Flexibel auf Marktanforderungen zu reagieren kann entscheidend sein um im Wettbewerb zu überleben – aber die IT-Infrastruktur muss dabei mitspielen können. Peter Nussbaumer ist Geschäftsführer der I-New CS GmbH und entwickelt Lösungen, um neue Services schnell zu implementieren ohne bestehende Systeme anzutasten.
Die Mobilfunkbranche ist intensiv von IT abhängig. Die bestehenden Strukturen sind weitgehend historisch gewachsen und werden fast ausschließlich von einigen wenigen, globalen Ausrüstern bedient. Aufgrund ihrer monolithischen Bauweisen sind diese Infrastrukturen extrem unflexibel und träge im Vergleich zur Entwicklung in der modernen IT. Neue Services und Funktionen benötigen viel Zeit, Investitionskapital und sind aufgrund langer Return of Investments ausschließlich auf die breite Masse ausgelegt. Produktinnovationen, die spezifische Markt und Kundensegmente bedienen, sind beinahe ausgeschlossen.
Dabei ist kaum eine Branche so wettbewerbsintensiv wie Mobilfunk. Die Tarife und Nutzungsentgelte für klassische Telekommunikationsservices (Sprache, Messaging, Daten) sinken unaufhaltsam und damit die Erträge der Telekombetreiber, die sich gezwungen sehen, die Investitionen zu verringern und die Lieferanten in die Pflicht zu nehmen – die daraus resultierenden Effekte sind aber nicht nachhaltig.
Branchenkenner Peter Nussbaumer sieht 2 Wege, wie die Mobilfunkbetreiber sich dieser Situation stellen können:
- Segmentierung des Marktes (Kundensegmente, Branchensegmente) - Durch die Spezialisierung auf schmälere Kundengruppen und der Einführung von angepassten Services kann die Qualität, Brauchbarkeit und Vielfältigkeit der Services gehoben und die Ausgaben pro Subscriber gesteigert werden.
- Kooperationen mit Handel, Mineralölfirmen, Banken, etc: Der sogenannte Telco 2.0 Standard fokussiert auf die Verbesserung der Kundenbeziehung von Dienstleistern und Handel von Nicht-Telko Betrieben durch Loyalitätsprogramme, um das Kerngeschäft dieser Firmen durch den Zugang zum Mobilkunden zu steigern. Der klassische Handel wird virtueller Mobilbetreiber um seine Kunden durch neue Services und Bonus/Loyalitätsaktionen stärker an sich zu binden und gezielter bewerben zu können (Mobile Advertising).
Doch die bestehenden IT-Systeme behindern laut Nussbaumer das erfolgreiche Etablieren innovativer, spezifisch auf Kundensegmente ausgerichteter Geschäftsmodelle: „Die meisten derzeitigen Versuche von MVNO (Mobile Virtual Network Operator) enden darin, dass sie eine Billigmarke etablierter Mobilbetreiber werden, welche den eigenen Kundenstamm kanibalisiert und somit vom klassischen Mobilfunker meist nicht unterstützt wird.“
Nussbaumers Unternehmen I-New entwickelt gemeinsam mit den Web-Spezialisten von Lemon42, Lösungen, die die bestehende Service Infrastruktur von Mobilfunkbetreibern unangetastet lässt. Lemon42 erstellt als Partner von I-New die graphischen Bedienelemente zur I-New „MVNO-in-a-Box“ Plattform und zeichnet für alle Human-to-Machine Interfaces verantwortlich.
Auf Enterprise Service Bus Technologie basierend wird parallel zu den bestehenden Systemen eine neue Infrastruktur aufgesetzt, die dem neuen Anbieter ein Werkzeug zur Verfügung stellt, mit dem er schnell, kostengünstig und mit echter Konvergenz Services anbieten kann, welche für sein Kerngeschäft und Kundensegment maßgeschneidert sind.
Das Unternehmen kann damit schon echte Erfolgsgeschichten vorweisen: Z-Mobile im Kosovo war der erste MVNO in diesem Land. Dieser Mobilfunker kann seinen Kunden mit Abstand die meisten Services anbieten und erreicht damit die höchsten Zuwachsraten im Privatkunden als auch Geschäftskundensektor. Neue Services werden mit einer Vorlaufzeit von 2-6 Wochen auf den Markt gebracht, während der Mitbewerb 6-15 Monate braucht. „Wir konnten die IT Infrastruktur der gesamten OSS+BSS Systeme auf ein einziges 19 Zoll Rack reduzieren“, ist Peter Nussbaumer stolz.
Ein weiteres Beispiel ist das US-Unternehmen Pario. Auf Basis der von I-New entwickelten Infrastruktur bietet Pario als Plattform für weitere MVNO neuartige, konvergente Services auf einer multi-Mandantenplatform an und konnte in nur zwei Monaten fünf neue virtuelle Servicebetreiber gewinnen. Das System wurde in nur 8 Wochen installiert und integriert und besteht aus einer kompletten Telco Core und BSS Landschaft.
„Gerade in wettbewerbsintensiven Märkten, kann innovative IT-Infrastruktur einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bieten“, ist Peter Nussbaumer überzeugt. Auch wenn monolithische Infrastrukturen nicht von einem Tag auf den anderen migriert werden können, müssen die Unternehmen die Flexibilität schaffen, um kurzfristig auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Wem das gelingt, so ist Nussbaumer überzeugt, wird im Wettbewerb langfristig bestehen können.
Auf dem MOBILITY SUMMIT AUSTRIA am 15. Juni 2010 zeigen Anbieter wie A1, Motorola, Mobit, iLogs, Datamax-O´Neil, Dataphone und TAGnology aktuelle Praxisbeispiele zum Mobilen Arbeiten . Details und Anmeldung finden Sie auf www.confare.at.
Dienstag, 1. Juni 2010
Wirtschaftlichkeit und Rechtssicherheit beim Archivieren von Daten
Die zunehmende Digitalisierung von geschäftsrelevanten Inhalten bringt massive Anforderungen an die Infrastruktur – wie archiviert wird rückt in das Augenmerk der Behörden, Wirtschaftsprüfer und Gerichte. Wenn im Bezug auf Rechtssicherheit Fehler gemacht werden, kann das unangenehme rechtliche Folgen nach sich ziehen. Im Gespräch Buch-Autor und Organisations-Experte Markus Oman, Gründer der O.P.P. -Beratungs KG.
Unternehmensdaten werden zunehmend digital verarbeitet und müssen daher auch digital archiviert werden. Eine wahre Datenflut muss dabei von der dahinterliegenden IT-Infrastruktur bewältigt werden.
Diese Herausforderungen zu meistern bedeutet laut Markus Oman, dass man mitunter den Spagat zwischen Zielen beherrschen muss, die miteinander, wenn nicht im Widerspruch, dann zumindest im Konflikt stehen. So ist es zB notwendig, dass Archive und deren Stores sowohl löschbare Daten, als auch unlöschbare Informationen revisionssicher verarbeiten können.
Rechtliche und wirtschaftliche Risiken sind zu beachten
„Fehlende Ordnungsmäßigkeit und mangelnde Rechtssicherheit führen unweigerlich zu Problemen mit den Finanzbehörden. Desweiteren gerät man praktisch unmittelbar in Konflikt mit den einschlägigen Gesetzen (DSG, BAO, UGB, UWG, GmbhG, AktienG, Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, etc.).“ Solche Verstöße und mangelhafte Bearbeitung der Geschäftsprozesse führen nicht nur zum Verlust von Aufträgen und damit zur dramatischen Schmälerungen der EGTs, sie können bis zum vollständigen Ausstieg von Versicherungen im Schadensfall führen, da die einschlägigen Rechtsbestimmungen nicht eingehalten wurden. Dazu kommen noch Imageschäden und Haftungsprobleme.
Die Komplexität ist enorm. So haben heutzutage viele Branchen Aufbewahrungsfristen von mehr als fünfzig Jahren. Es muss daher für entsprechende Migrations-Szenarien und für sachgemäßen Umgang mit den betroffenen Dokumenten Sorge getragen werden.
Rechtsfallen werden oft nicht rechtzeitig ausgemacht
Markus Oman hat die Erfahrung gemacht, dass Fehler vor allem durch die mangelnde Kenntnis der Zusammenhänge von IT, Recht und Betriebswirtschaft passieren. Besonders dort, wo es widersprüchliche Ziele gibt oder Gesetzesanforderungen, die miteinander in Konflikt stehen, sind die Infrastruktur-Verantwortlichen überfordert. Ein in Österreich verbreitetes Problem ist die Ungültigkeit von ausländischen Zertifikaten (zB das deutsche GDPDU; GoBS / GoBIT; etc.). Das Management fühlt sich dank der zertifizierten Lösungen auf der sicheren Seite und ignoriert dabei Unterschiede in der unterschiedlichen Gesetzeslage.
Technik oder Prozesse - Wo sehen Sie bei den Unternehmen den meisten Handlungsbedarf?
Markus Oman sieht den Handlungsbedarf eindeutig bei den Prozessen: „Wo diese nicht strukturiert und einheitlich (gleiche Vorgehensweise für ähnlich gelagerte Fälle) stattfinden, geht viel Potenzial an Zeit und Personal-Ressourcen verloren.“ Wenn die Prozesse nicht angepasst und verbessert werden, können auch die teuersten Infrastruktur-Lösungen nicht ihren vollen Nutzen entfalten. Selbst wenn sich das Unternehmen mit modernen eArchiven und Work Flow Systemen ausgestattet hat – ohne Prozessgestaltung können die vielfältigen Vorteile nicht genutzt werden und der ROI der Implementierung fällt wesentlich geringer aus als erwartet.
In Unternehmen wird häufig die Compliance als reiner Kostentreiber gesehen, aber neben den Effekten zur Vermeidung von Zusatzkosten, wie sie bei der Verhinderung von Daten-Missbrauch und Eindämmung von Interessenskonflikten entstehen, steigert die Gewährleistung von Informationssicherheit und Prozessgenauigkeit die Effizienz. „Setzt man Compliance im Sinne eines intelligenten IKS und Prozess Controllings ein, so steigert man damit massiv den Output von Geschäftsprozessen und verbessert somit nochmals die Unternehmensergebnisse“, meint Markus Oman.
Markus Oman ist Keynote Speaker auf der Confare Tagung „eArchiv 2010 – Rechtsicherheit im Umgang mit Dokumenten“, die in Wien am 7. Oktober 2010 stattfindet. Details und Anmeldung finden Sie auf www.confare.at.
Unternehmensdaten werden zunehmend digital verarbeitet und müssen daher auch digital archiviert werden. Eine wahre Datenflut muss dabei von der dahinterliegenden IT-Infrastruktur bewältigt werden.
Diese Herausforderungen zu meistern bedeutet laut Markus Oman, dass man mitunter den Spagat zwischen Zielen beherrschen muss, die miteinander, wenn nicht im Widerspruch, dann zumindest im Konflikt stehen. So ist es zB notwendig, dass Archive und deren Stores sowohl löschbare Daten, als auch unlöschbare Informationen revisionssicher verarbeiten können.
Rechtliche und wirtschaftliche Risiken sind zu beachten
„Fehlende Ordnungsmäßigkeit und mangelnde Rechtssicherheit führen unweigerlich zu Problemen mit den Finanzbehörden. Desweiteren gerät man praktisch unmittelbar in Konflikt mit den einschlägigen Gesetzen (DSG, BAO, UGB, UWG, GmbhG, AktienG, Verbandsverantwortlichkeitsgesetz, etc.).“ Solche Verstöße und mangelhafte Bearbeitung der Geschäftsprozesse führen nicht nur zum Verlust von Aufträgen und damit zur dramatischen Schmälerungen der EGTs, sie können bis zum vollständigen Ausstieg von Versicherungen im Schadensfall führen, da die einschlägigen Rechtsbestimmungen nicht eingehalten wurden. Dazu kommen noch Imageschäden und Haftungsprobleme.
Die Komplexität ist enorm. So haben heutzutage viele Branchen Aufbewahrungsfristen von mehr als fünfzig Jahren. Es muss daher für entsprechende Migrations-Szenarien und für sachgemäßen Umgang mit den betroffenen Dokumenten Sorge getragen werden.
Rechtsfallen werden oft nicht rechtzeitig ausgemacht
Markus Oman hat die Erfahrung gemacht, dass Fehler vor allem durch die mangelnde Kenntnis der Zusammenhänge von IT, Recht und Betriebswirtschaft passieren. Besonders dort, wo es widersprüchliche Ziele gibt oder Gesetzesanforderungen, die miteinander in Konflikt stehen, sind die Infrastruktur-Verantwortlichen überfordert. Ein in Österreich verbreitetes Problem ist die Ungültigkeit von ausländischen Zertifikaten (zB das deutsche GDPDU; GoBS / GoBIT; etc.). Das Management fühlt sich dank der zertifizierten Lösungen auf der sicheren Seite und ignoriert dabei Unterschiede in der unterschiedlichen Gesetzeslage.
Technik oder Prozesse - Wo sehen Sie bei den Unternehmen den meisten Handlungsbedarf?
Markus Oman sieht den Handlungsbedarf eindeutig bei den Prozessen: „Wo diese nicht strukturiert und einheitlich (gleiche Vorgehensweise für ähnlich gelagerte Fälle) stattfinden, geht viel Potenzial an Zeit und Personal-Ressourcen verloren.“ Wenn die Prozesse nicht angepasst und verbessert werden, können auch die teuersten Infrastruktur-Lösungen nicht ihren vollen Nutzen entfalten. Selbst wenn sich das Unternehmen mit modernen eArchiven und Work Flow Systemen ausgestattet hat – ohne Prozessgestaltung können die vielfältigen Vorteile nicht genutzt werden und der ROI der Implementierung fällt wesentlich geringer aus als erwartet.
In Unternehmen wird häufig die Compliance als reiner Kostentreiber gesehen, aber neben den Effekten zur Vermeidung von Zusatzkosten, wie sie bei der Verhinderung von Daten-Missbrauch und Eindämmung von Interessenskonflikten entstehen, steigert die Gewährleistung von Informationssicherheit und Prozessgenauigkeit die Effizienz. „Setzt man Compliance im Sinne eines intelligenten IKS und Prozess Controllings ein, so steigert man damit massiv den Output von Geschäftsprozessen und verbessert somit nochmals die Unternehmensergebnisse“, meint Markus Oman.
Markus Oman ist Keynote Speaker auf der Confare Tagung „eArchiv 2010 – Rechtsicherheit im Umgang mit Dokumenten“, die in Wien am 7. Oktober 2010 stattfindet. Details und Anmeldung finden Sie auf www.confare.at.
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