Medien und haben gelernt, Inhalte nach ihren Bedürfnissen zu filtern. Das Pull-Prinzip löst das Push-Prinzip im Web weitgehend ab. Das bedeutet, der Kunde wartet nicht mehr, bis ihn die richtige Werbung erreicht, sondern nutzt sein Netzwerk und sucht dort, wo für ihn relevante Inhalte zu finden sind, sei es auf Websites, Social Networks oder E-Mails. Wer die Sprache des Kunden nicht spricht, der erscheint einfach nicht mehr auf seinem Radar.

„Die richtige Botschaft zur richtigen Zeit an die richtige Zielgruppe“ fasst Michael Kornfeld das Erfolgsgeheimnis zusammen „Zum Beispiel beim E-Mail Marketing: durch Funktionen wie Ereignis-gesteuerte Mails, a/b Tests, Personalisierung, Segmentierung, usw. stünden heute Möglichkeiten zur Verfügung, von denen vor wenigen Jahren nur geträumt wurde. Nur genutzt werden diese Funktionen viel zu wenig.“
Das abgedroschene Schlagwort „Mehrwert“ ist immer noch von entscheidender Relevanz um die Aufmerksamkeit des Kunden zu gewinnen. Immer noch gehen Marketiers davon aus, dass sich die Zielgruppe ganz besonders für die Produktfeatures zu interessieren hat, und strukturieren so ihre Kommunikation von der Website bis zum E-Mail Newsletter. Dabei hat der Kunde ganz andere Probleme. Ihn interessieren weniger die technischen Höhepunkte eines Produktes, als der konkrete Nutzen, den ein Anbieter ihm bei der Lösung seiner Probleme anzubieten hat. Der Köder muss dem Fisch schmecken, und nicht dem Angler. „Relevanz, Kontext und einzigartige Inhalte sind die entscheidende Erfolgschance in Zeiten der Sharepocalypse.“, meint Stefan Pauzenberger, Marketing Manager bei ecomplexx.

Christian v. Vietinghoff, Director CRM Consulting bei Pepper schlägt die Methode des „Targeted Marketing“ vor, um kundenorientiert online zu kommunizieren. "Die Erwartung der Kunden, sich ihren präferierten Kanal, sei es E-Mail-Marketing, Mobile oder Social Media inhaltsspezifisch selbst auszuwählen steigt zunehmend.“, so von Vietinghoff „Anstatt die breite Masse mit einheitlichen Marketingmaßnahmen und -botschaften zu adressieren wird der Kunde abgeholt, zielgruppenspezifisch adressiert mit personalisierten Inhalten mit hoher Relevanz innerhalb der Zielgruppe und zwar auf seinem präferierten Kanal.“ Das ermöglicht es dem Konsumenten, für ihn relevante Angebote effizient und zeitsparend zu identifizieren.

„Meiner Meinung nach sollte hier der Vertrieb noch stärker eingebunden werden, da es um die Bedürfnisse des Kunden geht.“, sagt daher Rudolf König, CRM Experte der Sensix AG: „Eine Potentialanalyse bei der alle Bereiche einbezogen werden die Kontakt mit dem Kunden haben, ist Voraussetzung, um den Kunden individuell anzusprechen und zu begeistern – auch beim Digitalen Marketing“. Denn letzten Endes: Wer etwas Interessantes zu erzählen hat, dem wird auch zugehört.

2. Eine integrierte Sicht auch auf alle off- und online Marketingaktivitäten

Neben einer breiten Palette an digitalen Marketing-Instrumenten, stehen den Unternehmen auch zahlreiche konventionelle Methoden und Tools zur Verfügung. Wer die Schlagkraft jedes einzelnen Werkzeuges erhöhen möchte, muss diese in ihrer Gesamtheit betrachten. Auch hier ist das Ganze mehr als die Summe seiner Teile. „Wenn das nicht beachtet wird, werden Kampagnen nicht akkordiert ist die Kommunikation uneinheitlich und kann sogar dem eigenen Brand geschadet werden.“, diese Erfahrung hat Christian von Vietinghoff in zahlreichen Kundenprojekten mitgenommen. „Wenn Synergien nicht genutzt werden“, bestätigt Michael Kornfeld, „wird in der Praxis oft eine Menge Geld versenkt.“

Auch bei Multigate, einem Unternehmen, das sich mit klassischen Werbemitteln befasst, weißt man auf die Synergien zwischen klassischen und digitalen Werbe- und Kommunikationsmitteln hin. Geschäftsführer Werner Keltscha: „Erfolgreiche offline/online Kampagnen sind diejenigen, bei denen der Einsatz von analoger Kommunikation mit der Online Kommunikation paart.“ Best Practice Beispiele dafür sind Gewinnspiele, Datengewinnung für Online-Kampagnen animiert durch Give-Aways oder der Einsatz digitaler Speichermedien, wie USB-Sticks.

Richtig gemacht, kann Digitales Marketing sogar für das Brand Management einen wichtigen Beitrag liefern, Markenbekanntheit und das Image einer Marke steigern. Joachim Weissenberger, Experte für Brandmanagement von iBrams, mahnt dazu, die Leistungsversprechen einer Marke online nicht zu verwässern oder gar außer Acht zu lassen, sowie den einheitlichen Markenauftritt zu garantieren. Software, wie die von iBrams angebotene, kann dabei unterstützen, Einheitlichkeit in der Kommunikation offline und online zu wahren.

3. Messen und Steuern

Eine der Besonderheiten des Online Marketings ist die besondere Nachvollziehbarkeit und die breite Palette an Möglichkeiten der Erfolgsmessung. *Optimieren kann man nur, wenn man nicht nur misst, sondern mit den gewonnen Daten auch etwas anfängt.“, beklagen die Profis, wie Michael Kornfeld: „Das Analysieren und Optimieren kostet Zeit, Ressourcen - und Know-how. In den meisten Unternehmen fehlt es an allen drei Faktoren.“

„Eines der häufigsten Versäumnisse besteht in unzureichender Interpretation von Daten und Statistiken aus der Webanalyse.“, weiß Harald Koch zu berichten. Der Experte kritisiert: „Viele konzentrieren sich noch immer auf Besucher oder Pageview-Statistiken und nicht auf erreichte Ziele eines Internetauftritts, wie Leads, Anfragen, Online Shop Käufe, etc..“ In der Bewertung von Kampagnen und Maßnahmen werden außerdem nur die letzten Schritte begutachtet, die der User auf dem Weg zur Website gemacht hat und nicht die „Customer Journey“ betrachtet, die noch viel mehr Aufschlüsse über Kundeninteresse und Kundenverhalten bieten würde. „Theoretisch kann man für Online Aktivitäten mit Statistiken „Alles“ sehen, in der Praxis ist hier leider mangels Verständnis meist der „Tunnelblick“ gegeben.“, so Koch.

Die Zusammenhänge sind oft nur für Experten durchschaubar, daher ist es wichtig, dass Unternehmen in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. Die Investitionen liefern rasch den Return, wenn E-Mail-, Web- und Social Media Kampagnen zu mehr Umsatz führen. Nur wer die zahlreichen Möglichkeiten der Erfolgsmessung kennt und weiß, an welchen Rädchen er drehen muss, um das Ergebnis zu beeinflussen, kann den Erfolg des Online-Marketings beeinflussen oder sogar steuern.

4. Integration von Social Media Marketing in ein gesamtheitliches Marketingkonzept

In einer unübersichtlichen Welt ist für den Konsumenten die direkte Kommunikation Peer to Peer immer wichtiger. Social Networks bieten die Möglichkeit sich mit zahlreichen Personen zu vernetzen, die ähnliche Bedürfnisse haben, wie man sie selbst mitbringt. Basierend auf Vertrauen tauscht man sich über Produkte, Dienstleistungen und Anbieter aus.

Viele Unternehmen haben erkannt, dass es genau ihre Kunden sind, die sich via Facebook, Twitter und Co vernetzen, in den Online Communities ihre Freizeit verbringen und diese sowohl privat als auch beruflich nutzen. „Die digitale Welt ist aber kein einspuriger Kanal, über den Konsumenten beschallt werden können.“ Marketingberater Christian von Vietinghoff stellt klar: „Gerade in Social Media kann sich eine andere Wahrnehmung der Marke ergeben, als vom Unternehmen beabsichtigt. Die Öffnung der Unternehmen und der Eintritt in den Dialog mit den Kunden bergen daher sowohl Risiken als auch Chancen.“

Christoph Cecerle ist erfolgreicher Unternehmer in Tourismus Sektor und außerdem als Social Media Scout besonders aktiv auf Twitter – zu finden unter @Eaglepowder. Für ihn ist Social Media im Marketing ein integratives crossover Tool, das PR, Online- und Eventmarketing verbindet. „Enorm wichtig ist dieses Wissen vor allem bei der Positionierung der mit Social Media beschäftigten Personen. Sie dürfen niemals isoliert in einem Unternehmen eingesetzt werden, sie sind vielmehr der Kleber zwischen den Disziplinen, sowohl intern, als auch extern.“

Viele der Online Marketer sind jedoch selbst wenig affin zum Social Networking. Daher kommt es, dass die Aktivitäten in den Netzwerken unausgegoren oder halbherzig sind. Managern, die in klassischen Hierarchien denken, erscheint es undenkbar, dass Mitarbeiter in einen offenen Dialog treten, ohne herkömmliche Freigabeprozesse zu beachten, oder dass man offen mit unzufriedenen Kunden kommuniziert anstatt Fehler unter den Teppich zu kehren.

Die früher weitverbreitete Fehleinschätzung, Facebook wäre nur was für Technik-Freaks und Kinder verschwindet jedoch Gottseidank zunehmend. Andere Fehleinschätzungen sind aber immer noch anzutreffen. Michael Kornfeld kritisiert zum Beispiel einen ziel- und strategielosen Aktionismus im Social Web und stellt die Frage: „Brauchen Somat oder Bona-Öl wirklich eine eigene Facebook Fan-Seite?“

Harald Koch erlebt bei zahlreichen Kunden auch die Einstellung, dass die Anzahl der Follower oder Fans das einzige aufschlussreiche Kriterium zum Beurteilen der Social Media Maßnahmen ist und relativiert: „Die Quantität der erreichten Personen spielt strategisch zunehmend weniger eine Rolle als die Qualität (und Affinität) der damit angesprochenen Zielgruppe.“

Wie generell im Digitalen Marketing sind Relevanz und Kundennutzen der entscheidende Faktor für das Integrieren des Social Media Marketing in das Online-Marketing Konzept. Vom Push zum Pull Marketing bedeutet, dem Kunden durch Interaktion, spannende Inhalte und, eben insbesondere im Social Web, durch Persönlichkeit die Möglichkeit gibt zu Finden.

Christoph Cecerle unterstreicht die Bedeutung der aktiven Präsenz im Social Web insbesondere für die kundenspezifische Ansprache: „Die Social Networks bieten dem Marketing viele Chancen für die Selektion. Twitter (mehr noch als Facebook) zeigt einen digitalen Footprint einer Person. Vorlieben, Einstellungen, Hobbies, etc schälen sich mit der Zeit aus einem vollkommen anonymen Account und zeichnen ein Bild, das meist in der Realität übereinstimmt.“

Die interne Ratlosigkeit mancher Unternehmen in Bezug auf Social Networks führt oft dazu, dass diese Möglichkeit des persönlichen Kennenlernens der Zielgruppe und der individuellen Kundenansprache gänzlich an externe Agenturen abgegeben wird. Das Ergebnis sind zwar technisch einwandfreie Kampagnen, die aber weder den Brand des Unternehmens adäquat stützen, noch wirklich dazu beitragen, das Potenzial des Social Webs effektiv für die Unternehmensziele zu nützen.

Fazit

Der Wettbewerb um den Kunden ist auch online härter geworden. Push Marketing wird vom Kunden immer öfter ignoriert. Digitales Marketing ist mehr als nur die Verbreitung von Werbebotschaften an möglichst viele Adressaten sondern sollte strategisch an den Marketingzielen ausgerichtet sein und inhaltlich in hohem Maße an den Bedürfnissen der Zielgruppe orientiert. Dabei können jene Unternehmen, die Tools wie Personalisierung und individuelle Ansprache intensiv nutzen einen klaren Wettbewerbsvorteil erzielen gegenüber Unternehmen, die durch Quantität und Gießkannen-Prinzip punkten wollen.

Die Online Marketing Maßnahmen sollten nicht isoliert betrachtet werden, sondern sinnvoll verknüpft werden. So erreichen Kampagnen Hand in Hand ihre volle Schlagkraft.

Der klare Vorteil des Digitalen Marketings ist die umfassende Messbarkeit. Doch nur wer weiß, was er sucht kann auch die geeigneten Kriterien zum Messen und Steuern der eigenen Maßnahmen finden und messbar machen. Dazu muss Zeit investiert werden und Know-how aufgebaut.

Ein großer Teil unserer Kommunikation hat sich ins Web verlagert. So werden Interaktion und persönlicher Kontakt mit dem Kunden via Social Networks zur strategischen Herausforderung im Marketing. Dieser Herausforderung müssen sich Unternehmen auch intern stellen, in dem sie geeignete organisatorische Strukturen, eine geeignete Strategie und das notwendige Know-how aufbauen.

Dabei dürfen Kerndisziplinen wie die Suchmaschinenoptimierung nicht außer Acht gelassen werden: „Was nützt die genialste Website, wenn niemand sie findet? Der rote Teppich will gelegt sein.“, erinnert Michael Kornfeld. Und auch Harald Koch meint, dass sich hier Investitionen auch in Zukunft bezahlt machen: „Interessant, um Neukunden zu gewinnen und konkrete Umsatzsteigerung zu erzielen, ist zurzeit speziell das Thema Search (SEO/Suchmaschinenoptimierung und SEA/Adwords) und ebenso - für Online Shops - das Thema Email-Marketing. In diesen Themenbereichen werden zurzeit insgesamt durchschnittlich mehr als 80% der Umsätze und Erfolge im digitalen Marketing erzielt.“