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Montag, 25. Juli 2016

Gute Karten für die Hotellerie - wenn das Pferd von der richtigen Seite aufgezäumt wird

Der Nächtigungszuwachs in Wien ist höher als der Zuwachs im Angebot. Gute Nachrichten für die Hoteliers. Aber davon profitieren nur diejenigen, die sich mit starken USPs positionieren, sich bewusst mit dem Generationenthema auseinander setzen und ihre Hotels den Anforderungen ihrer Zielgruppe gemäß ausrichten. Emotionen sind der Schlüssel zum Herz der  Gäste, um den Druck auf die Zimmerrate zu entschärfen. Martina Maly-Gärtner ist Geschäftsführerin bei Michaeler & Partner und hat schon viele Hotelprojekte begleitet. Sie erlebt in vielen Hotelbetrieben den Generationenkonflikt, wenn junge Visionen und Lebenserfahrung auf einander stoßen. Im Interview teilt Maly-Gärtner ihre Markteinschätzung auf Trends und Entwicklungen und gibt Tipps, wo es leider keine Patentrezepte gibt.


Gibt es spannende Trends in Sachen Hotel und Hotelimmobilie, die Sie am Markt beobachten? Internationale Konzepte die auch in Österreich interessant wären?
Die Budgethotelerie hat in den letzten Jahren nicht nur Österreich aber auch ganz Westeuropa erobert. Einen nächsten starken Trend sehen wir im Bereich "Serviced Apartments". Viele internationale Betreiber wollen in der DACH Region (Deutschland, Schweiz, Österreich) Fuß fassen. Diese Entwicklung kommt stark mit dem Trend der Mobilisierung und der Veränderung der Arbeitswelt. Menschen arbeiten für verschiedenen lange Perioden an verschiedenen Plätzen, haben zwar Ihre Home Base im Heimatland, aber suchen auch unter der Woche ein familiäres Umfeld, in dem sie sich wie "zu Hause" bewegen können.

Um den Hauptbahnhof in Wien entstehen viele Hotelprojekte und einige gibt es ja schon. Ist diese Konzentration nicht schon etwas zu groß?
Der Standort ist direkt neben dem Hauptbahnhof und in diesem Stadtentwicklungsgebiet eine A Lage. Ich glaube eher, dass Projekte bzw. Hotels, die in einer nicht so präferierten Lage sind, einen Nachteil verspüren werden. Weiters hat man es geschafft, einen sehr guten Mix an Produkten zu entwickeln. Gesamtheitlich gesehen: Derzeit übersteigt der Nächtigungszuwachs in Wien noch den Angebotszuwachs. Sofern der Nächtigungszuwachs anhält, der leider derzeit vor allem jetzt im Sommer durch die Terror und Flüchtlingssituation etwas eingetrübt ist, anhält, wird es Aufgrund des Rücklaufs der Neuentwicklungen ab 2018 eine positive Auswirkung auf die Auslastungszahlen geben. Ein Druck auf die Zimmerrate wird auf jeden Fall bis dahin anhalten.

Die Besetzung von Nischen und die Entwicklung des eigenen Brands sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Wie schafft man in einem Markt, wo es schon fast alles gibt, noch eine sinnvolle Differenzierung?
In der Privathotellerie muss man Erlebnisse und somit Emotionen verkaufen. Die Betriebsführung muss eine ganz klare Vision vorgeben, die auch vom Betrieb gelebt wird. Diese Vision gilt es gemeinsam zu definieren, damit jetztendlich alle in dieselbe Richtung schauen! Dabei sind natürlich wichtige Trends wie die Digitalisierung, Individualisierung, Gesundheit und Nachhaltigkeit zu beachten. Es sollten auch 2-3 USP's (Unique Selling Propositions) ausgearbeitet werden, die den Betrieb maßgeblich vom Mitbewerb unterscheiden. Ein Patentrezept für eine Positionierung gibt es nicht!

Thema Generationenwechsel: Wo sind hier die meisten Konfliktpotentiale?
Die junge Generation hat Visionen und würde gerne Neues umsetzen, die alte Generation kann aber schwer loslassen. Speziell im Bereich Mitarbeiterführung sowie im Marketing und Vertrieb in einer sehr digitalen Welt scheiden sich die Geister. Auch stehen oft wenig Reserven größere Investitionsstaus gegenüber. Das Betrifft vor allem Bereiche der Technik und Ausstattung. Wer soll hierfür das Risiko übernehmen?

Was sollten Hoteliers vor jedem Bauprojekt wissen und beachten, damit dabei alles gut geht?
Ganz klar die Produktpositionierung. Erst muss man wissen, "Wer will ich sein und was kann ich gut?" , "Was hebt mich vom Mitbewerb ab?" und "Was braucht der Markt/Standort". Danach wird der Flächenbedarf ermittelt und somit die Investitionskosten der zukünftigen Profitabilität gegenüber gestellt. Erst wenn hier eine gute Balance entsteht dem eine ausgewogene Finanzierung zugrunde gelegt werden kann, soll mit der Umsetzung gestartet werden. Oft wird das Pferd von hinten aufgezäumt und es wird ohne Grundlagen geplant und gebaut, dann ist es nur leider zu spät. Wichtig ist, dass jedem m² Fläche ein wirtschaftlicher Nutzen zugeführt wird!

Haben Sie Tipps für Hoteliers in Richtung Mitarbeiterführung und HR Strategie?
Die neue Generation tickt auf jeden Fall anders. Sie wollen wenig Hierarchien, selbst Entscheidungen treffen bzw. in Entscheidungsprozesse involviert werden und Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Das klingt alles einfach in einer Zeit, in der man in der Ferienhotellerie extrem schwer lokale, gute Arbeitskräfte finden kann. Auch hier muss man sich vom Mitbewerb abheben und die guten für sich zu gewinnen. Gute Mitarbeiterunterkünfte sind fast schon ein MUSS. Ich denke aber auch, dass dem Arbeitsplatz im Tourismus generell wieder mehr Stellenwert gegeben werden muss, hier sind die öffentlichen Stellen gefragt.


Martina Maly-Gärtner treffen Sie persönlich bei der Konferenz Hotel Optimal am 18. Oktober 2016. Mehr Infos unter www.ghezzo.at






Mittwoch, 1. Juni 2016

Was ist bei globalen Content-Marketing zu beachten? Interview mit Joachim Weissenberger von Lionbridge

Um Content weltweit nutzen zu können, meint Joachim Weissenberger, muss nicht nur übersetzt werden. Der Experte von Lionbridge spricht von Trans-Kreation. Anlässlich seines Vortrages bei Confare #Digitalize 2016 haben wir ihn gefragt, was er damit meint.

Think global, act local – Was bedeutet das für Marketingtreibende?
Da die Mehrzahl unserer Kunden weltweit mit Niederlassungen vertreten sind und deren Kunden ebenfalls global angesprochen werden müssen, denken wir für unsere Kunden zunächst immer global (d.h. in welchen Märkten sind unsere Kunden mit welchen Produkten vertreten, wie sollen dort vor Ort die Endkunden angesprochen werden, was ist mit der „Brand Voice“ – also den Branding und Corporate Design-Vorgaben, in welchen Medienkanälen können die Endkunden „abgeholt“ werden und vor allen Dingen mit welchen Inhalten (Customer Experience). Sind diese übergeordneten Fragen geklärt, können wir dann lokal handeln („act local“), d.h. wir können über unsere 40 Offices weltweit jeden Kunden vor Ort bedienen und Kampagnen/Inhalte vor Ort abstimmen und den kulturellen/sozialen Gegebenheiten anpassen (unsere Übersetzer leben auch alle vor Ort).
Welche Auswirkungen hat der Digitale Wandel auf die Kundenbeziehungen des Unternehmens?
Wettbewerber (bekannte wie neue) dringen in den eigenen Markt ein – grundsätzlich sehr schnell, da neue digitale Technologien dies einfacher machen; Wettbewerber müssen oftmals nicht in physische Assets (wie lokalen Vertrieb, Produktionsstätten etc.) investieren; Wettbewerber fokussieren sich nur auf die Kundenbeziehung und „schieben“ sich so zwischen Unternehmen und deren Endkunden; traditionelle Unternehmen werden so zum Lieferanten – die Marke erscheint maximal in einem Co-Branding wenn überhaupt

Was ist beim Gestalten des Content in einem globalen, digitalen Markt zu beachten?
Content muss zuallererst überhaupt gefunden werden – Stichwort: International SEO (also die Lokalisierung/TransCreation von Keywords etc.); was nutzt gut übersetzter/lokalisierter Content, wenn er entweder nur über die falschen Suchmaschinen (Endkunden in China verwenden kein Google) gefunden werden kann, oder für die richtigen Suchmaschinen nicht optimiert wurde; globaler Content muss immer lokal/kulturell angepasst, „trans-kreiert“ werden: viele Redewendungen, die im zentraleuropäischen Raum noch funktionieren, werden in Asien überhaupt nicht verstanden – hier muss der Content unter Branding-Gesichtspunkten (z.B. richtige Schreibweise von Markennamen, Claims etc.) angepasst werden.
Wo liegen die Hauptherausforderungen beim Übersetzen und Lokalisieren von Content?
Man muss zunächst unterscheiden zwischen Content für die Technische Dokumentation (also z.B. für Handbücher oder Bedienungsanleitungen), für das Marketing (z.B. Werbe-Kampagnen oder Websites) und für den Bereich „Legal“ (also für juristische Dokumente, z.B. in einem gerichtlichen Schieds-Verfahren). Technische und juristische Übersetzungen müssen sich oft an die lokalen, gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien orientieren – Marketing-Content hingegen orientiert sich oftmals an die lokale Kultur und an das lokale, soziale Umfeld; sie brauchen also meistens einen lokalen Übersetzer vor Ort, der in die Kultur/Sitten/Gebräuche eingebunden ist und diese „aus dem FF“ versteht

Wie können dabei Tools unterstützen?
Gut ist, dass jedweder Content (auch für Print-Produkte) mittlerweile vollkommen digital bearbeitet/übersetzt/freigegeben werden kann – die Digitalisierung der Prozesse hilft uns; bei den Tools unterscheiden wir zwischen „Content-Lieferanten“ (Adobe Marketing Cloud, Oracle Marketing Cloud, SAP Hybris etc.), Middle-Ware (unser ClayTablet-Produkt) und „Content-Endpoints“ (also LSP Language Service Provider wie wir). Unsere Tools unterstützen den gesamten Content-Workflow.

Auf der Confare Veranstaltung #Digitalize 2016 berichten CIOs und CMOs aus Unternehmen wie Erste Bank, News Gruppe, Styria, Steyr Mannlicher, Porsche Informatik uvm. über ihre Wege in die Digitale Welt. Anmeldung und Details hier: http://www.confare.at/12660_DE-7403_%23Digitalize_2016_-_Get_Digital_-_Get_Creative-Einfuehrung.htm

Montag, 23. Mai 2016

PR im Digitalen Zeitalter geht anders! Medienprofi Brigitte Pawlitschek über die 5 wichtigsten Erfolgsfaktoren in der modernen Medienarbeit

Mag. Brigitte Pawlitschek, Managing Directrice der results & relations GmbH ist Expertin wenn es um Medienarbeit für Technologieunternehmen geht. Anlässlich ihres Vortrages bei der Confare Konferenz #Digitalize 2016 - Get Digital, Get Creative haben wir sie gefragt, welche Auswirkungen der Digitale Wandel auf die Medienarbeit hat.

Wie verändert sich die Medienlandschaft und was bedeutet das für PR Treibende?
Die Auflagen von Print-Medien gehen laufend zurück, während gleichzeitig die Online-Auftritte auch der österreichischen Medien immer professioneller werden. Viele Medienhäuser weltweit schaffen auch langsam die Transformation zur Monetarisierung ihres Contents. In Österreich ist man hier noch am Lernen, und bis man wieder auf festem wirtschaftlichen Beinen steht, werden Redaktionen laufend, oftmals brutal ausgedünnt. Gerade, wo die Ressourcen knapp sind, bieten sich Chancen für die Platzierung von Artikeln, deren Texte – unbedingt! – suchmaschinenoptimiert sein müssen. Was PR-Tools betrifft: Für Massen-Pressekonferenzen und Pressereisen zu einzelnen Unternehmen fehlt vielfach die Zeit. Was wertvoller erscheint, ist der Besuch von Messen (da gibt es mehr Stories „zu holen“ als wenn man zu einem einzelnen Unternehmen reist) und persönliche Kontakte mit C-Level-Vertretern von Unternehmen, beispielsweise in Form von One-to-Ones oder Hintergrundgesprächen im kleinen Kreis.

Wie unterscheidet sich Medienarbeit in digitalen Zeiten von den gewohnten Wegen?
Wenn der Content, den Unternehmen Medien zur Verfügung stellen können, nicht super erstklassig ist, muss Geld in die Hand genommen werden. Aber: Journalisten sind nicht die einzigen Gatekeeper zur fokussierten Öffentlichkeit mehr; sie werden ergänzt von Bloggern und anderen Online-Multiplikatoren. Viele Unternehmen ergänzen die Aktivitäten, die sie in Richtung dieser Gatekeeper unternehmen, indem sie selbst so starke Plattformen aufbauen, dass sie ihren Content unabhängig an ihre Zielgruppen bringen. Und: Text ist nicht mehr King. Text wird von – im Minimum – von einem Foto, einer Infografik begleitet oder – idealerweise – von Bewegtbild.

Was sind die 5 wichtigsten Erfolgsfaktoren für PR im Zeitalter der Digitalisierung?
1.           Suchmaschinenoptimierung.
2.           Mobile Kompatibilität von Content.
3.           Text muss von Bildern, Infografiken und/oder idealerweise Videos begleitet werden.
4.           Demokratisierung: One-way-communication und top-down only funktioniert nicht mehr.
5.           Journalismus und Social Media sind für PR-Leute kein Widerspruch mehr.

Was ist in Bezug auf Suchmaschinen zu beachten?
Texte an Journalisten und Texte, die man selbst verwendet und verbreitet, sollten dringend „suchmaschinenoptimiert“ sein - mit dem Ziel, dass jeder Text – egal, wo er im Netz landet – auch von „Maschinen“ ursächlich mit den Kernkompetenzen und Markenbotschaften der erwähnten Unternehmen, Produkte und Personen in Zusammenhang gebracht wird. Das ist auch der große Vorteil von Print-PR versus Online-PR: Online werden Inhalte einfach länger gefunden. Was bedeutet das? 1. Definition der jeweiligen Keywords eines Unternehmens, eines Produktes etc. 2. Verwendung dieser Keywords in Pressetexten. Google hat hierzu einige sehr brauchbare und kostenlose Tools am Markt.

Auf der Confare Veranstaltung #Digitalize 2016 berichten CIOs und CMOs aus Unternehmen wie Erste Bank, News Gruppe, Styria, Steyr Mannlicher, Porsche Informatik uvm. über ihre Wege in die Digitale Welt. Anmeldung und Details hier: http://www.confare.at/12660_DE-7403_%23Digitalize_2016_-_Get_Digital_-_Get_Creative-Einfuehrung.htm

Donnerstag, 21. April 2016

Drei einfache Regeln, für erfolgreiche Vortragende


Alexander Krenn bereitet mit seinem Unternehmen nextbeststep.at Manager auf ihre Auftritte vor Publikum, auf Vorträge und Moderationen vor. Beim Confare Intensiv-Speaker Seminar am 16. Juni teilt er sein Wissen und seine Erfahrungen und übt das Erlernte mit den Teilnehmern. Im Vorfeld gibt er für unseren Blog 3 einfache Tipps für einen besseren Vortrag.
Es sind die einfachen Dinge, die letztlich zwischen Erfolg und Misserfolg entscheiden.
Sympathie und Vertrauen sind die Basis der Informationsvermittlung. Die Durchführung einer Rede stellt viele Sprecher vor eine Herausforderung. Beachte die 3 folgenden Punkte und du wirst deinem Publikum sympathisch und vertrauenswürdig erscheinen und dafür Applaus, Lob und Anerkennung ernten.
Regel #1 - Mache es deinem Publikum in jeder Hinsicht so einfach wie möglich! 
„Im Einfachen liegt das Geniale“ (Adrian Newey) - Diese goldene Regel gilt nicht nur für das größte Ingenieursgenie der Formel 1, auch jeder Redner sollte sie beherzigen. Gestalte deine Rede so einfach als möglich und reduziere deinen Gesamtauftritt auf das Nötigste.
•             Setze visuelle Hilfsmittel mit Bedacht ein - Verwirre deine Zuhörer nicht mit einer Flut an Folien. Verwende stattdessen einige wenige, die deinem Publikum Orientierung und Information bieten. Setze, wenn möglich, auch andere, haptische visuelle Hilfsmittel wie z.B. Geldscheine, Reisepass, Mobiltelefon, Computer, … ein.
•             Wähle eine angenehme Lautstärke und Redegeschwindigkeit.
•             Sprich möglichst alle Sinne an. Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
•             Setze Gesten mit Bedacht ein – Gesten sollen dazu dienen, eine Aussage zu verstärken und dem Publikum einzuprägen. Mit Gesten sprechen wir den wichtigsten Sinn – das Sehen – an!
•             Verwende eine ausgewogene, authentische Mimik - weder zu viel noch zu wenig. Versuche einen Mittelweg zu           finden, bei dem du Aussagen mit der passenden Mimik verstärkst.
Regel #2 – Schau deinem Publikum in die Augen und lächle!
Nervosität verleitet uns oft dazu, auf das Lächeln zu vergessen. Um jedoch „positiv“, „nett“ und „sympathisch“ zu erscheinen, sind Augenkontakt und Lächeln essentiell, da sie die Vertrauenswürdigkeit und Sympathie stärken. Suche dir bei größerem Publikum (mehr als 10 Personen) etwa 3-5 Personen und halte den Augenkontakt etwa so lange, bis du die Augenfarbe bestimmt hast. Danach schwenke zur nächsten Person. Nutze beim Augenkontakt den sogenannten Spiegeleffekt. Wenn wir jemanden anlächeln, dann wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zurücklächeln. Dieser Effekt wirkt in beide Richtungen.
Tipp: Suche dir Personen, die bereits lächeln – das wird dich anstecken!

Regel #3 Ersetze Füllwörter durch Pausen!
Die Ursache von Füllwörtern wie „Äh“ „Uh“ „Mh“ liegt daran, dass wir unsere Gesprächspartner nicht zu Wort kommen lassen möchten. Häufiges Telefonieren und viele Besprechungen verstärken diesen Effekt. Auf der Bühne werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit nicht unterbrochen und Füllwörter machen daher keinen Sinn. Sie erschweren es dem Publikum ungemein, sich auf unsere Aussagen zu konzentrieren. Das Publikum kann das Gesagte nicht in seinen eigenen Gedanken wiedergeben und somit die Information in das Langzeitgedächtnis speichern.
Tipp: Ersetze Füllwörter durch Pausen.
Sie helfen dem Publikum über das Gesagte zu reflektieren und es in eigenen Worten abzuspeichern. Pausen sind ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal für professionelle Redner!
Diese und viele weitere nützliche Informationen vermitteln wir in unseren Speaker Coachings.

Mehr zum Unternehmen: nextbeststep.at
Mehr Tipps und Gelegenheit zu Üben gibt es beim Speaker Intensiv Seminar: http://www.confare.at/12929_DE-7413_Intensiv_Speaker-Semiar-Einfuehrung.htm

Dienstag, 10. November 2015

DESIGN THINKING Teil 1 - Die Bedeutung von Kreativität und Innovation im Unternehmen

Was Design Thinking ist, und warum Sie sich damit befassen müssen - Kreativität und Innovationskraft vs. Burnout und Krise

Eric-Jan Kaak hat als CIO von Blizzard den CIO AWARD gewonnen und ist mittlerweile als Senior Agile Coach bei IcoSense damit befasst Unternehmen fit für die Digitale Transformation zu machen. Im ersten Teil unseres 2-teiligen Blogs beantwortet er, was Design Thinking ist und warum eine solche Methode gerade jetzt wichtig ist.

15. Juni 2016 - Workshop „Design Thinking für Führungskräfte“
23. September - Workshop "Design Thinking für Führungskräfte Schweiz"


Innovationsnotwendigkeit
Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts hatte – trotz zahlreicher Verwerfungen ­ ohne Zweifel auch große Verdienste. Denn wir haben unseren Wohlstand den industriellen Leistungen und Wertsteigerungen der letzten 150 Jahre zu verdanken. Allein, diese Zeit ist nun zu Ende – die Wissens- und Informationsgesellschaft stellt uns vor völlig neue Herausforderungen. Diese Herausforderungen sind mit den etablierten industriellen Methoden der Vergangenheit nicht mehr zu bewältigen: Firmen funktionieren nicht (mehr) wie Maschinen, die traditionelle Planung verliert ihren Stellenwert. Es reicht heute einfach nicht mehr aus, ein Paar Knöpfe und Regler nur weiter zu drehen. Planung ist zwar noch immer wichtig, aber Agilität ist notwendig, um auf Änderungen des Umfeldes angemessen zu reagieren.

Es muss also neugedacht werden. Dazu sind wiederum nur Menschen in der Lage. Nur sie können radikal neue Ideen entwickeln und umsetzen. Nur der Mensch kann in großen sozialen Gruppen innovativ arbeiten und nur er ist in der Lage, Lösungen auf der Grundlage eines gemeinsamen Verständnisses zu entwickeln. Dafür gibt es eine unabdingbare Bedingung: Kreativität.
Das Problem: Die Effektivitäts- und Effizienzmafia hat mit ihrem derzeit gültigen Modell, in dem Firmen wie Maschinen funktionieren, die Kreativität systematisch aus den Organisationen hinausgetrieben: Übertriebene Standardisierungen, ISO-Zertifizierungen, "Management by Objectives", Individualbonusprogramme – um nur einige Methoden zu nennen –  haben die Firmen zu starren bürokratischen Monstern verkommen lassen, die sich fast nur noch selbst verwalten.

Hinzu kommt: Diese Einengungen machen krank. Laut Ärztekammer leiden 500.000 Österreicher unter Burnout, weitere 1,1 Millionen sind gefährdet. Fast jede vierte Invaliditätspensionierung erfolgt aufgrund einer psychiatrischen Erkrankung. Schuld daran sind nicht die Menschen, schuld sind die Leistungssysteme, in denen sie unter dem Deckmantel der Gewinnmaximierung in den Ruin getrieben werden. Auch laut dem WHO-Report "Global Burden of Disease" sind in den reichen Ländern psychische Störungen die größte Krankheitslast in Form verlorener Lebensqualität und Lebensjahre.
Den Menschen ist in ihrer täglichen Arbeit der Sinn weitgehend abhandengekommen: Warum arbeite ich? – Für was ist meine Firma da? – Was ist der Sinn unseres Handelns? Die Ärztin Leibovici-Mühlberger empfiehlt in ihrem Buch "Die Burn-Out Lüge" Dynamisches, Unvorhergesehenes, Herausforderndes im Leben wieder zuzulassen. Neugierig und offen gegenüber seiner Umwelt und seinen Mitmenschen zu sein. Und da die Arbeit ein nicht unbeträchtlicher Teil unseres Lebens ist, gilt gleiches natürlich auch hier.

Wir müssen also auch im beruflichen Umfeld sowohl aus ökonomischen, aber auch psychologischen Gründen wieder lernen, Kreativität, Experimentierfreude und Sinn zuzulassen. Das fällt vielen Unternehmungen im Kontext vorgegebener Stellenbeschreibungen, Reisekostenrichtlinien, Organigrammdiskussionen, Zielvereinbarungen, Mitarbeitermotivationsseminaren, einem regulierten Vorschlagswesen und sonstigen Instrumenten des Managements natürlich nicht leicht. Die Effektivitäts- und Effizienzmafia hat über viele Jahre hinweg ganze Arbeit geleistet.
Die offene Wunde der Industriegesellschaft

Gehen wir an dieser Stelle nochmal einen Schritt zurück: Der Kern der Massenproduktion war ihre Planbarkeit. Das haben wir alle so an den Betriebswirtschaftsschulen dieser Welt gelernt. Vertriebsplan, Investitionsplan, Personalplan, Kostenstellenplan, Beschaffungsplan, Finanzplan usw. waren und sind meist immer noch die Basis unseres Tuns. Folge dem Plan und alles wird gut. Abweichungen vom Plan werden bekämpft, Abweichler bestraft. Konformisten bekommen den Bonus. Diese Planbarkeit geht in der globalen, komplexen, immer stärker vernetzten Welt verloren. Die im letzten Jahrhundert groß gewordenen Unternehmen kämpfen heute systemisch und emotional damit, dass diese Planbarkeit fehlt und auch nicht wiederkommen wird. Die neuen Ansätze wie Design Thinking, Agile Methoden oder Lean Startup legen hingegen ihre digitalen Finger konsequent in diese offenen Wunden der Industriegesellschaft.
Hinzu kommt, dass die Notwendigkeit zu radikaler Kreativität nicht die einzige Herausforderung ist. Die neuen Produktionsmethoden und Nutzerfragen sind derart dynamisch, dass Firmen sehr innovativ sein müssen, um überhaupt am Markt überleben zu können. Digitalisierung ändert die Herstellung, die Distribution und den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen in ungeahnter Art und Weise. Aber auch Kunden sind heutzutage keine passiven Konsumenten mehr, sondern vernetzt und sehr kritisch. Sie sind auch weniger loyal gegenüber ihren Marken, verlangen aber gleichzeitig die absolute Kundenorientierung ihrer Lieferanten.

Die Antwort der Unternehmen darauf, das Zauberwort sozusagen, lautete "Kundenerlebnis". Da aber nun alle dieses Zauberwort verinnerlicht haben, ist es auch kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Ein neues Credo ist daher an seine Stelle getreten: In der heutigen Welt von Überangebot und Social Media dreht sich nunmehr alles um persönliche Relevanz. Sie ersetzt das "Erlebnis", steht für "Bedeutung" – und somit wieder für mehr Sinn.
Diese Entwicklung impliziert, dass ein Kunde den Wert eines Produktes nicht mehr festmacht an seinem Preis oder der Marke, sondern daran, welchen Beitrag dieses Produkt für die Erfüllung seiner persönlichen Ziele leisten kann. Anders formuliert: eine Person will nicht mit dem Zug reisen, sondern sie will nach Hause kommen. Sie mag keine warme Jacke haben, sondern eine sportive Ausstrahlung. Sie will nicht ins Fitness-Studio, sondern länger leben. Die Erreichung der persönlichen Ziele beziehungsweise die Befriedigung von Grundbedürfnissen werden somit zum Maßstab, mit dem Produkte oder Dienstleistungen bewertet und dann gekauft werden – oder auch nicht. Und nachdem die Bedürfnisse erfüllt sind, wird das gute Gefühl (oder die schlechte Erfahrung) via Social Media dann mit der ganzen Welt geteilt.

Das neue Zauberwort lautet somit "Social Business". Es bedeutet, dass Firmen FÜR, und inzwischen auch MIT ihren Kunden, "Werte" generieren. Ausschlaggebende Erfolgsfaktoren sind dabei Empathie für Menschen, vernetztes Denken und Handeln sowie Kreativität. Nicht der ökonomische Gewinn steht im Vordergrund, sondern die Zusammenarbeit mit Stakeholdern zur Erreichung gemeinsamer Ziele oder der Befriedigung von Bedürfnissen.
Das klingt alles sehr ambitioniert, aber leider gibt es keine einfachen Erfolgsrezepte. Womit wir wieder am Ausgangspunkt wären – denn hier hilft nur noch eine menschliche Eigenschaft, die uns in der Industriegesellschaft leider weitgehend ausgetrieben wurde: Kreativität.

Was ist Design Thinking genau? Und warum jetzt?
Beim Design Thinking geht es darum, mittels Kreativität Neues entstehen zu lassen.

Der Stellenwert von Design an sich ist ja längst akzeptiert  – Firmen haben schon lange herausgefunden, dass gutes Design ein wesentlicher Faktor für den Erfolg eines Produktes sein kann. Beim Design Thinking werden nun die Kreativitätsmethoden der Designer gekreuzt mit den Anforderungen und Bedürfnissen anderer Bereiche. Das ist einigermaßen naheliegend. Denn Unternehmer, Manager, Marketing- und Produktionsverantwortliche oder Finanzleute entwerfen ja auch tagtäglich Neues: Businessmodelle, Ablaufprozesse, Projekte, Arbeitsanforderungen – wobei die bereits erwähnten Innovationsanforderungen auch bei diesen Themen immer höher werden und immer häufiger auch unbekanntes Terrain betreten werden muss. Da wird Kreativität wichtiger denn je – wenn etwas nicht mehr planbar ist, müssen zwangsläufig neue Wege beschritten werden. Die Methoden und Techniken der Designer bekommen damit plötzlich neue Einsatzfelder, abseits des reinen Produkts.

Design Thinking ist also eine Ansammlung von Methoden und Techniken, die Designer zur Gestaltung von Produkten oder Objekten verwenden, umgemünzt auf andere Geschäftsbereiche, Prozesse, Einsatzfelder oder sonstige Herausforderungen. Die einfachste Variante ist das Brainstorming. Aber es existiert eine Vielzahl weiterer Methoden, die verwendet werden können, um kreative Lösungen zu finden. Diese Methoden erobern gegenwärtig Firmen in aller Welt, die sich den neuen marktwirtschaftlichen Realitäten im 21. Jahrhunderts stellen müssen.
Mit anderen Worten: Nicht nur Produkte oder Objekte werden mit Design Thinking neu gestaltet. Unter dem Namen "Service Design" entstehen neue Dienstleistungen, Arbeitsweisen, Businessmodelle, Service-Innovationen oder Marketingkampagnen. Und unter dem Namen "Social Design" werden gesellschaftliche Probleme wie Armut, Umweltverschmutzung, Klimaschutz, Städtebau und vieles mehr neu betrachtet, bewertet und gestaltet.

Zusammengefasst steht "Design Thinking" damit für alle kreativen Methoden und Techniken, die bei der Lösung verschiedenster Probleme verwendet werden können. Darüber hinaus liefert es auch neue Ansätze für die Gestaltung innovativer Strategien und Arbeitsweisen. Aber egal, wie und wo Design Thinking zum Einsatz kommt, es ist einfach faszinierend zu beobachten, wie diese kreativen Methoden uns helfen, Kreativität für Menschen und Organisationen wieder erlebbar zu machen.
(Wie Design-Thinking-Prozesse ablaufen, werden wir im Zweiten Teil des Blogs erläutern)


Freitag, 9. Oktober 2015

Die Digitalisierung schafft neue Berufe – Der Digital Konzepter als Schnittstelle zwischen Idee und Umsetzung

Wie kann ein Unternehmen, das erfolgreich sein Kerngeschäft betreibt, disruptive Geschäftsmodelle entwickeln? Wie findet man in der Fülle der technischen Möglichkeiten, die richtige Lösung für die eigenen Ideen? Die Digitalisierung verändert nicht nur bestehende Berufe sondern bringt ganz neue Berufsbilder hervor. Der Digital Konzepter fungiert als Katalysator zwischen Idee und Technik, kreativer Entwicklung und Umsetzung. Im Gespräch mit Ivan Siljic, der als Digital Konzepter bei der Agentur Ideengott arbeitet.

Warum ist die Digitalisierung unserer Wirtschaft für viele Entscheider so ein herausforderndes Thema?
Wir sehen in den verschiedensten Branchen, dass die klassischen Geschäftsmodelle durch die Digitalisierung angegriffen werden und im schlimmsten Fall sogar die marktführenden Unternehmen fast völlig verschwinden.

Die digitale Innovation hat das Potential, disruptiv zu sein, und viele Startups nutzen diese Möglichkeit. Da es einem Unternehmen kaum möglich ist, sich selbst durch disruptive Innovation anzugreifen, sind die CIOs dieser Unternehmen nun in einem schweren Doublebind gefangen: Einerseits reicht erhaltende Innovation oft nicht aus, um das Geschäftsmodell ihres Unternehmens im Zuge der digitalen Transformation abzusichern, andererseits werden sie durch die herrschende Unternehmenskultur an Inputs oder gar Projekten in Richtung disruptiver Innovation gehindert.

Eines der bekanntesten Beispiele hierbei ist Kodak. Wie den meisten sicher bekannt sein wird, hat ein Mitarbeiter von Kodak als Erster einen Prototyp einer digitalen Kamera entwickelt. Dieses Projekt wurde damals von der Geschäftsführung mit strikter Geheimhaltung belegt, wodurch Kodak sich selbst abgeschafft hat, statt zum Innovationsführer der digitalen Fotographie zu werden.
Welche Hürden sind zu überwinden?

Generell haben die Abteilungen eines Unternehmens, die mit der Kommunikation des Produktes oder Services beauftragt sind, nur wenig Ahnung von Technologie, während die technologischen Teile wie die IT nur sehr rudimentäre Vorstellungen von der kommunikativen Ausrichtung ihres Unternehmens und deren Notwendigkeiten haben. Gerade bei Digitalisierungsprojekten kann dieser Graben auch sehr großen Konzernen das Rückgrat brechen. Mittlerweile sind sich die maßgeblichen Analysten zum Fall Nokia einig, dass die Silobildung innerhalb des Unternehmens der entscheidende Faktor beim Niedergang des Unternehmens war. Als jemand, der aus der Kommunikationsbranche kommt, aber einen technologischen Hintergrund hat durch Programmierkenntnisse in Javascript und php, kann ich eine Brückenfunktion bilden, um einen gemeinsamen Fortschritt im Unternehmen zu erreichen. "Welche Rolle spielt dabei ein Konzepter? Was sind seine Aufgaben?
Als Externer hat der Konzepter die Möglichkeit, auch disruptive Ideen zu entwickeln und zu präsentieren, ohne dass deswegen irgendjemand den Kopf verliert. Es gibt gute Beispiele, wo es den Unternehmen gelungen ist, die Digitalisierung zu umarmen und sogar ihr gesamtes Geschäftsmodell dahingehend zu transformieren.

Viele Ansätze können auch ruhig im Land der Ideen bleiben, bei manchen setzt man vielleicht zu einem Proof of Concept an. Es bestehen bereits erprobte Methoden wie Agile oder Scrum, wo man mit genau ausgearbeiteten Sprints die Entwicklung auch von Projekten mit nicht vollständig definierten Endzielen effizient gestalten kann. Grundsätzlich treibt der Konzepter so auf verschiedene Weise die Auseinandersetzung des Unternehmens mit der digitalen Transformation weiter.
Welche Fragen sollte man zu Beginn an den Konzepter stellen?

Interessanterweise sehe ich mich als Konzepter in der Situation des Fragestellers. Je mehr ich über meinen Kunden, dessen Geschäftsmodell, die visible und vor allem hidden Deliverables erfahre, desto fokussierter kann ich vorgehen. Es gibt Fälle, wo sich dieses Frage-Antwort Spiel über Monate entwickelt hat, weil in den aufeinanderfolgenden Gesprächen klar wurde, dass viele Antworten auf unbegründeten Annahmen basierten, und diese Annahmen erst Schritt für Schritt als richtig oder falsch verifiziert werden mussten.
Es ist ein gemeinsamer, kreativer Prozess, der durchaus auch fordernd sein kann. Man benötigt schon eine gewisse Leidenschaft dafür, gangbare Wege in komplexen Systemen zu entwickeln.

Wie sieht die Zusammenarbeit bei konkreten Projekten aus?

Die Modalitäten sind sehr individuell, da es kaum ein Digitalisierungsprojekt im Kontext eines bestimmten Unternehmens und dessen Kultur gibt, das dem anderen gleicht. Da muss man von Beginn an flexibel sein und Wege der Zusammenarbeit finden, die funktionieren.
Grundsätzlich ist der erste entscheidende Punkt, den es zu erreichen gilt, das Problem an und für sich konkret zu fassen und zu definieren. Aus der Kommunikationsbranche kommend ist mir sehr bewusst, dass wir Menschen gern Probleme als Lösungen kommunizieren, und in solchen Fällen ist dann eine Art reverse Engineering erforderlich. Da geht man dann Schritt für Schritt die Argumentationskette rückwärts ab, um auf die Frage zu kommen, die zu vorderst beantwortet werden muss.

Hat man diese Basis erreicht, ist schon viel gewonnen. In der Zusammenarbeit spürt man dann oft eine gewisse Erleichterung, dass man jetzt zumindest klar am Tisch hat, was wirklich Sache ist. Dann geht’s ans Recherchieren und kreative Entwickeln von Lösungsansätzen. In welchem Rahmen das passiert, ob allein oder im Team, mit welchem Zeithorizont, ob eventuell Evaluationsmaßnahmen erforderlich sind, bleibt der konkreten Dynamik überlassen.
Mein Bestreben in dieser Phase liegt darin, skalierbare Lösungsansätze zu entwickeln. Meistens gibt es verschiedene Optionen, die man beschreiten kann. Gemeinsam wird dann beraten, welche Option für das Unternehmen am sinnvollsten ist, und es werden weitere Schritte in Richtung Umsetzung festgelegt.

Bei der Confare Konferenz #Digitalize 2015 am 14. Oktober treffen sich mehr als 100 Top-Manager aus unterschiedlichen Branchen zum Erfahrungsaustausch und Networking. Details und Anmeldung zum umfangreichen Programm finden Sie hier. http://www.confare.at/11550_DE-7304_%23Digitalize_2015-Einfuehrung.htm

Dienstag, 14. Juli 2015

Coole Business App oder Rohrkrepierer? Welche Entscheidungen Sie treffen müssen, damit Ihre mobilen Anwendungen ein Erfolg werden

Armin Kuppek ist Head Mobility und Digital Business bei CSC Austria. Im Vorfeld seines Vortrages bei der Confare Konferenz #Digitalize 2015 am 14. Oktober in Wien haben wir mit ihm darüber gesprochen, warum vielen mobilen Business Anwendungen der Erfolg versagt bleibt, was Entscheider bei der Planung von Business Apps berücksichtigen müssen und wie man die eigenen Anwender glücklich machen kann?

Gute Ideen für mobile Business Anwendungen gibt es viele, oft scheitert es jedoch bei der Umsetzung. Woran liegt das?

Die meisten Menschen haben – geschuldet durch die sehr hohe Verbreitung von Smart Devices im privaten Umfeld - persönliche Erfahrungen mit mobilen ‚Consumer’ Apps, welche (in den meisten Fällen) durch eine exzellente User Experience glänzen.  Da wundert es nicht, dass potentielle Anwender der Fachabteilungen auch ansprechende und intuitive mobile Geschäftsanwendungen im Berufsleben voraussetzen. Bei Nichterfüllung dieser Anforderungen scheitern mobile Anwendungen zumeist an der Akzeptanz der Anwender. Diese Erwartungshaltung steht oft in Konflikt mit den Zielen der Business- und IT- Entscheider.

Business Entscheider verfolgen als primäres Ziel die Optimierung Ihrer Geschäftsprozesse. Dabei lassen sich aus unserer Sicht grob drei Kategorien von mobilen Anwendungsfällen unterscheiden:
1)            Bestehende Produkte weiter verbessern
2)            Die Produktion optimieren bzw. verbessern
3)            Neue Geschäftsmodelle und Umsatzpotentiale realisieren

Die Investitionsbewertung hinsichtlich einer Umsetzung von mobilen Anwendungsfällen muss durch das Business unter Berücksichtigung dieser Kategorien erfolgen. Dabei liefert 1) einen relativ überschaubaren Mehrwert für das Business. Wenn möglich sollte auf kostengünstige, vorgefertigte Standardlösungen zurückgegriffen werden. Unter 2) versteht man mobile Anwendungen, die grob gesagt existierende Prozesse beschleunigen oder deren Effizienz steigern.  3) bringt den größten Mehrwert für das Business und rechtfertigt demnach auch höhere Investitionskosten. 
Ein zusätzliches Bewertungskriterium stellt der Routinefaktor einer mobilen Geschäftsanwendung dar -  darunter versteht man die Häufigkeit der Verwendung der Lösung.

Die Aufgabe von Business Entscheidern muss es sein, Ideen bzw. potentielle mobile Anwendungsfälle auf Basis des generierten Business Mehrwerts und des Routine Faktors zu bewerten und zu priorisieren und eine Investitionsentscheidung unter Berücksichtigung der drei Kategorien zu treffen (siehe Abbildung).
IT Entscheider haben in den meisten Fällen das Ziel, zum einen die IT Kosten niedrig zu halten und zum anderen den Einsatz von mobilen Technologien konform zur (hoffentlich) vorhandenen mobilen Strategie sicherzustellen. Die IT agiert dabei als Business Enabler.
Investitionsentscheidung anhand Business Value und Routine Faktor
Was sind nun Ihre Empfehlungen um den Erfolg bei der Einführung mobiler Geschäftsanwendungen zu gewährleisten, und dabei auch die Anforderungen der Anwender hinsichtlich der User Experience zu berücksichtigen?

Nach einer positiven Investitionsentscheidung durch das Business sind zwei Erfolgsfaktoren kritisch für die Umsetzung eines mobilen Anwendungsfalles:

1)            Zunächst müssen die Anforderungen an die zu entwickelnde mobile Geschäftsanwendung definiert werden - unabhängig von einer Technologieentscheidung. Sehr häufig kann beobachtet werden, dass Technologien bzw. bestehende, zu mobilisierende Applikationen die Umsetzung treiben anstatt der funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen. Diese Herangehensweise führt häufig in eine Sackgasse und kann zum Scheitern eines Umsetzungsprojektes führen. Anforderungen an die Technologie sollten erst nach der Anforderungsanalyse - auf Basis der ermittelten funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen – abgeleitet werden.
2)            Die Einbeziehung der betroffenen Anwender der Fachabteilung von Beginn an ist von entscheidender Bedeutung, da so sichergestellt wird, dass wichtige Anwender - Akzeptanzkriterien (z.B. Bedienbarkeit, Erlernbarkeit, Barrierefreiheit etc) von Beginn an berücksichtigt werden.
Der User-Centered-Design Ansatz verfolgt genau diese Ziele. Dabei werden speziell die Anforderungen der Anwender an die Benutzeroberfläche mittels Rapid-Prototyping Techniken (z.B. interaktive Screendesigns, Clickdummys etc) greifbar und erlebbar gemacht und somit das wertvolle Feedback der Anwender gleich zu Beginn der Umsetzung ermittelt. Wahrnehmung und Akzeptanz der mobilen Geschäftsanwendung werden so zuverlässig optimiert. Diese Vorgehensweise kann als Ergänzung zur klassischen Anforderungsanalyse gesehen werden. In der agilen Welt finden diese Aktivitäten typischerweise in den ersten Sprints statt.

Letztendlich ermöglicht die skizzierte Vorgehensweise einem Unternehmen, mobile Potentiale systematisch zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren und eine strategische Investitionsentscheidung zu treffen. Häufig auftretende Showstopper werden vermieden, sodass Mehrwert stiftende mobile Geschäftsanwendungen auch tatsächlich erfolgreich umgesetzt werden können.
Mehr über seine Praxiserfahrungen bei der Umsetzung smarter Apps wird Armin Kuppek im Rahmen seines Vortrages bei #Digitalize 2015 berichten. Die Teilnahme ist für IT-Entscheider und Fachbereichsleiter kostenlos. Details und Anmeldung finden Sie auf http://www.confare.at/11550_DE-7304_%23Digitalize_2015-Einfuehrung.htm  

Mittwoch, 10. Juni 2015

#ERPTrends 2015: CLOUD und Digitalisierung verändern die Anforderungen an ERP Systeme

Godelef Kühl gründete die Godesys AG 1992 mit Fokus auf kundenorientierte ERP Lösungen. Anlässlich seines kommenden Vortrages  auf dem Confare ERP Infotag am 6. Oktober in Wien haben wir mit dem erfahrenen ERP Unternehmer über das Digitale Business und die Anforderungen an moderne ERP Lösungen gesprochen.

Was sind die wichtigsten ERP Trends 2015?

Aus meiner Sicht ist in erster Linie die digitale Transformation zu nennen. Der digitale Wandel beschreibt den Umbruch, den wir beim Umgang mit Technologien und Daten täglich spüren. Er verändert Struktur und Wertschöpfungskette aller Unternehmen und Branchen und stellt Unternehmen und Mitarbeiter vor die Herausforderung, mit der zunehmenden Digitalisierung von Prozessen und Arbeitsweisen zu Recht zu kommen. Nach unserer Auffassung gibt es dabei drei Megatrends. Erstens: individuelle Kundenansprache. Trendthemen wie Cross-Channel oder Multi-Channel sind temporäre Phänomene, die Fokussierung auf die Kundenbedürfnisse ist das A und O. Zweitens: die Schaffung eines einzigartigen Produktangebotes. Nur so können sich Unternehmen vom Wettbewerb distanzieren. Und drittens: Individualisierung des Angebots. Die Gewinner der digitalen Transformation beherrschen die Methoden der aktiven Preisführung und setzen entweder auf günstig oder auf Unvergleichbarkeit. Wer diese Dinge beherzigt, geht einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung.
Welchen Beitrag leistet ERP bei der Digitalisierung des Unternehmens?

ERP-Systeme spielen eine wesentliche Rolle bei der Umgestaltung in Richtung digitale Transformation. Diese kann nur mit Lösungen gelingen, die drei zentrale „C“ adressieren und einheitlich integriert sind: Content, Communication und Commerce. Denn es kommt verstärkt auf hochwertige, zielgruppenspezifische Inhalte, eine durchdachte und gut verzahnte Kommunikation der verschiedenen Abteilungen und Akteure sowie eine Fokussierung auf die Unternehmensstrategie an. Nur ganzheitliche Lösungen gestatten es, den Wandel zu gestalten. Anwender benötigen Systeme, die ihre Unternehmensstrategien problemlos in Geschäftsprozesse verwandeln. Mit unserer herstellerunabhängigen, auf freien Standards (Open Source) basierenden und serviceorientierten Integrationsarchitektur (SOA) können sie einem intelligenten Werkzeug vertrauen, mit dem sie zeitnah auf neue Herausforderungen reagieren und sich dem digitalen Wandel stellen können.
Wie wichtig ist Cloud tatsächlich im ERP Umfeld?
Cloud-basiertes ERP besticht vor allem durch Kostenersparnis und reduzierte Kapitalbindung. Neben dem wirtschaftlichen Nutzen spricht noch ein weiterer Punkt für ERP aus der Cloud: Es macht die wachsende Komplexität der IT-Infrastruktur beherrschbar. Auch was den Sicherheitsaspekt angeht, ist Cloud Computing das wesentlich attraktivere Modell, da mehrfach redundante Rechenzentren selbst kleinen und mittelständischen Unternehmen eine hohe Kontinuität garantieren. Damit die Vorteile von Cloud-basierten ERP vollständig ausgeschöpft werden können, müssen noch diverse Bedenken wie möglicher Kontrollverlust oder die Abhängigkeit von Cloud-Providern aus dem Weg geräumt werden. Gerade weil in ERP-Daten enorm viel Betriebs-Know-how liegt, stellen sich viele Unternehmen die Frage, was mit ihren Daten in der Wolke passiert und wer Zugriff darauf hat. Hier sind vor allem die lokalen Cloud-Provider gefordert, Aufklärungsarbeit zu leisten.

Wie finden Unternehmen das passende ERP für die eigenen Anforderungen?

Neben leistungsstarken Funktionen sind Softwareergonomie und Benutzerfreundlichkeit eines ERP-Systems enorm wichtig. So sind Unternehmen intuitive Bedienungsmöglichkeiten durch alle Anwendungen hindurch mittlerweile von jedem Smartphone gewohnt. Zwangsläufig sollte eine moderne ERP-Lösung dies ebenfalls bieten und über ein übersichtliches und klares Interface verfügen. Für godesys ERP haben wir attraktives Oberflächendesign und nahtloses Prozesskettenmanagement mit hochmoderner Technologie kombiniert. Damit wird die Lösung den Anforderungen, die Unternehmen aufgrund von Globalisierung und Wettbewerbsdruck haben, mehr als gerecht.
Der Confare ERP Infotag ist die wichtigste Jahresveranstaltung zum Thema ERP in Österreich. Die führenden Hersteller geben einen Überblick über die wichtigsten Markttrends und spannende Umsetzungsbeispiele liefern Inputs für Erfolg bei Projekten. Anmeldung und Details zur Veranstaltung: www.erp-infotag.at

Freitag, 10. April 2015

Social Media und perfekte Integration in das Windowsmetzwerk - Eventmanagement mit Microsoft Surface – Ein Resümee des 8. Confare CIO SUMMIT


Das CIO SUMMIT bewegt jährlich etwa 400 Top-Manager der heimischen IT-Branche. Ein paar Zahlen gefällig: Im Lauf von 2 Tagen wurden 850 Mahlzeiten serviert, 60 Referenten hielten Präsentationen, die Teilnehmer konnten ihr persönliches Programm aus 21 verschiedenen Sessions zusammenstellen. Einige dutzend Instagram Bilder wurden mit dem Hashtag #CIOAWARD hochgeladen, 80 Tweets passierten auf Twitter und das Facebook Foto-Album hatte knapp 4000 Interaktionen. Auf der Konferenz selbst waren drei Präsentationslaptops, zwei Laptops an der Registrierung und ein Tablet für die Social Media Begleitung via Facebook, Twitter und Instagram im Einsatz.

Da Microsoft die Veranstaltung rund um die Preisverleihung für die besten IT-Manager Österreichs unterstützt, erlaubten wir uns nachzufragen, ob man uns für das Management der Veranstaltung nicht mit Endgeräten unterstützen wolle. Tatsächlich erhielten wir nur wenige Tage später 6 nagelneue Surface Pro 3 ins Büro zum Testen und für die Organisation des CIO SUMMIT geliefert.
Nahtlose Integration ins Windows Netzwerk, dabei uneingeschränkt mobil arbeiten.

Die Vorbereitungen für eine Konferenz sind vielfältig und passieren zum großen Teil im Confare Office, viel aber auch vor Ort in der Location oder beim Kunden. Neben der Koordination der Partner, Referenten und Teilnehmer ist die Koordination der Lieferanten wichtig. Dementsprechend sind wir normalerweise mit etwa einem halben Kilo USB Sticks unterwegs, sowie Powernutzer von WeTransfer und Dropbox. Im Office wird in einem Windowsnetzwerk gearbeitet. Sie können sich die Herausforderung vorstellen, die damit verbunden ist, die dutzenden Files, Videos, Fotos und Präsentationen in den richtigen Versionen abzulegen.

Es war für das Confare Team daher besonders nützlich, die Vorteile eines leistungsfähigen Laptops gemeinsam mit jenen eines modernen Tablets nutzen zu können und dabei im Büro nahtlos im Windowsnetzwerk zu arbeiten, aber auch mobil Fotos vom Lokalaugenschein bearbeiten, auf Facebook posten. Excel Files, Powerpoint Präsentationen und Word Dokumente vom Server laden, unterwegs bearbeiten und zurückspeichern. Auch die Kompatibilität mit allem verwendeten Zubehör, angefangen bei Beamern und USB Presentern hat sich bewährt.
Social Media Interaktion mit verschiedensten Eingabemöglichkeiten

In einem sehr dicht besetzten Markt war es für Confare von Beginn an eine strategische Ausrichtung, sich über die Interaktion via Social Media zu differenzieren. Die Vorteile des Convertibles kommen hier besonders zum Tragen. Die volle Desktop Funktionalität ermöglicht es Fotos, die mit der hervorragenden Kamera des Surface gemacht wurden, sogleich professionell zu editieren, und unmittelbar online zu stellen.
Auch die unterschiedlichen Eingabemöglichkeiten, Tastatur, Touchscreen und der pfiffige Eingabestift waren sehr nützlich im Vergleich zur herkömmlichen Ausstattung eines Tablets. Wer einen Tweet auf einer Handytastatur samt Hashtags, Nennungen etc. erstellen muss, weiß wovon ich spreche. Das ging mit dem Surface in einer ergonomisch angenehmen Handhabung, flott und ohne Typos.

Für einige der Social Media Seiten habe ich recht brauchbare Apps im Microsoft App Store entdeckt. Andere, wie Instagram oder mein Social Media Cockpit, Hoot Suite, bieten (noch) keine App für das Surface. Dank des vollwertigen Browsers habe ich aber die Webseiten selbst hervorragend nutzen können, und so war das kein Nachteil.
Connectivity – Reicht WLAN?

Im Bürobetrieb war der Netzwerkanschluss des Surface kein Problem. Unterwegs ist man auf ein performantes W-LAN angewiesen. Beholfen haben wir uns hierbei mit Smartphone Hotspots.
Resümee – Smarte Kombination aus den Vorteilen eines Laptops und denen eines Tablets. Hohe Performance, hochwertige Optik und Verarbeitung. gewohnte Applikationsumgebung und ergonomisch gut durchdachte Eingabemöglichkeiten haben uns tatsächlich spürbar die Arbeit leichter gemacht.

Wenn man so schön will: Verbesserungsmöglichkeiten: Social Media Apps (wenn man die Desktop Variante nicht ohnehin vorzieht) und möglicherweise eine 3G Connectivity – obwohl man meines Erachtens nach mit dem Workaround über das Smartphone gut zurecht kommt.
Wir bedanken uns ganz herzlich beim Microsoft Team. Auch der Support bei Fragen hat hervorragend geklappt. Wir freuen uns bereits darauf, die Zusammenarbeit fortzusetzen.





Nützliche Links zum Surface Pro 3:
http://www.microsoft.com/surface/de-at/business/overview

Mittwoch, 6. August 2014

Die 3 wichtigsten Erfolgskriterien für den CIO: #TopCIO 2014 Ralf Luchsinger sorgt für Kundennähe bei der Glarner Kantonalbank


Bei der Glarner Kantonalbank ist man sich bewusst, dass „online“ das Gebot der Stunde ist. Die IT treibt Innovationen und sorgt so für mehr Kundennähe und erfolgreichen Onlinevertrieb. Das macht Ralf Luchsinger zu einem ausichtsreichen Kandidaten für den Swiss CIO AWARD 2014, den Confare in Zusammenarbeit mit EY auf dem 3. Swiss CIO SUMMIT in Zürich verleihen werden – Anmeldung und Details auf www.ciosummit.ch

Welche Rolle spielt die IT in Ihrem Unternehmen?

RL: Die IT ist seit der Strategieänderung vor 3 Jahren zum Innovationstreiber geworden. Organisatorisch wurde die interne IT ein Level höher angesiedelt. Direkt unter einem der 4 Geschäftsleitungsmitglieder. Mit der letzten Reorganisation haben wir uns auch vom klassischen Bankorganigramm verabschiedet und mit dem Bereich Onlinevertrieb die Wichtigkeit der IT für unsere Bank noch mehr unterstrichen. Wir wollen mit unserer IT an den Kunden herankommen (www.glkb-direkt.ch) und ihm eine gesamtheitliche Betreuung bieten.

Welchen Beitrag leistet die IT damit Ihr Unternehmen in diesem heiss umkämpften Markt erfolgreich ist?

RL: Die IT treibt die Bank vorwärts und die Bank fordert die IT wieder heraus um alles Gewünschte zu realisieren. Wir haben verstanden, dass die Zukunft Online funktioniert und dass die Konkurrenz eher von Google und co. kommt als von klassischen Banken (Wer die Daten hat, hat die Macht). Wir müssen auf den Radar kommen wenn jemand etwas sucht auf seinem Tablet oder Smartphone. Auf der anderen Seite möchten wir den Kunden auch im Detail persönlich beraten können (Bereich Direktvertrieb). Hier soll ein Schnittstellenloser Übergang Realität sein. Deshalb ermöglichen wir mit unseren Arbeitsplätzen ein komplettes arbeiten direkt mit dem Kunden ohne Kompromisse und egal wo. Für das Management ist der Arbeitsplatz zentralst um die richtigen Entscheidungen effizient fällen zu können. Auch hier gilt es immer die Möglichkeit zu haben, jederzeit und überall auf sämtliches zugreifen zu können mit dem vollen Komfort und mit absoluter Sicherheit und dies mit einem Gerät mit dem man vertraut ist und es beherrscht.

Was sind die 3 wichtigsten Erfolgsfaktoren für den CIO?

RL:

·         Klare Strategie und sauberes Unterscheiden zwischen Spielereien und klaren Marktausrichtungen

·         Verständnis der Dienstleistung welche die Firma anbietet inklusive Prozessverständnis

·         Technisches und soziales Knowhow um die Komplexität Händeln zu können sowie Wirtschaftliches Denken um die Kosten im Griff zu behalten

Mit welchen Technologien und Herausforderungen muss sich der CIO Ihrer Meinung nach im Moment auf jedenfall auseinandersetzen?

RL: Prozessmanagement, Mobiles Arbeiten, Onlinewelt, Sicherheit, Erfahrungsaustausch, Führungstechniken, Research

Welche Bedeutung hat der CIO AWARD für Sie?

RL: Ich bin gespannt wie der doch sehr spezielle Weg mit unseren Bankdienstleistungen und unserem Arbeitsplatz bewertet wird. Die klare Strategie ohne virtualisierte Desktops und ohne Bring your own Device (Ausnahme Active Sync für Smartphones) und das dauernde Arbeiten von innen heraus möchte ich gerne von Experten hinterfragt wissen. Die Wertschätzung in der IT zu erhalten ist sehr schwierig und da wäre dieser Award eine große Sache für mich persönlich.

Die 5 wichtigsten Erfolgsfaktoren für Event-Apps

Marcel Wassnik und sein Superevent Team auf dem
7. Confare CIO SUMMIT
Fotos by Roman Katoch
Innovative App Entwickler suchen Wege, um den Teilnehmern von Veranstaltungen neue Networking-Möglichkeiten und Mehrwert zu bieten. Confare hat 2014 die Zusammenarbeit mit Superevent begonnen und beim 7. CIO SUMMIT in Wien einen großen Erfolg erzielt. Superevent Gründer Marcel Wassink im Gespräch über die Kooperation mit Confare und Erfolgsfaktoren für den Einsatz von Apps bei Veranstaltungen.

Welche Erwartungen hat das Publikum an moderne Business Events?

MW: Wir glauben das Leute hauptsächlich auf Events gehen um etwas zu lernen und zum Netzwerken. Trotz Social Media bleibt es wichtig Leute auch "Face to Face" kennenzulernen oder mal wieder zu sehen. Darüber hinaus ist es natürlich auch wichtig selbst „gesehen zu werden“.

Moderne Business Events haben eine gute Balance zwischen diesen Aspekten und nützen dafür  modernste Technologie und Medien. Sie sind einfach angenehm aufgestellt in modernen Gebäuden mit gesundem Essen, Getränken und angemessener Musik.

Inwieweit können Apps dazu beitragen, diese Erwartungen zu erfüllen?

MW: Ich war vorher bei Philips und habe immer wieder in verschiedenste "Rollen" Events besucht und war eigentlich nachher immer frustriert darüber wie schwierig es ist die richtigen Leute zu finden oder neue interessante Kontakte herzustellen. Man bekommt -nicht immer- die Teilnehmerliste aber trotzdem bleibt es schwierig herauszufinden  „wer wer ist“  ohne während der Breaks peinlich lange auf die Batches zu starren. Bei größeren Veranstaltungen sind die Programmfolder mitunter schwierig zu navigieren.

Apps können nun dazu beitragen das Netzwerken und das Orientieren im Programm für die Teilnehmer viel einfacher zu gestalten.

Was unterscheidet SUPEREVENT von anderen Event-Apps?

MW: Bevor wir anfingen haben wir den Markt gut analysiert und festgestellt das die meisten Event-Apps eher nur das Programm zeigen, ohne Netzwerkmöglichkeiten, und das die Nutzung der App nach dem Event endet – was für die Teilnehmer zwei deutliche Nachteile hat:

·         Teilnehmer müssen für jeden Event ein neue Event-App herunterladen, ein neue Account schaffen und die Verbindungen in dem Event-App immer wieder neu etablieren, und, bei verschiedene Hersteller, immer wieder die Event-App kennenlernen müssen.
·         Der Veranstalter muss immer wieder neue Event-Apps entwickeln lassen in den verschiedene Stores freigeben. Dass bringt immer wieder viel Arbeit und höhere Kosten sowie die Abhängigkeit vom Entwicklerteam.

Bei der Entwicklung von Superevent haben wir versucht diese Nachteile zu vermeiden und stattdessen echten Mehrwert zu bieten:

·         Der Veranstalter: nutzt Superevent oder eine eigens „gebrandete“ Event-App die nur einmal in den Stores registriert wird und kann bei Bedarf sogar selbst für jeden Event die Befüllung oder „Last-minute Updates“ machen. Er bekommt dabei wichtige statistische Infos und Ergebnisse vom Bewertungen („Ratings“), Abstimmungen („Votings“) usw.
·         Der Teilnehmer: kann immer wieder die gleiche Event-App einsetzen und dabei seine Verbindungen in seiner Industrie oder Community weiter ausbauen. Er muss nur einen einzigen Account erstellen der für viele Events gleichermaßen genutzt werden kann.
·        Teilnehmer können auch ohne Account-Erstellung die wichtigen Event-Infos sehen, navigieren usw.
·        Referenten und Teilnehmer können einfach, sowohl vor, während als auch nach den Events mit einander kommunizieren, Messages, Ratings und Votings nutzen.

Wie werden Event-Apps derzeit genutzt, welche künftigen Möglichkeiten darf man erwarten?

MW: Event-Apps werden hauptsächlich genützt für Programm Navigation und Netzwerken. Mit Superevent als multi-event App wachsen wir weiter in Richtung „Community“ App wobei man nicht nur während Events sondern auch dazwischen mit anderen Community-Mitgliedern einfacher kommunizieren kann.

Die weitere Verknüpfung mit anderen Social Media Plattformen wird auch immer wichtiger weil die meisten Leute kein Lust haben Ihre Verbindungen in noch einer weiteren Plattform aufzubauen.

 
Beim Confare CIO SUMMIT wurde die App aktiv von den Teilnehmern genutzt – Was war für den Erfolg ausschlaggebend?

MW: Von etwa 400 Teilnehmer haben fast 50% die Superevent App aktiv genutzt und während des Summits 630 Messages an einander geschickt. Während des Summits haben 32 Teilnehmer eine Verbindung (=Follow) miteinander gemacht. Der Veranstalter hat 2 sogenannte „Broadcast“ Messages geschickt.

Im Vergleich zu vielen anderen Veranstaltungen war diese Nutzungsquote überdurchschnittlich hoch.

Wir glauben damit ein Bedürfnis erfüllt zu haben und sind der Meinung man müsste hierauf weiter aufbauen und den Gebrauch und die Verbindungen weitersteigern.

Was sind die 5 größten Erfolgsfaktoren für Veranstaltungs-Apps?

MW:

1.       Einfachheit: Installieren und „Sign-up“ in der App müssen einfach sein. Darüber hinaus sollte ein Sign-up nur notwendig sein für Teilnehmer die die Networking Funktionalität nutzen möchten oder für rein private Events;

2.      Connectivity: Die Locations müssen ausreichende WiFi Kapazitäten bieten.

3.     Kommunikation: Vor dem Event ist ausreichende Information über die App besonders wichtig. Dabei kann man eventuelle Unterlagen wie FAQ, User Broschüre usw. auf die Web-site publizieren;

4.     Walk the talk: Event Veranstalter müssen unbedingt selbst die App nützen und mit den Teilnehmer kommunizieren. Wenn Referenten die App einsetzen zum Beispiel für Votings einsetzen, hat das auch enorm positive Auswirkungen auf den Nutzungsgrad;

5.       Vertrautheit: wir sehen, dass die Teilnehmer die Event-App von Mal zu Mal mehr nutzen.